Bounce, Kula, KN Beth Gibbons, Zürich
Bombscare 1, Contrast, KN Booyaka Bay, RT, Konstanz
Krafty Kuts, Douala 2 Jahre Datababes, Neuwerk

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Treibgut 9: community.gebeat, ED VANCE (Datababes/KN) und JOOLS (Datababes.de)
14.12.2002 - Rheinterrasse, Konstanz
 killerPOKE (15.12.2002)

Tja, glaubte ich bisher, daß unsere Treibguts in der Rheinterrasse vor mangelnden Besucherzahlen sicher sind (gerade nach dem Ansturm der letzten Monate...), mussten wir Datababes diesmal zahlenmäßig zähneknirschend Kompromisse machen:
Mit so rund 40 Gästen bis zum Schließen der Kasse gegen 1:30 war die Stimmung zu Beginn des Abends natürlich nicht gerade euphorisch.
Dabei würde ich meine Hand dafür ins Feuer legen, daß so manch einer mit dieser Treibgut wesentlich besser gefahren wäre, als mit den zahlreichen WG-Parties mit Mallorca-Beschallung an diesem Abend, die uns wohl etliche Gäste, aber sogar unsere Zielgruppe abspenstig machten. Schämt Euch, Ihr Banausen! :-)

Aber wir wollen hier ja nicht den frustrierten Veranstalter markieren, sondern die Fakten sprechen lassen und die konnten sich dann ja doch trotzdem sehen lassen: irgendwann so ab 1 bis 2 Uhr - ich konnte meinen verheulten Äuglein kaum trauen - wurden die Geduldigen trotz der geringen Zahl mit einer kleinen, aber um so ausgelasseneren und tanzwütigen Crowd belohnt und der Rückstrom von anderen Parties, der noch einige in Rheinterrasse führte, tat dann sein übriges um die kritische Masse für einen erfolgreichen Abend zu erreichen.

Ganz zweifellos gilt der Dank dafür voll und ganz unseren standfesten DJs ED VANCE (Konstanz) und JOOLS (Luzern/CH) aus der Datababes Community, die trotz Publikumsmangel und zäher Atmosphäre von Anfang an den Raum mit erstklassigen Sound zwischen Elektro, NuSkool Breaks, Bass und Techno beschallten.

ED VANCE, auf den wir durch die Datababes-Community und sein Engagement bei Outdoorparties aufmerksam geworden sind, eröffnete den Abend und bewies von Anfang an mit seinem Set, daß zwischen Platten wie I-f, Dopplereffekt, Anthony Rother und Johannes Heil auch in Konstanz Platz für Party sein kein - richtig auf die Zwölf gab ers dann später der endlich etwas lockeren Crowd mit Booty Bass Hymnen wie "Ass'n'Titties" und dem Teil mit dem MC Hammer Sample, von dem ich aber keine Ahnung mehr hab, wie es heisst.
Mich persönlich hat es riesig gefreut, wie sehr mich die Plattenselektion an die Pforzheimer Feiern Crew erinnert hat, die ja mit Jiri Hoenes auf den Datababes Parties und damals mit der leider verkannten "Eternal Darkness" Reihe im Contrast in KN aktiv war. Nachdem die Jungs sich nun über Berlin, Frankfurt und Stuttgart verteilt haben, ist es schön, daß diese musikalische Lücke schon längst wieder geschlossen ist und nach vorne gebracht wird. Mich als Ur-Datababe freut es natürlich höllisch, wenn der Pool an DJs in Konstanz in dieser Art wächst und gedeiht!

JOOLS (www.jools.ch) aus Luzern war dagegen ein weiterer schlagender Beweis dafür, was dem Süden Deutschlands entgehen würde, würde es nicht die wirklich hervorragende NuSkool Breaks Szene der Schweiz geben. Respekt! Routiniert ließ sich JOOLS nicht von der anfänglichen Leere die Luft rauslassen und sein Set war für mich persönlich ein inneres Missionsfest. Alle meine NuSkool Helden gekonnt vereint: von Krafty Kuts über Freestylers, Plump DJs, Aquasky bis hinzu Oldskool Krachern wie Josh Wink und Prodigy. Herrlich! Daß der gute Mann über etliche Jahre Breakbeat-Erfahrung verfügt, war deutlich zu spüren und sein Plattencase hätte wohl unserem KRM und Valerian, die an diesem Abend leider auswärts in München aktiv waren, mindestens genauso gefallen, wie mir. Aus diesem zauberte er dann sogar dann und wann noch die ein oder andere Drum'n'Bass Scheibe heraus und bewies - genauso wie ED VANCE übrigens auch - daß es auch seine Vorteile hat, in der Provinz zu spielen: keine Stilgrenzen und Szenedogmen, erlaubt ist was gefällt und das wurde beherzigt. Das Publikum dankte es ihm.

So bleibt trotz des anfänglichen Frusts der Abend bei mir in bester Erinnerung und das Ganze war eine wunderbare Bestätigung, daß das Community-Konzept reiche dicke saftige Früchte tragen kann! Das machen wir nochmal und dann mit mehr Leuten! :)


Lesung mit Jan Off, Johannes Finke und Phillip Schiemann
Party: Aurelius (Datababes), Schrott (no debate), Visuals: FEZ (Datababes)
14.11.2002 - Contrast, Konstanz
killerPOKE (02.12.2002)

Treibgut 8: electroclash.gebeat, Astix (Liquid Bar, Zürich) und Skyeyeliner (Datababes.de)
09.11.2002 - Rheinterrasse, Konstanz
killerPOKE (02.12.2002)

Mute: KLUTE (Commercial Suicide, Metalheadz, UK), Tonga, Mad B, Levi + MC Glacius and MC Ronin
Freitag 08.11.2002, Rote Fabrik, Zürich
Valerian (19.08.2002)

Ein Event was ich einfach nicht verpassen konnte: Nachdem im Frühjahr KLUTE im Karlsruher Element so gerockt hat, dass ich mein T-Shirt vollschwitzen musste und das Gefühl hatte, meine Plattensammlung wegschmeissen zu müssen, galt diese Party bei meinen züricher Lieblings-DnB-Partymachern Mute als absolutes Muss. Zusammen mit Konstanzer Anhang (Dj Nightingale, Shotta Paul und Janine) kamen wir gerade an, als Lokalmatador Mad B ein matadorenhaftes Anwärm-Set spielte, das gewohnt gut und gespickt mit Hits (Warum die Mute-DJs immer dieses abgelutschte "Up all night" spielen ist mir allerdings ein Rätsel..) die zahlreich erschienenen Gäste zu ersten Hüftbewegungen veranlasste und die Party ins Rollen brachte. Die Vorfreude war groß und wir sparten noch ein wenig unsere Kräfte als gegen halb 2 dann KLUTE in seiner charakteristischen Physis die Decks übernahm und nun auch Deutschlands bekanntestes MC-Gespann in doubleaction in die Puschen kam. KLUTE gab Gas und spielte neben seinen aktuellen Remixen ("Music is Everything") eine Reihe von Tracks aus dem Metalheadz/Renegade Hardware Lager. Die Leute tanzen gut und hatten allesamt ihren Spass, ohne das allzusehr zu zeigen: Trotz einem guten Flows beider MC und vielen Killertracks beschränkten sich die Reaktionen des Publikums auf konstantes Tanzen und äusserst vereinzelte Jubelschreie (so bei "Juniors Tune" im Digital rmx)...irgendwie strange.
Es gibt dafür mehrere mögliche Erklärungen: Entweder ist das Mute-Publikum seinem Ruf gerecht geworden und ist einfach gediegener in Ausdrucksweise und Ausflipp-Grad, oder das verwöhnte Züricher DnB-Publikum im Allgemeinen braucht allerhärteste Audio-Drogen im Sinne von "Twist `em out", um überhaupt noch in ekstatische Anwandlungen versetzt zu werden, oder KLUTE war einfach nicht sooo der Hammer an diesem Abend....

Vielleicht von allem ein bischen, denn tatsächlich spielte KLUTE damals in Karlsruhe eine wesentlich homogeneres Set mit den massiv rollenden Tracks des Frühjahrs (z.B. Barons "Deftone") und traf voll den Geschmack des kritischen aber begeisterungsfähigen Fachpublikumsder Fächerstadt. In Zürich wirkte das Set machmal orientierungslos und KLUTE fand erst in der letzten halben Stunde zu seiner wahren Stärke: minimale, perkussive Steilkurvenfahrten mit atomar getunten Rollern...jeder Song ein Gebet.
Krönendes Abschlussstück: d.kay+epsilon: "platinum", was auf der noch zu erscheinenden "Water-EP" auf Renegade Hardware zu hören sein wird.
Zu später Stunde gab es noch einen echten Bonus: Gerade von der Junglistic Sistaz-Party im Wiener Flex zurückgekehrt knüpfte LEVI nahtlos an KLUTE an und spielte ein straightes und darüberhinaus interessant zusammengestelltes Set aus kontinentalen und UK-Tracks (Simon V`s Pulscode rmx folgte auf Bad Company`s Rushhour etc.), das gnadenlos nach vorne rockte und die Leute nochmal aus der Reserve lockte. Big Up to da Levi !
Ganz wunderbar die Mute-übliche visuelle Garnierung des Abende: riesige Projektionen aus wohl anständig hochqualitativen Beamern machen so endlich mal Sinn...ein Lob gebührt den Visualisten von MÜ, vkid & flucht.

Alles in allem mal wieder ein schöner Partyabend, obwohl die Stimmung hierzulande wesentlich besser ist, was den Mute-Parties aber keinerlei Abbruch tut.


