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Drum and Bass 2001 | Musik. Lebensgesch.-Marla | |
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| Ungnade der späten Geburt | Musik. Lebensgesch.-Cross | |
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| Terror in der elekt. Musik | Musik. Lebensgesch. -Val | |
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| Metrosexualität | Torben
(11.12.2004) |
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„This room won’t be rent to two men” findet sich als typographischer Restwiderstand (das ist die Frage, nicht die Behauptung) einer – aus europäischer (präziser: westeuropäischer - noch präziser: westeuropäisch/großstädtischen) Perspektive längst verlorenen heteronormativen Zwangskultur – auf einer Wand einer nicht allzu verlassenen Hotelrezeption in Kingston/Jamaika. Dies berichtete mir zumindest vor nicht allzu langer Zeit Reggae-Doktor und Nachtleben-Wandler T. Kraus. Im Allgemeinen nennt man das: Homophobie. Da das Allgemeine generell nur wenig rockt und hier auch eher zur „allgemeinen“ Zerstreunung als zur Systemkritik beigetragen werden soll (aber: „Lass dich überraschen“ / Rudi Karell; anno dazumal), will ich die großen wunden Punkte an dieser Stelle eher umschiffen (oder: UMschiffen in Sinne von Punkrock) als ansteuern. Eine Garantie kann ich nicht geben. Das Weiterlesen ist ohne Gewähr. *** Love in the 90ies – it’s paranoid (Blur/Pet Shop Boys) *** Der Grund für diesen Text
findet sich – wie sollte es anders sein – im Nachtleben und
ist damit sich selbst und auch sonst so Grund genug. Wie tanzt denn die
männliche Jugendkultur auf die Tonträger aus dem (homoph****)
Kingston/Jamaika so ? Das soll die Frage sein. Eine Frage nach dem „Nachtleben-Habitus“
also. Nun, in erster Linie – wissend, dass dies nicht unbedingt
auf Sympathie stoßen wird – tanzt sie „QUEER AS FUCK“
(Provokation). Das soll man nicht sagen, will man sich nicht am Rande
der Gesellschaft bewegen. Nun gut, ich will diese Aussage relativieren
(und eben doch nicht –ihr werdet schon sehen...). Die zeitgenössische
Feuilletondebatte dient mir hierbei mal wieder als Rettung: Die Version
2.0 lautet also: Die männliche Jugendbewegung tanzt in einer anderen
Weise: sie tanzt metrosexuell ! *** Black and STRAIGHT and proud *** Angst vorm „schwarzen
Mann“ hat wohl niemand der männlichen Anwesenden auf dem Dancehallfloor.
Schon eher vor Justin Timberlake. Aber warum tanzen denn dann alle bitteschön
wie er (oder: würden gern)? Hier beginnt es allmählich kompliziert
zu werden – oder ist die Antwort vielleicht doch ganz einfach? Ist
Justin Timberlake einfach „schwul“ und muss somit als „Tanzvorlage“
& Rolemodel tunlichst unsichtbar bleiben? *** For all I know – my love is still untold (Kante) *** Dass Gender als eine
kulturelle Interpretation des Körpers zu verstehen ist, die dem Individuum
über eine „Geschlechtsidentität“ und „Geschlechterrolle“
einen spezifischen Ort innerhalb der gesellschaftlichen Ordnung zuweist
(D. Feldmann/S. Schülting), ist klar. Funktioniert „gender“
aber nicht jeweils immer dann um so besser, wenn die genaue Ausrichtung
im Unklaren bleibt? Ist „genderfuck“, also die bewusste Irritation/Verundeutlichung
von Geschlecht, im momentanen Zeitklima als Katalysator zu verstehen?
