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Izzo-Krimis | Das G-Stone Book | |
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| Murakami - 100%ige M. | Disco 2000 | |
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| Sibylle Berg | Und die Eselin sah den Engel | |
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Pack – das Magazin – #1 Fußball |
Torben
(13.07.2004) |
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Die hohen Erwartungshaltungen wurden dann zunächst, beim ersten Betrachten des Magazins, erst mal übertroffen. Eine wahnsinnige „Verpackung“ (was eigentlich die falsche Bezeichnung ist, Verpackung klingt ja eher nach Müll), und innen drin ein fantastisch gestaltetes Magazin. DAS hätte ich nun wirklich nicht erwartet. Ich hatte mir die ganze Sache weitaus „trashiger“ vorgestellt, mit weniger Aufwand produziert, mit mehr Sorglosigkeit vielleicht. Statt dessen blättere ich nun in einer #1, die derart SORGFÄLTIG gemacht ist, dass ich mich frage und wundere, wie die Pack-Mädchen und –Jungs dieses Niveau halten bzw. überbieten wollen. Da ich jedoch schon einmal von denen überrascht wurde, mache ich mir ums 2. Mal aber eigentlich gar keine Sorgen. Was mir zunächst,
beim ersten Blättern in der Dämmerung des beginnenden Pack-Festes
auf dem Uni-Parkdeck ins Auge fiel waren die schönen Grafiken und
das großartige Layout von Sebastian Müller. Sehr oldschool
und irgendwie eben doch nicht. Sehr eigenartig im positiven Sinne von:
„seine-eigene-ART die Dinge zu gestalten“. Schön, wirklich. Alles toll soweit
also. Bevor diese Review jedoch vor zuviel Lob ungenießbar zu werden
droht, will ich doch noch etwas Kritik üben, und zwar vor allem an
dem Text-Teil des Magazins. Dass mich das Herman Hesse-Zitat im Geleitwort
doch etwas schockiert hat, soll hier zwar nicht ausführlicher dargelegt,
so doch zumindest erwähnt werden. „Jedem neuen Anfange wohnt
ein Zauber inne.“ Das kann ich nicht bestätigen. Verkitschung
von Lebensprozessen und so ....mag ich nicht. |
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Haruki Murakami - Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt
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Jelena
(30.03.2004) |
| Überall
hörte ich Murakami hier, Murakami dort, Murakami in aller Munde,
vor allem in dem der lesenden Coolen und Hippen. Als Modeerscheinung abgetan
war ich zunächst skeptisch. Doch als ich ein Buch des Japaners Haruki
Murakami in die Hände bekam und es las - ich habe mir viel Zeit gelassen,
das Buch erschien bereits 1995 - war ich zugegebenermaßen beeindruckt.
Eine Modeerscheinung ist diese wunderbare Literatur voller Phantasie und
ausgeklügelter Erzählkunst bestimmt nicht und ich schäme
mich fast schon für mein Schubladendenken, denn in diesem Falle war
es schlichtweg falsch.
Der vor allem bei
der jüngeren Generation Japans beliebte Schriftsteller Murakami
lässt den Leser in Hard-boiled Wonderland in eine seltsame Welt
eintauchen, in der ein Krieg um geheime Daten zwischen dem System,
der Fabrik und den sogenannten Schwärzlingen, die in den dunklen
und trostlosen Tunnelsystemen Tokyos leben, herrscht. „Das System“
entwickelt immer ausgefeiltere Verschlüsselungsmethoden, um Daten
zu schützen, hinter denen „die Fabrik“, eine Art Datenmafia,
her ist. Inmitten dieser Konstellation bewegt sich der namenlose Held
der Geschichte, ein professioneller Datenwäscher. Er ist der einzige
Überlebende eines Experimentes, bei dem einer Gruppe von „Shufflern“
- so werden die Datenwäscher genannt - im Gehirn rumgepfuscht wurde.
Da er der einzige Überlebende ist, scheint etwas an ihm anders
zu sein, als bei allen anderen. Murakami ist ein Meister der Erzählkunst. Nichts ist Zufall, alles ist bis ins kleinste durchdacht und auf geniale und komplexe Art und Weise miteinander verknüpft. Der Genuss beim Lesen ist, neben der ironischen und originellen Gedankenwelt des Protagonisten, die Entschlüsselung der Ungereimtheiten, die sich nach und nach ausbreitende Erkenntnis, worum es in dieser Geschichte eigentlich geht. |
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| Brett
Easton Ellis - Die Informanten |
magensaeure
(28.08.2002)
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Schon nachdem ich
B.E. Ellis` "Glamorama" verschlungen hatte, juckte es mich in den Fingern.
