![]() |
|
|
|
|||
|
|
Papier vs Bits | Netzkunst |
|
|
||
| Feinde des Internets |
|
|||||
| |
|
|||||
| Gladiatorenspiele im TV |
|
|||||
|
|
|
|||||
| Irritainment Theorie oder Programm |
Tarwin
(13.02.2002)
|
| Datababes
mögen den Spagat zwischen Entertainment und Irritainment"
heißt es im Manifest zu den Datababes und in so mancher Diskussion
fällt der Begriff, ohne ihn näher definiert zu haben. Klar, er
setzt sich aus zwei Begriffen zusammen, die man sowohl alleine, als auch
in unendlichen Kombinationen mit anderen Substantiven lesen könnte.
Irritation und Entertainment. Und ohne sich hier in endlose Theoretisierungen
dieser beiden Worte ergehen zu wollen: Es geht wohl um etwas, das uns unterhalten
soll und zwar so, dass vielleicht Sinn und Zweck zunächst nicht ganz
klar werden. In diesem Sinne ist Irritainment also etwas mit Spielcharakter, etwas, das medial vermittelt unterhält und in seiner verwirrenden Art und Weise ein Darauf-Einlassen" des Rezipienten erfordert. Vielleicht kann man es sich wie den gepflegten Horror vorstellen, den man sich antut, wenn man einen Gruselfilm anschaut. Man weiß ganz genau, dass das, was man im Horrorfilm geboten bekommt, nicht real in dem Sinne ist, dass die Bedrohung, die von der Filmhandlung ausgeht, für den Zuschauer unmittelbar betreffend" ist. Und dennoch fürchtet man sich, dennoch ist die Situation gruselig", dennoch zuckt man zusammen aber niemals empfindet man das Geschehen auf dem Bildschirm/ der Leinwand als direkte Bedrohung (sonst würden ja alle weg laufen, ausmachen, etc.). Es geht also beim
Irritainment um das Spiel mit der Verwirrung in der Unterhaltung. Oder
vielleicht um den unterhaltenden Aspekt von Verwirrung? Es geht sicherlich
auch darum, dass Irritierendes unterhalten kann, aber mehr noch als das,
kann Verwirrung dazu beitragen, etwas besser zu verstehen. Etwa wie sprachliche
Gestaltungsmittel bestes Beispiel ist wahrscheinlich die Metapher
nicht unbedingt klar sind, aber dennoch klar machen können,
mag das Irritainment dazu gut sein, Dinge explizit zu machen, die zunächst
nur dunkel in Erscheinung treten. Die Metapher, die sprachlich nicht
exakt" ist, sondern Bedeutungslücken lässt und die Dabei schließt das eine das andere aber nicht aus. Natürlich bezieht das Irritainment seine Kraft nur aus dem Wechselspiel zur nüchternen Berichterstattung und selbstverständlich würde das, was irritieren könnte, sein Irritationspotential verlieren, wenn man es zu häufig anwendet oder es gar in den Kanon der nicht irritierenden Dinge eingeht. So steht und wirkt die Karrikatur in der Zeitung nur im Zusammenspiel mit den sie umrahmenden nüchternen" Artikeln, so wirkt der Witz in einer ernsten" Sendung besser als ein Witz in der Witzsendung. Der Kontrast zwischen Ernsttainment" und Entertainment, das Spannungsverhältnis von Tragik und Komik macht das aus, was Irritainment kennzeichnet und charakterisiert. Wenn die Nachrichtensprecherin sich verspricht und von den Pille-Palästinensern" spricht, dann passiert da viel mehr als wenn sich Stefan Raab stundenlang über Arafats Halstuch ergeht. In diesem Sinne bezieht Irritainment seine Wirkung aus dem Kontrast zwischen Ernst und Spaß, indem der freudsche Versprecher", der peinliche Zwischenfall oder die ungewollte Entblösung über das eigentliche Geschehen schiebt und neue Interpretationsofferten macht. Die andere Wirkung,
die vom Irritainment ausgeht, ist die der anfänglichen Verwirrung
und dem Erkenntnismoment, das sich aus der Entwirrung notwendigerweise
ergibt. Das Aha-Erlebnis" ist nicht möglich, wenn man
vorher nicht verwirrt oder unwissend gewesen wäre. Aha"
ist der Weg aus der Dunkelheit, die Irritation und Ignoranz (im Sinne
von Nicht-Wissen") zuvor verursacht haben. Die Dinge, die zunächst
nur obskur (also dunkel) waren, werden erhellt und das unterscheidet reine
Obskurität von Irritation. Etwas das irritiert trägt seine eigene
Erklärung in sich und kann mit diesem Potential verblüffen.
Manche Dinge, jene, die sich nie von selbst Letztlich stellt sich
allerdings die Frage, ob das, was hier Irritainment genannt wird, nur
eine Theorie ist, die rückbezüglich auf Medienphänomene
angewandt wird; ob es sich also lediglich um theoretische Verpackung handelt,
was vielleicht durch andere Erklärungmuster besser darzustellen wäre.
Oder ist Irritainment in diesem Sinne ein Programm? Nicht nur für
Datababes, sondern wesentlich breiter, für die Unterhaltungs- und
Bildungsstrukturen medialer Vermittlung im frühen 21. Jh.? Ist Irritainment
nicht schon zu einer Methode verkommen", die angewandt wird,
wenn herkömmliche" Erklärungsmuster nicht mehr greifen?
Postmans pessimistische These vom zu Tode amüsieren" lässt
sich vielleicht auch auf das zu angestrengte Irritainment zurückführen
wenn Urteilsbildung im Zerstreuungsgeschäft" statt
findet? |
|
| Papier vs. Bits - Warum Datababes ein Onlinemagazin ist |
Valerian
(08.7.2001)
|
|
Digital ist besser
sangen einst Tocotronic und auch für Datababes gelten einige Gründe,
warum wir unsere Inhalte nicht auf handfestem Papier drucken. Es gibt aber auch
eine Menge Nachteile, die Onlinemedien mitsichbringen, um die ich nicht
verlegen sein will, sie hier zu nennen. Ein Printmagazin bietet wesentlich
mehr Lesekomfort als ein Onlinemagazin. Das Lesen von mit Druckauflösung
gedruckten Texten ist auf jeden Fall angenehmer, als Texte am Bildschirm
zu lesen. Großformatige Bilderstrecken, Experimente mit Beilagen,
Postern und Ausklappformaten lassen sich am besten in Hochglanzmagazinen
verwirklichen. Darüberhinaus sind Menschen am Computer oft nicht
in der Stimmung, sich auf Texte einzulassen, während beim gediegenen
Fläzen im Ohrensessel oder zwischen den Stationen im Bus, die Menschen
deutlich eher in Lesestimmung kommen. Darüberhinaus setzt das Lesen
eines Onlinemagazins ganz elementar einen Computer mit Onlineanschluß
voraus, während man für eine Zeitung nur seine Augen und ein
wenig Licht benötigt. Meine täglichen Informationshäfen (nicht unbedingt als Empfehlung gemeint): http://www.telepolis.de - reichhaltige Artikel zu gesellschaftlichen Themen, Forschung, IT, Technologie allgemein www.drumandbass.de, www.basstion.de, www.drumbase.de - Klasse Magazine zum Thema Drum and Bass, gute Links, Audio, Reviews, Termine, aktive Foren www.hotwired.com - Klassiker der Netzkultur www.spiegel.de
- Schnelle Information, auch am Sonntag |
|
|
||||||||
|
||||||||