Bieten instabile, undurchsichtige Modelle vielleicht einen Mehrwert an
sexyness ? *** confusion is sex (Sonic Youth) *** Beim Phänomen Beckham
entzieht sich ja fast alles der Eindeutigkeit. Dem britischen gay-mag
Attitude erzählte „Becks“, dass er gerne mal
die Höschen seiner Frau Victoria trägt. Auch durch Nagellack,
Frisuren und seinen Haarreifen wusste er immer wieder zu überraschen.
Da wundert es kaum, dass seine „ball-tricks“ (?!?) bei den
Einen für Staunen, bei den Anderen für feuchte Träume sorgen.
Lieben tun ihn (fast) alle. *** I - U – SHE – together - baby let’s go! (Peaches) *** Zurück zur Praxis
– in diesem Fall also: zurück auf den Dancefloor, zu den heimlichen
Justin Timberlake-Fans in ihren ärmellosen, enganliegenden Shirts.
Erlaubt ist was Spaß macht, ist ja bekanntlich eine Lüge, gilt
also nicht. Tanzen darf natürlich trotzdem jeder wie er will. |
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| Musikalische Lebensgeschichten - Fundgruben und Leichenkeller - Teil V |
palomo
(11.12.2002)
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Erster ernsthafter
Einfluss für den kleinen Patrick (Jahrgang 1970) waren die schröcklichen
KISS. Damit konnte man zwar bei der Klassen-Hitparade in der letzten Musikstunde
vor Weihnachten weder Blumentöpfe und schon gar keine Mädchenherzen
gewinnen. Aber dafür bescheinigte einem das fassungslose Kopfschütteln
des Musiklehrers beim Betrachten des Klappcovers von "KISS Alive
II", dass man nie mehr ein ordentliches Mitglied dieser Gesellschaft
werden konnte, was bei den männlichen Kameraden für schwer Ansehen
sorgte. Ehrensache, dass meine erste Single "I love Rock `n Roll"
von JOAN JETT & THE BLACKHEARTS war. Damit hatte der Rock `n Roll
aber für lange Zeit sein Pulver bei mir verschossen. Geistig genährt
wurde die Rebellion gegen alles von den wunderbaren LATIN QUARTER mit
ihrem wundervollen Album "Modern Times". Da wurden so ziemlich
alle Ungerechtigkeiten dieser Welt abgehandelt und in zarte englische
Popsongs mit Ethno-Einschlag verpackt. |
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| Warum die TREIBGUT-Parties seit neustem nicht mehr kostenlos sind... |
Valerian
(02.09.2002)
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Datababes veranstaltet
seit einem halben Jahr auf der Rheinterrasse in Konstanz die monatliche
Partyreihe TREIBGUT. Bisher war der Eintritt
frei, weil Datababes eine non-profit-Organisation ist und es Teil unseres
datababschen Selbstverständnisses ist, nur dann freshe Musik und
Underground-Kultur bieten zu können, wenn wir uns nicht in diese
Maschinerie aus Kommerzmusik/Mainstream-Anbiederung und den dementsprechenden
Mechanismen aus gesponsorten Flyern, hohen Eintritten etc. einsaugen lassen
und ganz einfach nicht den Fokus auf das Geldverdienen legen. Ich weiss, dass Diskussionen
um Eintrittspreise eine Art deutscher Volkssport sind. Die meisten Leute
verkennen einfach, wieviel Arbeit und Kosten in manchen Parties stecken
und komischerweise wird immer dort gemosert, wos ohnehin schon billig
ist (z.B. Neuwerk-Parties: dort (bei Getränken zum Einkaufspreis
und ggf. überregional bekannten DJs) wegen 5 Euro Eintritt am Eingang
rumzumachen, lässt mich echt am Geisteszustand mancher Leute zweifeln),
während man an anderer Stelle in Konstanz ohne zu zögern das
dreifache für eine Party "ohne Grenzen", oder mit dem slogan
"schön, willig, billig" bezahlt. |
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| Musikalische Lebensgeschichten - Fundgruben und Leichenkeller - Teil IV |
Stino
(14.04.2002)
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Da wird also im Forum
wieder verstärkt nach musikalischen Lebensgeschichten geschrieen. Warum
bloß? Liegt es vielleicht daran, daß man geneigt ist, zu glauben, daß
man einen Menschen anhand seines Musikgeschmacks beurteilen kann? Dann
wäre eine musikalische Lebensgeschichte ja zugleich eine Lebensbeichte,
unter Umständen gar ein Outing... So um diese Zeit schlich
sich trotz aller Widerstände (musikalische Kinderstube und so. Lieben
Sie Tschaikowski? Nein? Ich schon. Aber Brahms können sie vergessen...)