Tag der offenen Ateliers und Proberäume: Dopeheads on Mopeds (live), DJ Electric Dexter, u.a.
19.10.2002- Neuwerk, Konstanz
magensaeure (02.11.2002)

Die Neuwerk Genossenschaft lud die Mieter ihrer Proberäume und Ateliers ein, sich und die vollen Früchte ihrer Arbeit zur Schau zu stellen. Gemeldet hatten sich auf diesen Aufruf eine Band, und ein Atelier Team, bestehend aus Multitrimmer und Datababes. Eine rekordverdächtiges Dreigestirn, wie sich bestätigte.
Multitrimmer präsentierte sich im Ausstellungsraum stilsicher mit einer Reihe von Fotografien von Silja Lorenz und kleinen, feinen Skulpturen von Sebastian Müller, denen als Material Gegenstände wie Nägel, eine Glühbirne, eine Uhr und andere Alltagsgegenstände dienten. Die Atelierscouch lud zum verweilen ein, und gab unter dem Stoff, mit dem die Bäume in Novi Sad verhüllt worden waren den Blick auf diverse Dias vom Exit Festival frei. Zeitgleich beschallte Babe Palomo den Partyraum, der dieses Mal künstlerisch zwar nicht mit seinen Lomographien, dafür aber mit seinen Treibgut Plakaten den Ausstellungsraum schmückte.
Das nächste Highlight erwartete die schon zahlreichen Gäste im Ausstellungsraum, wo sich gegen 22 Uhr eine Menschentraube versammelte, um die Premiere von Skitaras bzw. Jelena Atanackovics Film mitzuerleben. Was sie sahen war eine kurzweilige, anrührende Dokumentation in Bild und Ton über 9 Tage Exit in Novi Sad, Serbien, die -denke ich, allzu gut die Magie dieses Events verbildlichte, und in manchem Augenpaar war das Fernweh zu lesen.
Was dann nach einer kurzen Pause folgte war wohl die Überraschung des Abends. Nicht das irgendjemand geglaubt hätte, dass die "Dopeheads on Mopeds" das Haus nicht in Grund und Boden rocken würden. Wie sollten sie auch anders bei so einer prominenten Besetzung. Universalbabe Aurelius alias Fuzzy F und Rocksau Dominik Kraus alias Dirty D preschten in die Saiten, Ebi Ebsen, aka Evil E malträtierte sein Drum Set aufs vortrefflichste, Markus Munk als Mighty M am Bass und mit Shakin Steven macht ein charismatischer Sänger die Boyband der Zukunft komplett und die verstand es wohl, ihrem Publikum einzuheizen. Mit ihrem hitverdächtigen Spacerock traten die Dopeheads on Mopeds schon bei ihrem ersten offiziellen Auftritt wahre Begeisterungslawinen los. Selbst Kennern der Band stand da zu Beginn des Gigs der Mund offen und wie man sich erzählt sollen sich weibliche Fans gar Teile ihrer Unterwäsche entledigt haben, um den kommenden Rockstars ihre ehrliche Bewunderung zu demonstrieren. Hot Shit sag ich nur.
Die kurze Verschnaufpause während dem Bühnenabbau hatten dann wohl alle bitter nötig um Kraft zu tanken bevor DJ Electric Dexter noch ordentlich Öl ins schon lodernde Feuer schüttete. Zu diesem Zeitpunkt waren aufgrund der beschränkten Kapazitäten im Neuwerk schon wieder längst die Schotten dicht, und die Leute drängten sich Einlass begehrend ungeduldig auf den Stufen, während drinnen die Party schon zu brodeln begann. Der DJ an den Decks gab Stoff und entzündete die Tanzwut der Anwesenden nicht nur mit seiner vortrefflichen Plattenauswahl sondern ließ auch mit seinem excellenten Mixing alle Herzen höher schlagen. Bis in die Morgenstunden entzückte Electric Dexter mit einem unglaublichen Spektrum von Swayzacks kühlem "I Dance Alone" bis zum Bootyshaker "Sandwiches" der Detroit Grand Pubahs, bis einfach alle(s) in Flammen stand(en) und die letzten Energiereserven Asche waren.
Noch mals ein Danke an alle unsere Gäste, den DJ, die Band, die Künstler, und das Thekenpersonal.
Burn Baby, Burn.


Treibgut 7: DJ G.I.D. (GROOVALISTIC SOUNDSYSTEM/THURSDAY CLUB/Koblenz), Valerian (Basslastic/Datababes/Konstanz), DJ KRM (Datababes/Final Cutz/Bounce)
12.10.2002 - Rheinterrasse, Konstanz
killerPOKE (22.10.2002)

 


Alec Empire, Supreme Psychedelic Underground
26.09.2002 - Abart Club, Zürich
Ground Zero (09.10.2002)

Neues Album, neue Tour - nach dem Release seines allerorten hochgelobten neuen Albums "Intelligence and Sacrifice" zieht Alec Empire derzeit auf Club-Tour durch die Lande. Da Europa traditionell eher ein Stiefkind seiner Live-Aktivitäten ist, ist jede Möglichkeit, ihn hier zu Gesicht zu bekommen, etwas Besonderes. Und nachdem ich dank schlechten Timings seinen Gig in München versäumt hatte, war die einzige Möglichkeit ihn noch zu Gesicht/Gehör zu bekommen, eine Fahrt nach Zürich. Gesagt, getan, die Pilgerschaft angetreten und gegen 21.00 Uhr im Schweizer Party-Epizentrum angekommen. Ort des Geschehens war der Club Abart, einer jener Lokationen, die meiner Wahlheimat Stuttgart bitter fehlen: ein überschaubar großer Traum in schwarz, dunkel und rot. Und auch das zu diesem Zeitpunkt nicht allzu zahlreiche Publikum ließ erkennen, daß es sich nicht um einen Mainstream-Veranstaltung handelte: eine weitgehend schwarz gekleidete Gemeinde mit verschiendensten Stilmerkmalen, eine wilde Mischung aus Punk, Dark Wave und Digital Hardcore-Jüngern.
Nach dem obligatorischen Hinhalte-Programm betraten als künstlerische Vorhut 'Supreme Psychedelic Underground' die Bühne. Der Maschinenpark aus Sony Playstation, Drumcomputer und Effektgeräten sowie die Spitz-Hüte aus Silberfolie auf den Häuptern des Quartetts ließen zwar anfangs großes Mißtrauen gegenüber der künstlerischen Richtung des Acts aufkommen aber der kritische Besucher wurde schnell beruhigt. Die Crew präsentierte eine sehr persönliche Interpretation von Techno: 4/4-Takt in verschiedenen Tempi, verschnitten mit setsamen Samples und Effekten. Manchmal stramm nach vorne, manchmal kantig vertrackt aber immer mit mehr als einem Auge auf den Tanzflur schielend. Vielleicht ein Act für eine kommende Datababes-Party!?
Trotz der technoiden Qualitäten von 'SPU' hielt sich die Reaktion des Publikums noch in verhaltenen Grenzen. Das änderte sich schlagartig als Alec Empire die Bühne betrat. Über den gebütigen Berliner, seit Anfang der 90er aktiv, ließe sich gut uns gerne eine Biographie verfassen: German Jungle-Pionier, Atari Teenage Riot-Oberhaupt, Remixer (Björk, Kreator, Neubauten u.v.a.), Experimental-Elektroniker. Seinen Auftritt zu sehen ist auf jeden Fall ein Erlebnis. In dem Moment, in dem Empire die Bühne betritt, springt der Funke über. Die Menge bejubelt den Mann, der ganz in schwarz mit Pistolenschulterhalfter über ihnen steht, noch bevor auch nur ein Ton über die Lautsprecher gegangen ist. Man mag dem 29-Jährigen das von ihm gepflegte Image in den Medien vorwerfen, jene Pose aus extentrischem Künstler, Revolutionär und Totalverweigerer, auf der Bühne schont er sich nicht. Er performt hier vor 200 Leuten mit der gleichen Intensität wie auf dem japanischen Fuji Festival, wo er mehreren Tausend Fans gegenüberstand. Die Stille endet schlagartig, verschüttet unter einer 'wall of sound' aus den aufgetürmten Boxen. Unablässig brüllt er gegen die Noise-Kaskaden an, Tracks vom neuen Album wie "The Ride" und "Addicted To You" aber auch ATR-Klassiker wie "Start The Riot". Der Sound ist, wie er auf dem Flyer angegeben: industrial-punk-hardcore-noise - 4 Elemente in sich stetig verschiebenden Anteilen, schnell, intensiv und ungewohnt metal-lastig. Die Menge vor der Bühne ergeht sich in wildem Pogo, während sich Empire auf der Bühne verausgabt, in die Menge springt und sich von ihr auf Händen tragen läßt. Nach einer Stunde geht der Gig zu Ende. Zufriedene Gesichter, Ohrenstöpsel werden entfernt, ein Apple-Powerbook von der Bühne gerettet. Ich bin noch immer kein wahrer "Empire-Jünger" seiner Musik,und lasse den Merchandise-Stand links liegen aber dennoch ist dieser Abend ein Höhepunkt des Jahres. So wenig angesagt "riot sounds" und umstürzlerische Texte angesichts der gegenwärtigen Lage sein mögen, die Energie, die diese Mischung freizusetzen vermag, beeindruckt allemal.