Wenn ich diesen Wälzer schon dem lesenden Teil meines Freundeskreises
wärmstens an Herz legte, wäre auch eine Review drin gewesen. Letzten Endes
vor dem weissen Word Dokument sitzend, erschien es mir dann aber zu gleichen
Teilen zu komplex und zu simpel. Befremdlich. |
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| China
Miéville: Perdido Street Station |
Stino
(02.05.2002)
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Trivialliteratur -
unendliche Weiten. China Miéville beschreibt Welten, die nie ein Mensch
zuvor gesehen hat. Nicht in der Fantasy und auch sonst nirgends. Dennoch
kommen sie einem merkwürdig/unangenehm bekannt vor. "Perdido Street Station"
ist also eine Geschichte weit weg vom sog. Mainstream. Und darüber hinaus
ziemlich "gothic". Miéville beschreibt einen Moloch von einer Stadt (was
mich an diesem Satz aufregt, ist die Tatsache, daß er genauso im Klappentext
der deutschen Ausgabe von PSS steht. Ich hab ihn da aber nicht abgeschrieben.
Ehrlich! Ein Zeichen dafür, wie gut der Satz passt?). New Crobuzon ist
eine alptraumhafte Metropolis voller fremdartiger Wesen, voller Schmutz,
mechanischer und thaumaturgischer Bizarrerien, voller Ungerechtigkeit
und gnadenloser, sadistischer Gewalt. Die Adjektive fliegen mir nur so
zu, wenn ich versuche zu umreißen, was der Autor einem zumutet. Selbst
mit der Einordnung in ein Genre tut man sich schwer. Verkauft wird Miéville
von Bastei Lübbe ja nun als Fantasy und das Wort "Steampunk" fällt häufig
in Kritiken. Genausogut passt er aber ins Horrorgenre. Die Nähe zu Lovecrafts
Traumlanden fällt ins Auge. Wie auch dort, sind Fremdwesen wirklich fremd
- alien. Mich erinnert das Setting an "transmetropolitan" von Warren Ellis
und Darick Robertson. Man kann jede Menge weiterer Einflüsse finden, ohne
daß man das Gefühl bekommt, Miéville hätte irgendwo abgeschrieben. Klischees
werden nie bedient, sondern, wenn sie überhaupt einmal aufgegriffen werden,
gebrochen, um einen neuen Blick auf das Bekannte zu ermöglichen. |
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| Daniel
Clowes - "David Boring" |
Stino
(04.04.2002)
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Warum "David Boring"
mich nicht langweilt |
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| Neal
Stephenson - Cryptonomicon |
Valerian
(18.10.2001)
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Neal
Stephenson schreibt jene Bücher, um die sich dann der Freundekreis
in der Frage prügelt, wer das Buch als nächster lesen darf.
Der zurückgezogene Autor wurde mit seinem Cyberpunk-Roman "Snowchrash"
bekannt und glänzte gegenüber dem bekannteren aber beliebigeren
William Gibson ("Neuromancer", "Idoru") durch glänzende
Beschreibung zukünftiger Technologien und bewies in meinem Lieblingsbuch
"The
Diamond Age" einen treffenden und faszinierenden Ausblick auf
die Zukunft der Nanotechnologie. Neal Stephenson ist ein Autor, der begriffen
hat, dass Science Fiction nicht ein Phantasieren von Zukunftswelten gepaart
mit minderen literarischen Fähigkeiten ist, sondern dass aktuelle
Tendenzen in der Forschung und soziologischen Entwicklung zu erkennen
sind und in einem Roman konsequent mit Blick für reale menschliche
Bedürfnisse weiterentwickelt werden. Darüberhinaus beweist Neal
Stephenson, -vor allem mit "Crytonomicon",
dass er mittlerweile zu den großen Romanciers Amerikas zählen
kann. Seine Art zu schreiben, erinnert ein wenig an Thomas Pynchon ("Vineland",
"Das Ende der Parabel") oder T.C. Boyle ("Grün ist
die Hoffnung", "Willkommen in Wellville"). |
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| Jean-Claude
Izzo - Total Cheops, Chourmo, Solea (alle im Unionsverlag) |
palomo
(9.10.2001)
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Ein linker Bulle
in Marseille gegen den tödlichen Scheißdreck aus Verrat, Korruption,
Wirtschaftskriminalität, Drogen und Front National, kurz Mafia. Das
ist die Marseille-Trilogie. Drei Bücher, drei Krimis, drei Kracher
voller Wut, zunehmender Verzweiflung und Poesie. |
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| Haruki
Murakami - Wie ich eines
schönes Morgens im April das 100%ige Mädchen sah |
Valerian
(29.06.2001)
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Der Japaner Haruki
Murakami ist einer von jenen Literaturgeheimtipps, die ganze Freundekreise
infiziert und dessen Bücher in großen WGs für Monate wie
im Bermudadreieck verschwinden und für Diskussionen in der Art von
"Ich kriegs (das Buch), wenns der Dave fertiggelesen hat" -"Nee,
da hab`ichs schon der Gaby versprochen, -die hat auch schon früher
gefragt" sorgt. So ergings mir mit Murakamis Meisterwerk "Die
wilde Schafsjagd", das ich jedem nur wärmstens empfehlen kann.
Doch mittlerweile stapeln sich Murakamis Bücher vor meinem Bett und
in jüngster Erinnerung ist der Kurzgeschichtenband mit dem langen
Titel, den ihr im Header der Review lesen könnt. 10 Kurzgeschichten
streuen ein weites Feld in dem immer wieder glänzende Beobachtungen,
überraschende Wendungen, obskure Phantasmen und feiner Minimalismus,
ohne klischeehafte Japan-Assoziationen zu brillanten Geschichten gedeihen.