der Schmutz ins Hörbild. Es begann so harmlos. Midnight Oil, die Ende
der achtziger mit "Beds are burning" einen bescheidenen ökologisch korrekten
Hit hatten, stellten sich bei näherem Hinsehen als brachiale Prä-wave-Combo
heraus und Nomeansno haben eigentlich schon immer saugeile Musik gemacht.
An dieser Stelle wäre es eigentlich Zeit dem Zündfunk (B2) zu danken,
weil er es damals freundlicherweise quasi unentgeltlich (liest die GEZ
mit?) übernommen hat, mich musikalisch weiterzubilden, aber ich will ja
keine Schleichwerbung machen, zumal man in Konstanz mit fm4 den definitiv
trendigeren Sender empfängt. Dann kam grunge, dieses rotzig-blutige Ding,
wobei mir Kirk O'Bain zunächst wirklich ein Spieler bei Manchester United
hätte sein können, weil Pearl Jam viel besser gerockt haben (und heute
wenigstens noch leben, wenn sie schon keine gute Musik mehr machen). Die
"ten" von pearl jam war meine dritte Epiphanie. Dieser Schmerz, diese
Wut! Roger Waters war eine elende Lusche, ein Muttersöhnchen! The Wall,
pah! Und endlich kamen auch die Sisters zu ihrem Recht. Dank ihres Geniestreichs,
auf dem Remix von Temple of Love Ofra Haza (the late...) singen zu lassen,
wurde ich zum gothik-Enthusiasten und verstand endlich, was tarwin an
SOM, den Fields und auch schon Type-O-Negative finden konnte. Herrlich!
Love of my life (Nein! Das war Zappa). Techno oder wasauchimmer war damals
noch kein Thema, schließlich musste ich meine Jugend nachholen und erstmal
richtig unzeitgemäß leiden, besonders, als FZ am 4. 12. 93 endgültig den
Arsch zugekniffen hat. Irgendwann bin ich auch darüber hinweg gekommen
und Mitte der Neunziger kam dann auf einmal Jungle mit Goldie und Triphop
mit Portishead und Tricky und dann gab es plötzlich Leute wie Fatboy Slim,
die mich abzulenken verstanden und von Zeit zu Zeit stolpert man über
dieses weirde Zeug, das Godspeed you black Emperor oder Sigur Ros absondern
und man ists zufrieden. Irgendwann sieht mal einfach ein, daß man als
Dreißigjähriger verloren ist, wenn man versucht, ein halbes Jahrhundert
Pop- oder vielmehr Rockgeschichte zu verstehen, ganz abgesehen von dem
Jahrtausend, das uns die sog, E-Musik bietet. Ich verlass mich auf meine
Nase für Glückstreffer und fülle ansonsten fleißig meinen back-catalogue
auf (eine Lebensaufgabe/ wer hat was von Terry Reid?). Zur Orientierung
meine all-time top five der Album-Charts: 1. Jethro Tull: thick
as a brick Und dabei stelle ich fest, daß es einfach so nicht funktioniert. Es ist nicht annähernd vollständig/genug. Das ist das Problem mit euren musikalischen Lebensgeschichten: Jeder halbwegs an Musik interessierte müsste einen kompletten Roman schreiben, um seine Geschichte ansatzweise erschöpfend zu erzählen. Ich hab versucht, mich auf das Wesentliche zu beschränken und dabei festgestellt, daß das Wesentliche die Vielfalt und die ganzen kleinen Geschichtchen drumherum ist und die geb ich nicht so gern zwischen Tür und Angel her... |
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| It was a very good year - Drum and Bass Jahresrückblick 2001 |
Valerian
(04.01.2002)
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2001 war ein Drum
and Bass-Jahr. All den 2000er-Unkenrufe, -von De-Bug über Groove