Datababes present "Roter Oktober": Skyeyeliner, Aurelius, KRM, Valerian, killerPOKE, Spacefried, Skitara
02.10.2002 - Rheinterrasse, Konstanz
killerPOKE (03.10.2002)

 


Quarks (Konzert)
23.09.2002 - Kulturladen Konstanz
Valerian (27.09.2002)












Diese review wird ziemlich inhaltsleer, denn als bekennender Musikhörer mit hobbybedingten Scheuklappen bin ich aus diesem ganzen Zirkus von Musikmagazinlesen/neuste CDs kaufen/für Freunde CDs brennen und gebrannt bekommen ausgestiegen und hab eigentlich keine Ahnung, wer die Quarks sind und was man an Backgroundinfo hier zitieren könnte. Daher weiss ich nur, dass die Vorankündigung für das Quarks-Konzert im Kula interessant klang und ein Song vom neuen Quarks-Album mir beim Radiohören im Auto positiv aufgefallen war. Unter-der-Woche-gemäss viel Platz zum Rumstehen und Tanzen liessen einem da die 75 Leute, die sich zum Konzert im Konstanzer Kulturladen nachundnach einfanden, doch diese wurden kräftig belohnt, denn die Quarks spielten ein schönes Konzert und hinterliessen einen sehr sympathischen Eindruck. Mit einem klassisches Rockinstrumentarium, welches von diversen Electronics unterstützt wurde, spielen die Quarks einen organischen LowFi-ElektroPop, wobei der Pop-Anteil der größere ist. Wunderschöne Lieder, eine charismatische Sängerin, ein zufriedenes Publikum….einfach eine runde Sache.


TREIBGUT 6: bumms.gebeat - DJs: Spacefried, Skyeyeliner
14.09.02 - Rheinterrasse, Konstanz
Valerian (27.09.2002)
















Nach der Sommerpause war es mal wieder soweit, eine Treibgut Party zu feiern und so entschieden wir uns, die Fraktion der Nicht-Breaker unter den Datababes die Präsidentschaft übernehmen zu lassen.
Datababe Skyeyeliner und Genosse Dominik Kraus, der an seinem neuen Pseudonym "Spacefried" einen Narren gefressen hatte, brachten also House, Elektro und Minimal in all ihren straighten 4tothefloor-Facetten in eine sich schnell füllende Rheinterrasse mit und so wiegten sich 170 Leute über den Abend verteilt zu anfangs plaisierlichen Beats, mit denen Spacefried, -in Anlehnung an seine regelmässigen Gastspiele in Konstanz` einziger schwimmender Location, das Publikum bei ihren Wochenendgesprächen unterhielt. Skyeyeliner zog dann Härte, Tempo und Abstraktionsgrad an und entsprach bestens dem steigenden Bedürfnis, den Rave- und Tanzfaktor des Abends zu erhöhen, womit jener Schwung aufkam, der die ersten Leute zum Shaken brachte.
Als gegen 2 Uhr der Innenraum der Rheinterrasse seine traditionelle Überfüllung lockerte, begann sich in die bisher amüsante aber eher unspektakuläre Party ein Hauch von Legende einzuschleichen, der an Windstärke immer mehr zunahm. Die Musik wurde trippiger und so mischten sich breakige tracks von DJ Icey in die geraden Mindblower von Sascha Funke und brachten die Leute bei Jahrhunderttracks von Underworld und Josh Wink zum Jauchzen und euphorisch Abtanzen.
Ich habe seit langem nicht erlebt, dass auf einer Party eine so glückliche und begeisterte Stimmung herrschte. Praktisch alle Konstanzer Datababes tanzten gemeinsam mit unbekannten Rockern, verschwitzen Ravern, Australienheimkehrerinnen, Datababes-Assoziierten, die extra aus Pforzheim und Karlsruhe angereist waren und so mancher gab wirklich alles (Gruß an T. vom Zebra). Obwohl eigentlich das offizielle Ende in der Rheinterrasse eigentlich um 3 Uhr ist, wogte die Party immer länger und endete schliesslich erst um 5.30 Uhr als nach gelungener Lichtregie des Thekenpersonals die letzten Feiernden zum Licht der Nadelbeleuchtung der beiden Technics und einer einzigen Kerze in den Morgen tanzte. Nach dem letzten track des Abends , -The Cures "" applaudierte der Saal und jeder freute sich einer legendären Party beigewohnt zu haben.
Vielen Dank an die DJs und an die Rheinterrasse, die uns wohlwollend gewähren liess! Legendär!

No debate : La Matatena Royal Club (Mexico), Sekta Core (Mexiko)
07.09.02 - Contrast, Konstanz
Aurelius (10.09.2002)















       


Datababes@Vollmondbar: Aurelius & His Secret Visitor, DJ KRM, DJ Valerian
23.08.02 - Neuwerk, Konstanz
Skyeyeliner (04.09.2002)


































Es gibt Dinge im Leben, die bedürfen keiner genaueren Überprüfung: sie passen zusammen als wären sie für einander gemacht: Sommerschlussverkauf und Kopfschmerzen, Wahlkampfzeit und der Drang zum Alkoholismus oder Undergroundpartyreihen und Undergroundpartyreihenveranstalter.
Verwunderlich also, dass die Vollmondbar erst jetzt vom datababes-Kollektiv entjungfert werden durfte. Das Warten hat sich in jedem Falle gelohnt und ganz im Sinne der Dr.Sommer-Sozialisation war alles vorbereitet, um das "erste Mal" zu einem unvergesslichen Ereignis zu machen. Große Momente verlangen natürlich großes Pathos: Siegfried & Roi, Lieblingsfrisurenverbrecher und Kitschknüller schlechthin mussten also als Dekorationsvorlage herhalten: so tummelten sich Plüschtiere im schummrigen Licht und die allgegenwärtigen pettingbabes Markierungen unterstrichen die Stoßfrichtung des noch jung(fräulich)en Abends ( bigup an Susi und Bert für die coole Idee & Umsetzung).
Visuelles Geklotze erfordert natürlich ein akustisches Pendant. Aurelius and his secret visitor lieferten ein musikalisches Vorspiel erster Güte, streichelten die Menge mit einer exquisiten und extravaganten Trackauswahl, was klarerweise gut ankam: die ausgefallenen Liebhaber sind ja immer die besseren. Die Menge groovte sich also warm und hier und da konnte man schon erstes Seufzen und Stöhnen vernehmen. Während sich die feiernde Menge im Partysaal verwöhnen ließ, begann sich vor den Pforten des Neuwerks eine Menschenschlange von nicht unbeträchtlichem Ausmaß zu bilden. Wieder einmal ein Beweis, dass Zärtlichkeit zieht und zählt und wer möchte sich schließlich nicht von den pettingbabes mittels audiovisueller Stimulation in ungeahnte Sphären der leiblichen und seelischen Lust streicheln lassen ? Na also! Schade wars trotzdem denn so einige nette und sicher auch zärtlichkeitswillige Jungen und Mädchen mussten wegen der strengen Neuwerk-Auflagen leider draußen bleiben. All jenen, die in Zukunft nicht auf die Neuwerk-Stimulation verzichten wollen sei gesagt: Früh kommen. Es lohnt sich.
Drinnen ging es derweil weiterhin darum das Erregungsbarometer stetig nach oben zu treiben. DJ Krm, Punanilover Nr. 1, trat hinter die Decks und leitete vom ausgedehnten Vorspiel direkt zum HeavyPetting über. Fordernde Tracks und ein stetiges Geben & Nehmen beherrschten sein Set - die Menge nahm es dankend an. Nach Krm und kurz vor der völligen Extase übernahm dann der Drum&Bass-Dandy schlechthin die Meute. Bereit zum letzten ließen sie sich von Valerians NuBreaks-Set den Rest geben.
Die pettingbabes wären nicht die pettingbabes, würden sie es bei einem einzigen Höhepunkt belassen. Multiple Orgasmen standen auf dem Plan und nicht zu vergessen: ein ausgedehntes Nachspiel, denn die pettingbabes wissen was Menschen brauchen. Ein feiner Abend also, der ohne die tatkräftige Unterstützung von Humphrey sicher möglich aber um einiges stressiger (Dankeschön no. 1) und ohne die fleißigen Mädchen und Jungen vor und hinter der Bar (Dankeschön no. 2) erheblich trister geworden wäre. Fürs nächste Mal bliebe dann noch zu sagen: Kein Eintrittspreisgemosere mehr! Sonst überlegen wir uns das mit dem Sex for free nämlich noch mal.