So erzählt
die Titelgeschichte von den Schwierigkeiten und potentiellen Ergebissen
beim Ansprechen eines wunderbaren Mädchen, während nur wenige
Seiten weiter die Gruselgeschichte über einen Arbeiter in einer Elefantenfabrik,
der in den Bann eines mystischen Tanzzwerges zu Zeiten der Kulturrevolution
gerät, von einer Geschichte über das professionelle Rasenmähen
und den daraus resultierenden menschlichen Interaktionen abgelöst
wird. |
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| Sibylle
Berg - Ein paar Menschen suchen das Glück und lachen
sich tot, Sex II, Amerika |
Valerian
(29.06.2001)
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Sibylle Berg für
mich eine der wichtigsten deutschen Autorinnen, gerade weil sie unbequeme
Sackgassenbücher schreibt, die mir einerseits zutiefst aus der Seele
sprechen und mit Wahrheit gespickt sind, wie ein Rehrücken mit Fett
während der Fresswelle in den deutschen Sechzigern. Anderseits sind
Bergs Wahrheiten die unbequemsten, die man sich nur denken kann, denn
Sibylle Berg schreibt von Menschen, die böse, schwach oder einfach
nur arm dran sind und das Schlimmste daran ist: Sie sind selbst schuld
und wir entdecken uns selbst darin. Sarkastisch und hart zugleich sagt
uns die Autorin, was Sache ist in der Welt da draußen und in uns
drinnen: Feiglinge, Egoisten und Gefangene unserer eigenen Abgründe
und dazwischen die Einsamen auf ihrem Weg zum traurigen und doch so ersehnten
Tod. Endlich Schlafen, endlich mal Ausschlafen, würde Sibylle Berg
den Tod eines Schichtarbeiters kommentieren. |
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| Kruder und Dorfmeister - G-Stone Book |
Valerian
(01.02.2001)
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| Meine prekäre finanzielle Lage hat mich nun 3 Wochen davon abgehalten, das G-Stone Book bei meinem Plattenhändler des Vertrauens abzuholen, doch nun kann ich die Best-of-CD und das schwere kompakte Buch im gleichen CD-Format endlich in Ruhe durchblättern und den wohlbekannten K&D-Sound in den Ohre rauschen lassen. Die Herren Kruder und Dorfmeister dokumentieren ihr schönes DJ-Leben mit Bildern aus den goldenen Zeiten und legen dem Bilderreigen noch Texte verschiedener Autoren über das musikalische Leben in Wien, das Phänomen K&D u.ä. bei. Kruder und Dorfmeister Fans werden so mal wieder an die hysterischen Zeiten Mitte der Neunziger erinnert, als die DJ-Kicks in jeder halbwegs chillorientierten StudentenWG rauf und runter gedudelt wurde, als die musikalischen Jugendfeuilletons den Wiener Sound zur Weltanschauung verklärten und sich die Haute Audio Couture danach verzehrte, von den Herren Oberkiffer geremixt zu werden. Kruder und Dorfmeister haben es geschafft zum Volkswagen der elektronischen Musik zu werden; -einjeder, von Kaffeehausbesitzer bis DrumandBass-DJ, von BWL-Chica bis Webdesign-Hipster freute sich über die angenehmen Klänge und niemand verliert bis heute ein böses Wort über die Wiener Jungs, deren weltweiter Erfolg fast schon als Phänomen zu bezeichnen ist. | ![]() |
| Das G-Stone-Book schwelgt dann glücklicherweise im visuellen Laissez-faire, der Hochglanzphotoarbeiten und peinliche Selbstinszenierungen im Stile des bemitleidenswerten StückRatte-Barre vermissen läßt. Gleichzeitig bleiben die Bilder auch oberflächlich; sie zeigen die Jungs an verschiedenen Partyorten in aller Welt, spielen ein bischen mit künstlerischen Motiven und stellen weiteren grafischen Output im Rahmen einer Flyer/Plattencover-Werkschau ins Augenlicht. Damit verbleiben sie wieder mal genau auf dieser allgemeinen Konsensebene und was im Betrachter verweilt, ist jener süße Neid auf das vermeindlich sinn- und freudenreiche Leben eines Popstars der kommerziellen Undergroundkultur. Ich habe inzwischen den Eindruck, Kruder und Dorfmeister werden von allen gemocht, aber nur von wenigen geliebt. Das ist vielleicht auch ein Grund dafür, wieso der Name K&D immer noch klangvoll und mythenreich beschworen wird, ihr musikalischer Output aber immer bescheidener wird. Für Fans (!DM 55!) ist das Buch ein netter oberflächlicher Einblick in die Welt der Produkte K&D und G-Stone. Die beiliegende CD ist eine erfreuliche Label-Complilation, die ich sicher noch zigfach für Freunde, die man zum Kaffee besucht, als Mitbringsel brennen werde. | |
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