bis zu den Ignoranten der Spex, zum Trotz war Drum and Bass einer der
massgeblichste Partymotoren in der deutschsprachigen Musikszene. |
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| "Warum Raver kein Schimpfwort sein sollte" oder "Die Ungnade der späten Geburt" |
killerPOKE
(25.12.2001)
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Das Jahresende nähert
sich, es weihnachtet sehr und in dieser gar so besinnlichen Zeit entfährt
auch mir in der Entspannung der elterlichen Badewanne so mancher - nein,
nicht Furz... - rührseliger Gedanke um Vergangenes und Kommendes. Musik zum Thema: Buch: |
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| Terror Thesen : Der Ruf nach Terror in der elektronischen Musik |
Valerian
(14.09.2001)
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Der Ruf nach Terror
und Kampf gegen die Obrigkeit war als Themenkomplex innerhalb der elektronischen
Musik eher im Hintergrund gegenüber chilligen und damit oft themenlosen
Textfragmenten, die dem hedonistischen Flow in verstärkender Weise
folgten oder eben schlichtweg die Runterkommenden "Noch-ein-bischen-schöne-Musik-Aufleger"
in ihrem Ziel, eine lauschigen introvertierte Atmosphäre zu schaffen,
bestens unterstützte. Greift man sich z.B. die allgemein bekannten
Speerspitzen der elektronischen Vokal-Musik, -Massive Attack, Portishead
heraus und nimmt die spartanischen Vokalspuren des Drum and Bass und lässt
mal HipHop aussen vor, dann wird schnell klar, dass der Aufruf zum Terror
in dieser Musik sicher nicht zu finden ist. |
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| Musikalische Lebensgeschichten - Fundgruben und Leichenkeller - Teil III |
Marla
(19.04.2001)
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| Als ich wiedermal in meiner Musikbox blätterte, wurde ich mir das erste Mal bewusst, was so alles durch meine Gehörgänge gerauscht ist. Am Anfang waren so unterschiedliche Performances, wie der Plastiksound von Stock/Aitken/Waterman (Rick Astley/ Tayler Dayne/ Bros) neben dem Jugendwerk von Michael Jackson (Off the Wall), die ich in trauter Zweisamkeit auf einem meiner ersten Walkman-Tapes wiederfand. Wie wahrscheinlich bei Euch auch, war der Plattenschrank meiner Eltern die erste musikalische Fundgrube. Neben den Stones, den Beatles u.ä., fielen mir so Motown-Sounds, David Bowie und uralte Discoplatten in die Kinderhände. Bald jedoch wurde aus mir erstmal ein echter Hippie. Mit selbstgemachten Klamotten (Wie kommt der Schlag in die Hose?!) und diesen Holzkettenbastelnachmittagen mit den besten Freundinnen: Gackernde Hippiehühner, der Schrecken aller Eltern. Diese Phase wurde mit Bravour gemeistert und es ging straight zu Ziggy Stardust, der Glam-Rock Ikone. Von da war es dann nicht mehr weit zu Saturday-Night-Fever (HÄH?). How auch ever: Auf musikalischem Kollisionskurs mit Rock und Pop, Disco und Soul stieß ich irgendwann auf Acid-House. Ihr wisst es ja sicher noch, die Zeit der gelbgesichtigen Smilies. Nicht mit dem letzten Acid-Rain runtergekommen, hab ich natürlich gleich Profit aus der Hysterie geschlagen und an alle, die das nötige Kleingeld hatten, selbstgemachte Smilie-Buttons verkauft. Die Acid-Chose war auch bald wieder vorbei und