Lost in Drum`n Space: Valve Rec. Night: Dillinja und Lemon D (London), Led Tampi (ZH), DM-Tree (BE)
Freitag 16.08.2002, Rohstofflager, Zürich
Valerian (19.08.2002)

Dummerweise überschneidet sich das allmonatliche Schaulaufen der DrumandBass-Weltelite meistens mit meinen Basslastic-Parties in Konstanz, -doch nicht so diesen Monat und so konnte ich in Begleitung von Datababe Nightingale, seiner Freundin und Datababe Eva bei bester Laune mal wieder ins Rohstofflager in Zürich-Oerlikon fahren. Recht beschwingt von Sommerabend-Atmosphäre und langen Zigaretten und mit der Gewissheit ausgestattet, dass "es entweder superfett oder total scheisse" wird (schliesslich lag die Enttäuschung über die schlechte Lethargy-Party gerade erst eine Woche zurück), erwartete uns ein mässig gefülltes Rohstofflager, wo ein Berner DJ namens DM-Tree gar ein wunderschönes Set hinlegte: sanfte aber groovende Roller mit wie für Bekiffte geschaffenen Melodiebögen und Sphärenflächen. Als die Herren Dillinja und Lemon D den DJ-Bereich betraten und sich akklimatisierten, wechselte DM-Tree zu einer Art Best-of-Selection der letzten 5 DrumandBass-Jahre, was die Stimmung und die Erwartungen auf positive Weise steigerte, - big up to da DJ DM-Tree.
Als Lemon D die erste Platte auflegte, wurde mir mal wieder bewusst, was für ein Genuss es ist, eine fette PA in einem Club zu haben und so tobten die Bässe die nächsten zwei Stunden dermassen fett, dass ich ständig glaubte, mein Handy klingele in der Hosentasche, -doch war es nur mein Zippo-Feuerzeug, was in den Bassfrequenzen vibrierte. Fette tracks die derzeit auf dubplate oder promo kursieren und noch unbekannte Bretter machten diese Party zur zweitbesten DrumandBass-Party dieses Jahres (Klute in karlsruhe war noch geiler...). Die Tracks der beiden Herren und ihres Umfeldes (Capone, Grooverider) sind nicht unbedingt düster oder überhart, doch machen die Bässe und die prasselnden Highspeed-Amenbreaks keine Gefangenen. Sozusagen die Formel 1 des drumandbass: denkt man an das tiefe Röhren von Formel 1-Boliden, so kommt das dem so typischen Dillinja-Basssound ziemlich nahe. Superheftiger Sound, der die ursprüngliche rohe Energie des Jungles zu verbreiten weiss und all der ganze Vokal-Sound von den geschätzen High Contrast, Carlito und Marcus Intalex wirkt dagegen wie eine Notenbüchlein für Kinderlieder. Dillinja und Lemon D sind irgendwie auf einem ganz anderen Planeten und wirken in ihrer Präsenz extrem abgeklärt und abdrückermässig, was sie sich aber auch völlig zurecht leisten können. Mixtechnisch waren sie überraschenderweise ziemlich unspektakulär, liessen oft ellenlange totenstille Pausen zwischen den tracks und schienen ständig technische Probleme gehabt zu haben, doch sprechen tracks wie Capone`s "Twist`em out" oder dieses RnB-Teil im Dillinja rmx, -was mir schon in NoviSad aufgefallen ist, oder Grooveriders neuer Track im (wohl) Dillinja rmx auch ohne tolle Mixakrobatik mit Feuerzungen und irgendwann musste ich echt dringend Ohrenstöpsel reinmachen, da der Sound einfach zu gewaltig war.
Die Leute (mittlerweile war das Röschti auch perfekt gefüllt: viel los und trotzdem Platz zum Tanzen) gingen ziemlich gut ab und nach einigen Bauern-Parties im Rohstofflager, muss ich sagen, dass die Leute diesesmal recht angenehm waren.
Led Tampi gab dann auch nochmal recht kräftig Zunder, doch für uns war die Party gegen halb 5 gelaufen.
Ein legendärer Abend: man hört Helden der ersten DrumandBass-Generation nur noch selten als DJs im Club und wenn es dann auch noch Visionäre sind, die die Butter dick aufs Brot streichen, ist das um so besser. Mal wieder ein Abend fürs Album der Best-of-DrumandBass-Experiences.


Relaxed Clubbing: KillerPOKE (datababes)
Montag 22.07.2002, Rheinterrasse Konstanz
Valerian (02.08.2002)












Nachdem Christian "KillerPOKE" Jetter schon auf der zweiten Treibgut-Party für wildes Tanzen, dichtes Gedrängel und Jauchzen von jungen Drum'n'Bass-Katzen gesorgt hat und sich immer noch mit dem Titel "Einziger-MP3-DJ-weitundbreit" schmücken kann, wurde er mit freundlichsten Probs von Dani und Niko zum montäglichen Relaxed-Clubbing eingeladen, um dort seine Selektion vorzustellen.
Man darf nicht vergessen, dass KillerPOKE ein "Kulturverwahrloser" ist (so im April ein Anonymer im Datababes-Forum), denn er legt keine Platten auf, sondern spielt liebevoll aus den Weiten des Internets zusammengesuchte MP3s auf seinem Laptop, die er zum Teil live einmixt oder schon vorher am Rechner zusammengestückelt hat. So kam auch an diesem Montag eine dichtgefüllte, -schon um 23.30 für neue Gäste geschlossene Rheinterrasse in den Genuss von lockeren Ravetracks der Technofrühzeit, feinen Garage-Sounds und den Hymnen der Oldschool-Ära in den Frühneunzigern, die das auch schon frühzeitig tanzbeinschwingend feierte. Was sicher kaum jemand zu schätzen weiss, ist die Tatsache, dass viele der Tracks auf Vinyl (für richtige DJs, gell you Puristen out there) praktisch verschollen sind und nur noch in den einschlägigen Ebay-Rubriken Europas zirkulieren, -für Preise, deutlich oberhalb der 100 Euro-Grenze selbstverständlich. So war KillerPOKE an diesem Abend eher Kulturbewahrer als Verwahrloser und solange die Leute ihren Spass haben und tanzen, dass es nur so kracht, ist das ganze theoretische Hinterland über was ich meinen Blick schweifen lasse, sowieso egal.
Auf jeden Fall ein guter Relaxed Clubbing-Abend mit netten Leuten, ausdauernden Tänzerinnen und eine willkommende Abwechslung von der ständigen Soul-Bläserei dies sonst an Montagen so gibt (hey meine Meinung!). Schön mal wieder Musik zu hören, die nicht nur irgendwie an einem vorbeiplätschert, wenn man sich dem Socializing hingibt und zwischen Bieranstehen, Luftschnappen und Beim-DJ-Rumstehen mäandert. Die Boxen sind zwar abturnenderweise ständig ausgefallen, aber vielleicht kommt das irgendwann auch in Ordnung (Ohne Investitionen keine Renditen!).
Relaxed Clubbing ist mit einem abwechslungsreichen Programm an Montagen (bei gutem Wetter sowieso) wohl eine der unschlagbarsten Veranstaltungen Konstanz und wohl Albtraum aller anderen Gastronomen. Hehehe!

weitere Bilder bei www.relaxed-clubbing.de


Basslastic- Invasion from Planet Bass - Ibotenic, Nightingale, D-Sign, El-Berto, anDee, Mellokat, Valerian
19.07.02- Kulturladen, Konstanz
magensaeure (29.07.2002)


























"Invasion from Planet Bass"- am dritten Freitag im Juli kam sie. Eine Armee, bewaffnet mit Vinyl und einem Ziel: Die Crowd zu rocken! Die dreibeinigen Herrscher über die Basslastic, Mellokat und Valerian hatten sie gerufen, um mit ihnen den Kampf gegen mittelmässige Freitagabendunterhaltung zu bestreiten. Die Streitkräfte- bestehend aus Datababe Ibotenic, Nightingale und D-Sign, verstärkt durch die Truppen der Lakeside Crew El-Berto und anDee, formierten sich hinter den Decks.
Ibotenic machte den krachenden Anfang, wurde abgelöst von D-Sign, von dem wiederum Nightingale übernahm. Die Tanzfläche füllte sich recht kontinuierlich, und als El-Berto an die Decks trat um durchschlagendere Waffen einzusetzen, war das Eis endgültig gebrochen, und der Weg für den Resident Mellokat geebnet, der wie immer mit smoothen Rollern in die Schlacht zog. andee und anschliessend Valerian gaben alles, und konnten von der Bühne auf ein zufriedenes und zahlreich steppendes Publikum blicken. Beim Back to Back hatten noch mal alle sieben DJs die Möglichkeit zum Kräftemessen und der ein oder andere Oldschool Track liess die erschöpften Massen noch einmal jauchzen.
Ein Abend mit sieben DJs, - das hätte auch in die Hose gehen können. Die Party gestaltete sich aber angenehm homogen, das Mixing der DJs war grösstenteils flüssig und in meinen Augen und Ohren lief der Sound wie aus einem Guss.
Daumen hoch! Ich hab das Gefühl die Sommerpause bis September wird laaaaaang…


Treibgut 5 - Belgrad.Gebeat - Belgradeyard Soundsystem, Bojan Mitrovic, Jazzmate
Freitag, 12.07.02 - Rheinterrasse Konstanz
Skyeyeliner (21.07.2002)















Mit Bangen sahen wir der 5. Treibgut entgegen. Ein Großteil der Babes war weit weg in Novi Sad, einzig und alleine die Prüfungs- und Arbeitsbabes magensäure, palomo und meine Wenigkeit waren noch im Lande. Dazu noch der Termin kurz vor Semesterende – es gab schon weniger triftige Gründe, die eine Party scheitern ließen. So saßen wir dann etwas angespannt auf der sich vorerst nur zäh füllenden Rheinterrasse. Doch wie üblich trat dann auch gegen 12 der typische Rheinterrassen-Effekt ein und der Rundbau begann sich zu füllen. Mit Relja Bobic und Goran Simonoski aka Belgradeyard Soundsystem trat ein DJ-Team hinter die Plattenteller, von dem ich jetzt, 2 Wochen später, noch immer ins Schwärmen gerate. Die 2 Belgrader mixten sich während des Abends durch scheinbar unvereinbare Genres und rockten so richtig kräftig. Wer schon immer mal Ragga, abstract hip-hop, electro, experimental electronica und postrock in einem Set hören wollte, war hier gut aufgehoben. Kein Wunder, dass Belgradeyard Soundsystem nicht nur in Belgrad (wo sie eine wöchentliche Radioshow bei Radio b92 bestreiten) sondern auch weit über die Grenzen der Metropole hinaus bekannt sind. Neben Wien, Köln und Konstanz (J), stellten sie dieses Jahr ihr Können schon bei der Transmediale unter Beweis. Wer mehr wissen will, schaue nach unter www.belgradeyard.co.yu.

Fein waren natürlich auch unsere anderen Gäste. Bojan Mitrovic spielte Jazz, der Spaß machte. Die Kaltgetränke und Tabakwaren machten mit seiner musikalischen Untermalung eindeutig mehr Sinn, was nicht heißen soll, dass er die Tanzfläche leer spielte, im Gegenteil: habe selten so interessanten und dennoch tanzbaren Jazz gehört. Kein belangloses Loungejazz-Set also – das war wirklich FRISCH. Frisch waren auch die Platten von Nebojsa Atanackovic aka Jazzmate. Mit raren Platten zwischen NuJazz, Latin und Soul im Gepäck zauberte der Ulmer ein charmantes Set zusammen. Soul gehört ja nun nicht gerade zu den vernachlässigten Musikrichtungen in Konstanz und so manch kritische Stimme (meine eigene zum Beispiel) beklagte schon öfters die Überpräsenz dieses Genres und die Gleichförmigkeit mit der uns Soul verkauft wird. Bei Jazzmate war das allerdings anders. Kaum eine Platte kam mir bekannt vor, das Set überraschte von Stück zu Stück von Neuem, war unvorhersehbar und spannend. Wer sich infizieren möchte, surfe zu www.leftofcentre.de oder www.jazzmate.de, dort findet sich eine Hörprobe (wie mir zu Ohren kam wird Nebojsa im September vermutlich auch beim Relaxed Clubbing zu Gast sein). Gegen später gab es dann einen fließenden Wechsel zwischen den DJs, jeder kam noch mal zum Zug und siehe da: Um halb vier (!) rafften sich auch die müdesten Tänzer nochmals auf und zollten so den 4 Jungs ihren Respekt. Ein großartiger Abend und ganz bestimmt nicht der letzte.


KAOS Night - Grooverider, Adam F, Hype, Bad Company, Andy C
Montag, 08.07.2002 - EXIT Festival, Novi Sad, Serbien 
Pedro (17.07.2002)
















Es war unglaublich, was die Veranstalter des Exit- Festivals (www.exitfest.org) in Novi Sad/ Serbien an diesem Abend als Line Up für die Main Stage aufgefahren hatten.
Beinahe die komplette UK Drum & Bass DJ- Elite war am Start, um die (für mich und viele andere) beste Party ever zu zelebrieren KAOS-Night - eine absolut unwiderstehliche Mischung aus Drum & Bass, Jungle und HipHop- Elementen.

LineUp:
23.30 - 1.00 Uhr Grooverider + MC MC
1.00 - 2.30 Uhr Adam F + MC Skibadee und MC MC
2.30 - 4.30 Uhr Hype
4.30 - 6.00 Uhr Bad Company
6.00 - ??? Uhr Andy C

Am Mittag des "grossen" Tages waren wir schon ziemlich gespannt, ob die DJs auch wirklich alle die Reise nach Novi Sad auf sich nehmen, vor allem da die englischen Top- Acts bei vielen den Ruf von verwöhnten Superstars geniessen. Es gab einige Diskussion, ob es nun klappt oder nicht.
Doch datababe KillerPoke machte dem ganzen Gerede ein Ende. Er war auf der Suche nach einem vernünftigen Internetanschluss im Pressezentrum per Zufall in die Pressekonferenz der KAOS- Night geraten und hatte dort einen Grossteil der DJs beim artigen Fragenbeantworten angetroffen. Nach einem relaxten Einstieg in den Abend auf der Reggae- Stage, machten wir uns um ungefähr elf Uhr auf den Weg zur Main Stage, um unsere Trommelfelle von der abartigen Lautstärke massieren zu lassen (es war trotz Ohrstöpsel immer noch extrem laut).
Der Anfang mit Grooverider liess keine Zweifel offen, wohin der Abend führen sollte. Vor ungefähr 20000 Leuten mit wildester Partystimmung "groovte" er sich und das Publikum eine Weile ein, um sein Set mit rollenden Tracks und vielen bejubelten (zu vielen ?) Rewinds zu weiter zu fühen. MC MC lieferte ein saubere Leistung ab und hatte das Publikum schnell in der Hand. Absoluter Höhepunkt seines Sets war ein recht harter Track ganz am Ende, mit durchlaufenden "Grooverider"- Samples.
Danach übernahm Adam F die Decks. Er liess ein Opener- Gewitter über die jubelnde Menge herab, wie ich Gleiches noch nie erlebt habe. Tiefe HipHop- artige Beats in infernaler Lautstärke überlegt mit Fanfaren- artigen Melodien und den zwei MCs Skibadee und MC, deren Mikros extremen Hall aufwiesen und den Sound noch undurchdingbarer machten. Dazu in roboterartiger Stimme den Slogan des Festivals: "Are you ready for the future ?" Mir lief ein kalter Schauer den Rücken runter. Erst als einpaar furchtbar gekliedete GoGo Tänzer die Bühne betraten verfiel dieser "magische" Schauer. Sein Set bestand grösstenteils aus deepen Rollern mit durchdringenden Bässen. Unterbrochen wurden diese ab und an von HipHop Breaks. MC Skibadee hatte das Publikum von Anfang an in der Hand und rockte das Haus gewaltig. Einfach unglaublich, welche Power dieser Kerl von der Bühne verbreitet. Seine lockeren Rhymes waren die optimale Ergänzung zu den "Brettern", welche Adam F dem Publikum auffuhr.
Zu diesem Zeitpunkt dachte ich schon, dass der Abend gar nicht mehr zu steigern wäre, doch dann übernahm DJ Hype die Decks. Die meiste Zeit während seines Sets bin ich total abgegangen. Die restliche Zeit wohl mit vor Erstaunen weit aufgerissenem Mund dagestanden und habe Hypes Scratch- Qualitäten bewundert. Einfach unglaublich, was er mit Drum & Bass Platten anstellte. Spinbacks, Scratches, alles was man normalerweise in nem HipHop Set erwarten würde. So zum Beispiel den Scratch auf Planet Dust. Unbelievable !!! Die Tracks, welche er spielte kannte ich entweder nicht oder hab sie wegen des Tanzmarathons nicht so ganz mitgekriegt. Valerian hat aber bei www.future-music.net ne fette Review geschrieben, in der einige der gespielten Tracks genannt werden. So bestechend wie der DJ war auch wieder MC Skibadee. Sein "DDDDD JJJJJJ, the H, the Y, the P, the E" oder sein berühmtes Hundebellen, sowie seine "Lighter- Show", bei der beinahe die komplette Crowd die Feuerzeuge zückte. Für die Drum & Bass Freaks von uns war dieses Set das Beste ever, für die anderen wohl ein Grund ab sofort D& B Platten zu kaufen.
Danach übernahmen Bad Company die Decks und spielten ein für ihre Verhältnisse recht ruhiges Set, was aber dennoch immer noch mit einigen Rollern bestücktwar und mächtig rockte. Nachdem wir alle schon 5 Stunden Marathontanz hinter uns hatten, gingen wir nun ein wenig chillen und haben das Set zum grössten Teil von weit hinten gehört. Dann gingen wir noch kurz zu ner anderen Stage, um uns was zu trinken zu holen. Die meisten von uns mussten den harten Party- Nächten die Tage davor Tribut zollen und blieben gleich bei der Reggae- Stage. Nur ein paar waren noch fit genug, um nochmals zur Main Stage runter zu gehen. Als wir zurückkehrten legten die Jungs von BC gerade (ja dieser Abend hatte wirklich einiges zu bieten ...) "Spaced Invader" von J Majik auf. Danach brachten sie noch ein paar harte Tracks mit Mörder- Bässen, um ihr Set zu Ende zu führen.
Als schon kaum mehr jemand tanzen konnte, so kurz nach 6 Uhr war es dann so weit: Die Sonne war schon längst aufgegangen, von den anfänglich 20000 Besuchern waren noch ungefähr 3000 übrig UND Andy C kam auf die Bühne. Eine solch gechillte Stimmung wie dort herrschte, habe ich noch nie bei nem D & B Konzert erlebt. Die DJs klatschten sich gegenseitig ab und flachsten herum, filmten sich und das Publikum und die Bühnentechniker rockten was das Zeug hält hinter ihren Mischpulten. Einfach unglaublich. Andy C brachte einige super heftige Tracks, wie natürlich den RAM remix von "Pacman". Trotz der vorgerückten Uhrzeit merkte man ihm die Freude am Auflegen vor so einem ekstatischen Publikum an und bei den Rewinds kreischte die Crowd beinahe so krass, wie die 20000 davor. Als der MC dann den letzten Track ankündigte, machten wir uns auf den Weg zurück zum Camp, wurden überraschenderweise den kompletten Weg noch von heftigen Drum & Bass Sounds begleitet. Wahrscheinlich hatte Andy C einfach noch nicht genug.... Verständlich !!