Madonna auf einmal viel interessanter. Auch erlebten die Platten des King of Pop ein Revival in meinen Teenie-Ohren, was nicht zuletzt an dem unverschämt gutaussehenden Typen aus dem Nachbarhaus lag, der in meinen Augen genauso gut tanzte wie der King. Ich versuchte im Gegenzug, an Madonna heranzukommen, was mir gründlich misslang. Typ out = Musik von Typ out. Michael Jackson ging, Madonna bis heute nicht. Neuer Typ, neues Glück. Meine Karriere als Skaterchick war angebrochen. Ich skatete selbst nicht übel, aber noch viel besser konnte ich den angehenden Kerlen zuschauen, wie sie ihre Schienbeine mit tiefen Narben schmückten. Erste Berührungen mit HipHop (Beastie Boys & DeLaSoul) und Skaterhardcoresound waren die Folge. Noch furchtbarer wurde es für meine Eltern, als ich über Sisters of Mercy so langsam aber sicher ins Dark Wave Business abwanderte, um den dunklen Mächten zu huldigen. Das AcusticStudio in Radolfzell war der Club in Sachen fiese Musik + fiese Leute = geiler Abend. Nicht zu vergessen die Konzerte von "Das Ich", "Goethes Erben", "The Eternal Afflict", "Silke Bischoff", "Love Like Blood" und "Deadcandance": Schaurig schöne Gesellschaft und die musikalisch dunkle Seite fasziniert mich bis heute. "Projekt Pitchfork" und "Depeche Mode" lösten schließlich meine Techno-Strobo Begeisterung aus. Die Metamorphose von Hippie zu Gruftie, über Discoeinflüsse und Hitparadengeseire zum Technojünger unserer Götter Sven Väth, Jeff Mills, Carl Cox etc. hatte sich erfolgreich vollzogen. Die Spassgeneration hatte über den potentiellen Selbstmordkandidaten gesiegt. Meine exzessiv technoide Phase ist vorbei. Jedoch musste Musik von nun an strictly rhythm and groovy sein. Paraden, Clubwochenenden, Raves und Goa-Parties prägten mein Leben bis '98 (ich habe überlebt). Ich war im musikalischen Lebensziel gelandet: Elektronische Musik in allen Farben und Formen als Club-& Homeculture gepaart mit HipHop und Soul. Shakedelic Sounds sozusagen. In meinem vollautomatischen Relaxsessel gibts auch mal Weichgespültes auf die Ohren: Sade, GeorgeMichael, Björk, Prince, Marvin Gaye und alles, was immer gut war. .....auch wenn sie schon gestorben sind, singen sie noch heute. | |
| Musikalische Lebensgeschichten - Teil II |
Crossales
(19.04.2001)
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| ....the time
of darkness and ignorance.... ....the time of musik consumption... ....the musician development... ....The Now... Darkness and Ignorance: Am Anfang war die Erde still und nur mein eigenes Gekreische konnten mich akustisch befriedigen. So kam es, dass ich mir bereits in frühem Alter gerne selbst zuhörte. Ich glaube es war der Zeipunkt, an dem ich die Windel gegen mein eigenes Töpfchen eintauschte, ab dem meine ersten Audio-Experimente zunehmend abnahmen und die Kreativität ausschließlich auf handfeste Phantastereien in Form von LEGO focussiert wurden. So war ich zwar noch immer mein eigener Klangerzeuger, beschränkte mich aber auf das Kopieren quietschender Reifen und Explosionen. Consumption: Die ersten Erfahrungen sammelte ich mit Reinhard Lacomys Geschichtenliedern, woraufhin eine komplette Filtration der Plattensammlung von den Alten erfolgte. Eine unangenehme Erfahrung, die