Booyaka Bay - Selecta Toby, Selecta Shotta Paul, DJ KRM
Freitag, 24.05.02 - Rheinterrasse Konstanz
Valerian (25.05..2002)




Seit zwei Monaten nun bietet die Rheinterrasse dank den Vast Minutes von den Relaxed Clubbing Machern Dani und Niko, den Treibgut-Parties der Datababes und nun auch dank der Booyaka Bay jeden Freitag ein feines Programm mit wechselnden Spielarten der elektronischen Musik.
KRM, Selectah Toby und Shotta Paul, die auch mit der Bounce-Party im Kula mittlerweile ein sicheres Standbein gefunden haben, gehört die Zukunft: Zwischen Dancehall, HipHop und Ausflügen in poppige und soulige Gefilde begeistern sie vor allem den jüngeren und partymässig essentiellen Teil des Konstanzer Ausgehpublikum und verstehen es, -wie im Moment kaum jemand anders, mit ausgefeilten DJ-Skills und dem Mut zu Feiern, die Party zu rocken.
Selecta Shotta Paul ist ein Shouter von Format am Mikrophon, KRM der Wizard on da decks mit großer musikalischer Bandbreite und Selecta Toby ein Routinier und Protagonist der deutschen Soundsystem-Szene. Sicher sind Dancehall und HipHop auch Konsensmusiken, die viele verschiedene Leute im Publikum vereinen können, doch scheinen die DJs einfach auch persönlich gut zusammenzupassen und können auf eine große Supporterclique zählen.
Die Party am vergangenen Freitag startete zäh und die Veranstaltern wohlbekannten Bauchschmerzen verschwanden angesichts der nur langsam sich einfindenden Gäste nur zögerlich. Irgendwann war die Hütte aber voll und das Publikum war angenehm und dank so mancher Rückgriffe auf wohlbekannte Tracks konnte auch der mainstreamigere Teil der Gäste seinen Groove finden.
Letztendlich tanzten die Leute bis in die frühen Morgenstunden und es war eine jener seltenen Parties, an denen man sich köstlich unterhält, mit unbekannten Wesen des anderen Geschlechts ins Gespräch kommt und ein paar Bier bei verlorenem Zeitgefühl zuviel trinkt.
Es scheint sich in Konstanz eine neue Weggeh-Gemeindschaft zu bilden, die zwischen Basslastic, Vast Minutes, Datababes und Bounce/Booyaka Bay pendelt und jene Parties an denen die Musik nicht im Vordergrund steht, meidet. So wie das Publikum, die DJs und die anwesenden Veranstalter von Datababes über Basslastic bis Relaxed Clubbing gefeiert haben, lasse ich mich doch tatsächlich zu der Hoffnung hinreissen, dass das Konstanzer Publikum derzeit etwas aus seiner konsumenten-mässigen Passivität herauskommt und zu schätzen weiss, was es seit einigen Monaten z.T. kostenlos geboten bekommt und darüberhinaus unter den verschiedenen genannten Veranstaltern etwas entsteht, was sich Zusammenarbeit und Freundschaft nennt und das lähmende typisch-Konstanzer Party-Konkurrenzdenken hinter sich lässt.
Lets rock da house and roll da spliff! Der Sommer wird großartig !

Basslastic - Valerian, Mellokat
Freitag, 17.05.02 - Kulturladen Konstanz










Datababes Wochenende: Datababes Party 04 +Ausstellung
Samstag 11.05.2002, Neuwerk Konstanz
Valerian (21.05.2002)
 


















Zum ersten Mal wagten wir etwas richtig Großes: nicht nur fandem am Datababes-Wochenende des 10./11. Mai gleich zwei Parties statt (Treibgut am Freitag, Neuwerk-Party am Samstag), sondern erstmals in Konstanz überhaupt, gab es eine Party, die das übliche Konzept sprengte.
Gemäss unseren Zielen, Party, Kunst und Musik zusammenzubringen und als Netzwerk genau diese Kultureckpfeiler über unsere website zusammenzubringen, stellten wir am Nachmittag des 11. Mai verschieden Photoarbeiten aus, zeigten Filme, Projektionen und verschiedene grafische Arbeiten, demonstrierten unsere Liebe zu alten Computerspielen und liessen das eine in das andere übergehen, denn am Abend rockte eine klassische Datababes-Party mit diversen DJs das Haus.
Wir waren recht gespannt, ob dieses Konzept aufgehen würde, denn wiedermal waren die Bedingungen nicht allzugut für uns:
keine Werbung, Raummiete die ähem nicht gerade billig ist, Ausstellung nur einen Tag, Publikumsbeschränkung und Non-Profit-Getränkepreise sind die Auflagen des Neuwerk Kulturvereines, die die Planung und Organisation eines solchen Großevents nicht nur schwer, sondern fast schon halsbrecherisch machen. Um so mehr freute es uns, dass die Ausstellung tagsüber regen Zuspruch erfuhr und sich junge und ältere Interessierte über die Stunden des Nachmittags hinweg in den Räumen tummelten und ein gutes Feedback an uns weitergaben.
Im Ausstellungsraum des Neuwerks zeigten Bert Binning und Florian Merkel eine Dokumentation über das EXIT-Festival in Novisad, welches als Kunst- und Musikfestival von den Datababes nicht nur aktiven Besuch, sondern auch Kooperation erhalten wird. Die Konstanzer Photografen Bernd Frank und Andreas Leidig (Kommune 45, Konstanz) zeigten eine Serie von Farb-Bildern, welche schön saftige Fleischstücke als Gegenstände in verschiedenen Alltagssituationen zeigte, in die Fleisch eigentlich nicht gehört, was eine irritierende Wirkung beim Betrachten nach sich zog. Prompt verkauften sie eines dieser Bilder im Verlauf des Naschmittags.
Patrick Trötschler demonstrierte seine Leidenschaft für Lomographien eindrücklich mit mehreren Serien jener schnappschussartigen, oft durch Bewegungsunschärfen, Ausschnittswahl und seltsame Farbigkeit fremdartig wirkend Bildern, die eine eigentümliche und doch anziehende Ästhetik entwickeln. Befestigt waren diese an einer Wäschespinne, sodass man beim drumherumgehen all die kleinen Lomos begutachten konnte.
Ein Höhepunkt der Ausstellung und in Gesprächen oft genannt, waren sicher Anna Schreiers Teekleidbilder, ein Projekt was an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe im Rahmen des Studiengangs Produktdesign entstand.
Anna Schreier nähte eine Kleid aus Teebeuteln, deren Teile zweckgemäss beim Nasswerden roten Hagebuttentee bluten, was visuell beeindruckend in der gezeigten Photoserie dokumentiert wurde.
Am Eingang zum Ausstellungsraum wurde alle bisherigen Deluxe-Partyflyer der Datababes gezeigt, die sich durch ihre aufwändige Herstellung und limitierte Stückzahl in der Vergangenheit einen legendären Ruf erworben haben. Wir zeigten dabei die geschmolzenen und gebrannten Plastikflyer der erste Datababes Party im Dez 2000, die Riotbabes-Stoffflyer, die orangenen Plexiglasflyer und den Fimo-Flyer der letzten Party, der noch an manchen Schlüsselbünden zu finden ist.

Im Barbereich waren verschiedene Uralt-Computer von Commodore bis Amiga aufgebaut, die mit den einfachst gestrickten Games der Computerspielsteinzeit einige Kindheitserinnerungen wachriefen und ständig belagert waren. Tagsüber legten Zipo aus Köln, Skyeeyeliner, Astral Travelling, Astix aus Luzern, Aurelius und Niko Dittmann, -durchweg hochqualitativ in Mixing und Trackauswahl, Musik zwischen NuJazz, Minimal und Elektro auf, was diesem Nachmittag eine Happening-Atmosphäre gab in welcher man nicht mal Hunger leiden musste, denn aus der Küche reichte Astrid ständig frischgebackene Waffeln nach.
Mit der Dunkelheit und dem strömenden Regen begann die Projektionen im Partyraum zu leuchten, die von Silja Lorenz und Immo Klink für diese Party produziert wurden: Verfremdete Kamerafahren durch Bodenseelandschaften, Falschfarben und Grafikfragmente beamten sich in den Raum und sorgten für Bewegung und Farben im ansonsten dunkel/diffus gehaltenen Partyraum des Neuwerks. Spät aber nicht zu spät zeigte auch Gio von Blauton.org auf seiner Installation aus mehreren Monitoren die angekündigten Kurzfilme und ergänzte die Projektionen um flirrende Formen und Muster, die sich vielfach replizierend auf Augenhöhe der Tanzenden befanden. Man munkelt, dass Gio in Zukunft die Basslastic mit Visuals versorgen wird, sobald das Kula einen Beamer angeschafft hat.
Seit langem mal wieder eine Party in Konstanz, die konsequent mit selbstproduzierten Visuals ausgestattet war, -eine Kunstform, die dank dicken Rechnern und dem Vorhandensein von mietbaren Videobeamern eine immer stärker Verbreitung findet und die den Datababes immer am Herzen lag und diesemal zu schönster Blüte reifte. Großen Anteil hatte nicht zuletzt ein hochqualitativer Beamer, der zwar teuer und ärgerlich zu installieren war, aber die visuals von Silja und Immo gestochen scharf an eine im Raum gespannte Leinwand beamte.