sich aber schlussendlich doch lohnte. Zwischen Blärrern und Schlagermüll (NanaMouskouri, Julio Iglesias, Vicki Leandros), hatte ich neben den sowiso angesagten Hosen endlich zusätzlichen stuff mit Cat Stevens, Rainhard May und Warren Schatz gefunden. Dank Geschwister-Scholl und einer guten bürgerlichen, linken, konstanzer Subkulturjugend rund um ein eigenes AJZ (in memorandum PANAMA), gabs neben linkspolitischem Zeug wie ...ButAlive, Muff Potter, Spic Acid und Pershing Boys nur melodischen Hard- und Emocore auf die Ohren. NoFX, BadTownBoys, Venerea, Adhesive, Propagandhi......(mein Gott ich hab nen ganzen Koffer mit dem Zeug). Nebenbei fand sich selbstverständlich immer die passende Musik zur Jahreszeit. Kein Winter verging ohne Kreuzzug ins Glück oder "klassische" Emotionskatalysatoren. Irgendwann kam dann die Zeit, zu der die Hosen (mit) reich und sexy starben, der Melodiccore mit dem Snowboardboom auch finanziell an Bedeutung gewann und Bands wie z.B. Millencolin anfingen tralala Dreck zu veröffenlichen um zu partizipieren. Es folgte eine Phase musikalischer Erfahrung ohne Cliquenorientierung und andere bindende Einflüsse. Development: Zwei Jahre folgten, in denen alles, was sich drehte und Klangwellen erzeugte den Input fand. Das meiste davon rollte sofort wieder durch den Output und hinterlies höchstens Inspiration. Eine Zeit voll Rock'n Roll, 70er, 80er, 90er, Disco, HipHop, Trance, House, in deren Anschluss ich noch viel verwirrter wurde. Vor allem die Soundtracks von ausgesuchten Filmen schaften einen umfangreichen Einblick in die verschiedenen Stiele, Kulturen und Künstlergehirne. So musste ich erkennen, das die musikalische Vielfalt erst ab Mitte der 90er mit den Auswüchsen der elektronischen Musik, wieder zunahm. Vor dieser Zeit war doch alles nur die Kopie einer Kopie einer Kopie (Fightclub). So wurden die letzen Jahrzehnte meiner persönlichen Einschätzung nach nur von wenigen Künstlern entscheidend geprägt, wie z.Bsp. David Bowie, Michael Jackson, Clash, Grandmaster Flash,... The Now: Nun endlich, selbst mein Ding als Artist gefunden, roll ich nun schon seit fast zwei Jahren mit HipHop. Dennoch sind die Inspirationen dafür eher anderen Orts zu finden. Der Disco und Vocalhousesound der 70er, to dance tracks von George Michael. Groovy und mit BEAT bidde. Doch wenn es kalt ist des Nachts und der eisige Wind an der Scheibe kratzt höre ich die dunklen Stimmen von the cure and depeche mode, während sich die Krähe auf einen mitternächtlichen Ausflug vorbereitet. Be inspired everytime and everywhere. Die Verflechtung der "herkömmlichen" Mucke mit den Innovationen der Elektronischen in den letzten Jahren, ist ebenfallse ein Thema. Musik ist Leben. HULDIGUNG: DIE TOTEN HOSEN (OPELGANG BIS KAUFMICH); NoFX; PERSHING BOYS; CAT STEVENS; MUFF POTTER; TRACY CHAPMAN; BADTOWN BOYS; VANGELIS; DAVID BOWIE; GEORGE MICHAEL; KILLARMY; FK ALLSTARS; 5*DELUXE; TORCH |
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| Musikalische Lebensgeschichten - Fundgruben und Leichenkeller |
Valerian
(18.01.2001)
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| Ein
typisches Partygespräch unter Menschen, die sich noch nicht so gut kennen,