Den musikalischen Teil des Abends eröffneten Konstanz erste Turntablists am Platze KRM und Joker, -bekannt von der Bounce und ihrer neuen monatlichen Party auf der Rheinterrasse. Zwischen HipHop, Funk und Beats jeglicher Art scratchten und cutteten die beiden ein beschwingendes Set zusammen und zeigten das Djing mehr ist als nur Plattenauflegen.
Valerian aka ich übernahm, um mit Nu Skool Breaks zwischen elektroiden Pumpern und 2steppigen Powacklern eine erste Schar von Tanzenden auf die Tanzfläche zu locken. Es ist immer interessant zu sehen, wie diese in Konstanz noch relativ neue Musikrichtung einerseits irritiert und andererseits schon einigen Leuten ganz gut zu gefallen scheint.
Jiri Hönes vom Elektrolabel Heckengäu zog den Sound in kühlere, geradere Gefilde und gab neueren Elektroproduktionen mit Trefferqualitäten den Vorzug gegenüber den abgenudelten 80er-Hits, die immer wieder mit Elektro in Verbindung gebracht werden und unterhielt mit smoothem mixing das Publikum, bis zu später Stunde TJ Hookah, -Giana Brotherz-Associate und Tour-DJ des Bonner Drumandbass-Labels Pathfinder Rec. den Sound wieder breakbeatiger werden liess und für neue Adrenalin- und Neurotransmitter-Ausschüttungen sorgte. Im Gegensatz zur deepen und minimalen Zürichern Definition von Nu Skool Breaks, spielte Hookah Songs, die jene unwiderstehliche Rave-Atmosphäre und psychedelische Kraft erzeugen, wie sie auch die Oldschoolbreaks und Giana Brotherz-Produktionen auszeichnen, die der Mann aus Bonn meistens auflegt. Das Publikum stieg sichtlich darauf ein und so tobte der Bär zwischen 3 und halb 5 eigentlich am heftigsten und ich habe lange in Konstanz mehr kein so geiles DJ-Set gehört.

Die Datababes-Party 04 war ein voller Erfolg auch wenn der Aufwand immens war und sicher noch zeitweise 20-50 Leute mehr reingepasst hätten.
Die Kombination mit Ausstellung ist sicher ein Konzept mit Zukunft, denn auf keine andere Weise lassen sich so direkt, Musik und Visuelles verbinden und gleichzeitig so viele verschiedene Leute integrieren. Ich denke, wir haben deutlich gezeigt, wo die Unterschiede zu kommerziell orientierten Parties, wo immer sie auch in Konstanz stattfinden, liegen und dass es in Konstanz eben doch einiges an künstlerischem jungen Output gibt, der abseits von Lokalzeitungen, Studiengängen und Kultur-Vereinsstrukturen funktioniert.
Ich hoffe, dass unser intergrative und non-profit-orientierte Ansatz seinen Respekt findet und auch die Kultur-Advokaten des Neuwerks uns das nächste Mal stärker entgegenkommen, sodass ein solcher Event überhaupt noch einmal durchführbar ist, denn es kann nicht sein, dass es von Seiten des Neuwerks keine Möglichkeit gibt, eine derartige Ausstellung länger als einen Tag zu zeigen bzw. eine öffentliche Werbung möglich zu machen.
Was soll man denn noch alles machen, damit man die Räume des Neuwerks korrekt nutzen kann ?
Jedenfalls war das Publikum mal wieder ein sehr angenehmes und zeigte Einsicht, dass 6 Euro Eintritt gemäss der Tatsache, dass
Datababes-Parties non-profit-Parties sind, gerechtfertigt und völlig ok zu zahlen sind. Wir machen und haben auch mit dieser Party keinen Gewinn gemacht, dafür aber viel an Zeit, Arbeit und persönlichen finanziellen Ressourcen investiert.
Die meisten Leute haben davor auch Respekt und es bleibt uns nur mal wieder ein herzliches Dankeschön allen zu sagen, die uns mit Rat, Tat und Gegenständen geholfen haben und Datababes als Netzwerk für "Leute, die was machen" und Interessierte an Party, Musik und Kunst abseits der etablierten Strukturen und des Mainstreams bestätigt haben.
Thanks a lot! undwirmachenweiterbiszumnächsten Mal.


Datababes Wochenende: Treibgut 3 "15 minutes of fame" (playlist als link in dieser review)
Freitag 10.05.2002, Rheinterrasse Konstanz
Valerian (21.05.2002)
























Die Datababes luden zum Mai-Termin ihrer monatlichen Treibgut-Parties zu einem besonderen Event: diverse DJs können die berühmten warholschen 15 Minuten Ruhm geniessen, indem sie die Schätze und Scheusslichkeiten ihrer Plattensammlung zum Besten geben. Die DJs waren im Vorfeld schnell gefunden und so liess Showmaster Aurelius seinen Entertainerqualitäten endlich mal freien Lauf und eröffnete das Treibgut Spektakel mit der Verlosung der DJ-Reihenfolge:
Palomo aka Paddy T. biss dann in den sauren Apfel des ersten DJs und spielte das, was für den Abend programmatisch werden sollte: feine Hits und krudes Zeug. Die Rheinterrasse war zu diesem Zeitpunkt noch leidlich gefüllt und wie wir später noch sahen, war nicht jeder der Gäste mit dem Konzept des Abend vertraut. Als Zweiter nutze Humphrey die Chance, wirklich deftigen aber dennoch melodiösen Rock aufzulegen, was schon die ersten Boot-Chicas, die sich neuerdings auf der Rheinterrasse tummeln, ziemlich irritierte. Bert und Sebastian aka Empty Hall+Plattenspieler brachten dann Showelemente in ihr Set unter, indem Bert eine rustikale Stehlampe mit ständigen Farb-Birnenwechsel in eine lowlow-Lowtechlightshow umfunktionierte. Volker von Choltitz sorgte dann für begeisterten Szenenapplaus für das Droppen von Milla Vanilli und anderen wohlfeilen Popschreckschrauben und es zeichnete sich ab, dass ein Teil des Publikums die Musikauswahl weniger unter parodistischen Apekten, denn mehr im vollen Ernst für voll auf der Linie ihres Geschmacks befand. Bilal aka QWERTY QWERTZ brachte in 15 Minuten drei Funkperlen aus den früh-Achtigern unter und anschliessend zeigte das aus Stuttgart angereiste Datababe Grounzero aka FloW, zu was der Abend fähig war: krasse Breakbeats reihten sich an Noiseattacken und mutierte Popfetzen, -sicher eines der besten und umstrittensten Sets des Abends, denn neben den Plattentellern hatte sich eine Gruppe übelster Proleten angesiedelt, die nichts kapiert hatten und die Contestanten durch Zurufe wie "Desch isch kai Musik, des gäb I dem schriftlich! " oder "mach mal was Schönes" irritierten und die ironischen Musikzitate des Abends auf beunruhigende Weise missverstanden.
Irritainment in vollster und mehrfach getwisteter Blüte.
Danach grub Jiri in der Schmuckschatulle der 80er Jahre, Vincent lieferte ein straightes Set zwischen Deephouse und neuer deutscher Hörtechnoschule und Dirty Pokemon aka valerian aka ich mischte Iron Maiden auf Josh Wink und gab noch The Cure drauf. Matthis von Pathfinder Recordings brachte mit Breakbeat und happy hardcore-classics die Leute zum Tanzen und das Barpersonal zum Ohrenzuhalten. Zwischen jedem DJ holte Showmaster Aurelius in seinen Ludenklamotten inklusive Kreuz-Kette die Stimmung des Publikums ein und sorgte mit ein paar Bonmots für einen gelungenen Übergang zwischen den DJs. Pedro Caliente spielte größtenteils ein beklatschtes DrumandBass-Set und erst wieder Killerpoke sprang durch die Musikgeschichte zwischen Oldschool und HipHop. Bene droppte ein energetisches set, das aus den Hits der Beastie Boys bestand und Adrian kreuzte in den Gewässern zwischen 4tothefloor-Dub und technischem aber ruhigem House. Als letzter zauberte Paul aka Panama deftige Dancehalltracks auf die Decks bis das sichtlich und zurecht erschöpfte Thekenpersonal den letzten Gästen 20 nach 3 das Licht anmachte.
Ein schöner Abend, weil er uns alle auf wunderbare Weise stresste und die gängigen Partymuster und Erwartungen des Publikums durchbrach.
Witzig war vor allem zu sehen, wie die Wochenend-Rheinterrassen-Laufkundschaft irritiert den Kopf schüttelte, als im Viertelstunden-Takt die Stilrichtungen wechselten. Die zahlreiche Beteiligung und Enthusiasmus der verschiedenen DJs setzte Zeichen in Richtung Wiederholung des Ganzen. Ich denke, die Idee eines Music-Slams hat sich bewährt und werden wir schauen, in welchem Rahmen wir das mal wieder machen.