dreht sich um Musik. Je nach Wichtigkeit, die der Musikgeschmack im eigenen
Leben einnimmt, ist diese Thema bitterernst und so werden Anhänger derselben
Band, deren Poster das eigene Zimmer ziert oder deren vollständige Discography
die oberen Plätze im CD-Ständer einnimmt, schneller zu Repektspersonen und
Menschen, die man gerne grüßt, als jene, die sich als Schundmusikhörer,
Radiodudler oder Nichthörer entpuppen. Interessant ist dabei, welche individuelle
Musikgeschichte diese neuen Bekannten zu z.B. Drum and Bass oder allgemein
respektierten Bands, wie Tindersticks, Daft Punk oder Kruder+Dorfmeister
geführt hat. Je nach Alter trifft man da auf einige Leichen im musikalischen
Keller oder erinnert sich wehmütig an typische Bands der Jugend, deren Lieder
man dann textsicher zusammen zu singen versucht. Ein Grinsen wert ist die
Tatsache, daß viele Jungs meiner Generation fanatische Iron Maiden-Fans
waren und zu jener Zeit Heavy-Metal-T-Shirts mit Aufschriften wie "Kill`em
all", "Slaytanic Wehrmacht" oder "Live after death-Tour", -gerne gepaart
mit martialischen Motiven, zur festen Garderobe auf den Schulhöfen gehörten.
Groß war auch Anfang der 90` der Hang zur Gothic/Darkwave-Kultur; spitze
Schuhe, schwarze Rüschen, Patchouli und der Hang zu düster-gewolltem, theatralischen
Auftreten waren die Modesünden jener Zeit und man hörte seltsame Musik von
Deine Lakeien, Goethes Erben und Das Ich. Meine ersten Discoerinnerungen
sind geprägt vom einem seltsamen Musikmischmasch, indem David Bowie`s Stimme
("Groundcontrol to Major Tom..") in frühen Brit-Pop überging und die alten
Helden Led Zeppelin noch jung und lebendig waren. Manche blieben auf dem
Heavy-Film, andere nahmen den ecstasy-glitzernden Technozug und manche gingen
völlig in der Name-dropping-Kultur des "Independent" auf. Plattenempfehlungen
von Freunden, Umzüge in die Großstädte oder Erweckungserlebnisse bei zufälligen
Discobesuchen brachten dann viele Altrocker zur elektronischen Musik. Aus
Rockern wurden BigBeater, aus BigBeatern wurden Drumandbass-Headz. Technogören
entdecken Nick Cave und Punker moshten zu Digital Hardcore. Technoverweigerer
begannen zu produzieren und Folk-Hippies wurden zu Goa-Hippies. Oft lassen
sich persönliche musikalische Traditionen verfolgen. Die frühern Wave-Elektroniker
fanden neue Heimaten in hartem Techno, Bob Marley-Verehrer konnten sich
den Beats und Bässen des Jungles nicht entziehen und die Altrocker fanden
ihren Weg durch die Zeit von Black Sabbath über Metallica zu Korn und Monster
Magnet. Dennoch sind auch viele musikalische Biographien von krassen Stilwechseln,
Neuorientierungen und heimlichen Leidenschaften charakterisiert. Es ist
manchmal wirklich köstlich, gemeinsame Helden von früher zu entdecken. Man
singt New Model Army`s "Vagabonds", -erzählt, daß man zu The Cure früher
echt traurig war und behauptet, Nirvana schon vor dem großen Hype gekannt
zu haben. Vielleicht wirds mal Zeit, eine Heavyshirt-Revivalparty zu machen
oder dem urbanen Elekroproduzenten das Geständniss zu entlocken, daß er
auf Marushas "Somewhere over the rainbow" voll abgeravt ist. Was ist Eure musikalische Geschichte ? Schreibt sie ins Datababes-Forum, -ich bin neugierig. |
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