Dub'n Bass Party- DBA, Du lait, Mad B, The interruptor, MC Rydemflirt
4.5.02 Provitreff, Zürich
Eva (15.05.2002)
Am 4. diesen monats war es dann mal wieder soweit...eine der legendären dub'n'bass partys lud auch diesmal wieder zu nettem tanz (für nur 10 franken! wow!)ein. legendär daher, dass unzählige gerüchte mir schon zu ohren kamen, die alle bestätigten, dass diese party-reihe richtig genial sei....bzgl. location, atmosphäre, preise und natürlich dem sound...von daher war es nun wirklich einmal an der zeit dem "quell" der gerüchteküche auf den grund zu gehen.
nach anfänglicher befürchtung man würde aus platzmangel nicht mehr reinkommen, eröffnete sich uns dann doch ganz schnell ein recht voller club....wahrscheinlich hat auch die fülle ihren anteil dazu beigetragen, dass die atmosphäre sehr relaxt war... sehr gemütliche sofas,sowie ein tischfußballständer?(sind die nicht mittlerweile schon ein must in zh??) und nicht zu vergessen:die interessante getränkeliste (coki,alpnerli etc.) luden von anfang an stark zum verweilen ein!! doch da wir ja auch zum glück noch ohren besitzen konnte man den straighten sound kaum überhören. im raum nebenan wurde man von einer tanzwütigen menge schier erschlagen (naja...so schlimm war es dann doch auch nicht!!). aber dies war wirklich kein wunder denn die zwei ,naja, eher fies und sehr verrucht (im pos. sinne) aussehenden dj's (Mad B und Du Lait)spielten ein hammerbrett nach dem anderen.und völlig mitgerissen begaben wir uns dann auch endlich in die menge!.. fast den ganzen abend hörte man die guten "tanz-garantierten-tracks". wurde es einem dann doch zuviel,gab es die lukrative möglichkeit sich an die ufer der limmat zu setzen und zu entspannen...dann kurz vor schluß (unserem schluß!!) kesselte die begeisterung der tanzenden headz in shy fx's shake your body,die menge war wirklich am toben und jung&alt (2 damen kurz vor der pension)gaben nochmal alles.
was mich etwas störte war die geringe lautstärke und die akkustik, aber das ist wohl eher sehr subjektiv und trübt meinen guten eindruck nicht im gerinsten, denn summa sumarum war es eine absolut gelungene party. die gerüchte haben sich positiv bestätig,.und wie in dem bericht wohl leicht zu erkennen ist, kann ich nur weiterempfehlen diesem jetzigen, sowie den anderen "gerüchten" nachzugehen!!!bis zum nächsten mal im provitreff!

Miami Vice: Breakbeat Invasion 2002 mit SmashFX, Downpressor, Mish, Bengston, Be & See, DJ F, Valerian
Freitag 26.01.2002, UG Club, Zürich
Valerian (29.04.2002)

Die Protagonisten der schweizer Breakbeat-Szene, die den datababes wohlbekannten SmashFX, luden sich zu diesen Abend die besten NuSkool Breakbeat DJs der Schweiz in ihre monatliche Veranstaltung Miami Vice ein und ich fühlte mich durchaus geehrt, daran teilnehmen zu dürfen. Downpressor, -ein sympathischer junger DJ vom Züricher Breaks-Label Ritmic Records legte sauber vor und ich übernahm als zweiter DJ die gerade warmwerdenden Decks, -kämpfte ein wenig mit der mir fremden Akustik des UG und brachte in einem sich füllenden Club die ersten Leute mit einem eher miami-lastigen Set zum Schunkeln.
Nach mir spielte DJ F ein astreines Set und kündete an, wie hoch das mixtechnische Niveau des Abends liegen würde: saubere Übergänge, bassige Wellen zwischen gerade pumpenden und gebrochen abwartenden Rythmen. Später die anderen DJs, deren sets ich nicht mehr so ganz aufmerksam verfolgte, bis die SmashFX doch deutlich demonstrierten, wie weit sie es in den letzten Jahren gebracht haben: Perfektes Mixing, trippige Braintwister, knusprige beats bis zum gehtnichtmehr, -im UG sind Tony und Dani unschlagbar, was auch die mitgereisten Datababes und associates aus herbaler Trägheit weckte und auf die Tanzfläche brachte.
Was im Verlauf des Abends auffiel, war die doch große Ähnlichkeit der verschiedenen DJ-Sets, -es dominierte eine deeper, bassbetonter Groove, der zwischen den Polen Future Funk Squad und Marine Parade pendelte. Die Definition von Nu Skool scheint in der Schweiz eher von den Bässen, als von den Beats und deren mannigfaltige Variationen auszugehen. Kaum ein DJ des Abends brach zu einer Reise in bootybassigere, elektriodere oder gar breaks-betonte Länder auf.
Als originärer Drum and Bass-DJ mag mir das vielleicht stärker auffallen bzw. stellen Rythmen und Breakpattern einen stärkeren Einfluss und Fokus für mich dar, -doch geriet manchmal der Abend in einen Flow, wo ich mir dachte: Hey, jetzt könnten mal wieder ein paar echte fette Kracher kommen! Ich war dann doch ein wenig überrascht, dass die Facetten von Breakbeats an diesem Abend recht enghorizontisch ausgelotet wurden, was ich nicht unbedingt negativ zu sehen will: vielmehr demonstriert es die Stärke und Evolution der schweizer Breakbeat-Szene, die mir ausKonstanz betrachtet, wesentlich einflussreicher als die deutsche Szene zu sein scheint. Das zeigen auch die wirklich coolen Tracks des Ritmic Labels, welches von Bengston und Downpressor präsentiert wurde.
Die Stunden vergingen im Fluge und diverse Konstanzer Autos machten sich bei einsetzender Morgendämmerung wieder auf den Rückweg. Ein schöner Abend und ein netter kleiner Austausch zwischen Datababes und den SmashFX.


1 Jahr BASSLASTIC - Mellokat (subversion) & Valerian (Element Club, KA)
19.04.02 Konstanz, Kulturladen
magensaeure (25.04.2002)

























Die Geburtstagsparty fiel entsprechend dem bisherigen Erfolg der etablierten Drum`n Bass Veranstaltung aus: Großartig!
Nachdem die Basslastic vergangenes Jahr ihren Einstand im Contrast gab, entschlossen Valerian und Mellokat sich im September 01, einfach eine Tür weiter zu ziehen und spätestens ab da wuchsen Publikum und Begeisterung stetig. Das gipfelte jetzt letztendlich in über 500 feiernden Headz. Versteht sich also quasi von selbst, dass es einmal mehr brodelte.
Die Dejots übertrafen sich mal wieder selbst, krönten sich zu den Kaisern von Drum'nB-Asien, und erkoren Konstanz zur Hochburg und ersten Adresse für diesen Sound in Süddeutschland. Ein absolutes Hammerbrett war erneut die Giana Brothers, die gegen Ende jeden noch mal zwang, letzte Kräfte zu mobilisieren. Dieser krass metallenen Platte gebührt Headbanging, Luftgitarren-posing und Hardstepping gleichzeitig. Auch die Oldschool Fraktion kam mit Luna C auf ihre Kosten. Dazu tat Mellokats Ravefanfaren-Hupe ihr übriges. Während sich die Zussammenstellung von Mellokats Set als vocal-lastig und smooth ineinandergreifend erwies, konterte Valerian mit eher technoiden Platten wie Cause 4 Concerns "Eurotrash" und Shroombabs "Rolling Thunder".
Das ergab eine ausgewogene Mischung, die es schaffte, daß es einem jedes Mal, wenn man sich grade ein Bier holte oder anfing ein Schwätzchen zu halten, wieder in den Beinen juckte und man gierig auf die Tanzfläche schielte. Da konnte auch ein dummerweise verhinderter MC Uncle Massiv den positiven Gesamteindruck nicht trüben, no way.
Ich bekenne mich zu Basslastic-Fanatismus, klar. Auf noch so ein Jahr. Oder mehr. Bleibt zu wünschen, dass die beiden DJ's ihr Studium in die Länge ziehen, oder einfach trotzdem dem Konstanzer Publikum treu bleiben.


Sofa Surfers
18.04.02 Konstanz, Kulturladen
magensaeure (25.04.2002)

Von den Boxen ins Gehör, ins Hirn, in den Bauch, in die Mundwinkel und wieder zurück. Was die Wiener Sofa Surfers am Donnerstag abend einem gut gefüllten Kulturladen boten, war nicht von schlechten ihr-wisst-schon-was.
Ein schwitzender Grimassenschneider an den Drums plus Beats und Bass vom Laptop, die gute alte Gitarre und zwei MCs bildeten den Rahmen für einen schmackhaften Live-Act. Die Fusion von Elektronischem, Hip Hop, Breakbeats, Flächen, Rhymes klang mächtig. Wobei ein Teil dieser Macht zweifelsohne von den flashigen Projektionen ausging: Bilder bewegten unaufhörlich den gesamten Background: Gast MCs vom neuen "Encounters" -Album konnten zwar nicht mit Bühnen-, dafür aber mit Leinwandpräsenz auftrumpfen, und sogar ewig abgenudelte Bahnfahrt-Visuals kamen in Kombination mit dem größtenteils düsteren Sound direkt gut.
Generell dominierte die düstere und dreckige Seite der Sofa Surfers den Abend. Dubbiges, wie etwa "Sofa Rockers", das dank der KD Sessions anno 98 in aller Ohren war, wurde eher zur Verschnaufpause degradiert. Statt dessen zeigte das Quartett die Zähne und biß sich durch ein dunkel und böse anmutendes Programm, das es verstand, einen in seinen Bann zu ziehn. Tricky-esque würd ich den Sound zum Teil fast nennen. "Formula" etwa klingt, als wäre es direkt von dessen glorreichen Maxinquaye Album entlaufen. Für ein Konzert war es eindeutig die richtige Entscheidung, den kraftvollen und verqueren Stücken den Vorzug zu geben.
Wer genau den Abend nach der Zugabe dann noch abgerundet hat, weiß ich nicht. Aber bis auf ein paar Fehlgriffe in doch zu housige Gefilde waren die Garage/ 2Step und Nu Breaks Scheibchen von DJ "Namen vergessen oder nie gewusst?" noch durchaus hör- und tanzbar.
Mal wieder ein gutes Konzert. Keins das einem einen feuchten Schimmer auf die Netzhaut zaubert wenn man sich daran erinnert, aber vielleicht doch eins, an das man hin und wieder zurückdenkt.


godspeed you black emperor! support: Hannah Marcus
11.04.02 Schorndorf, Manufaktur
skyeyeliner (19.04.2002)

Überwältigende Momente haben ja die Eigenart, sich sehr alltäglich anzubahnen. So auch am Donnerstagabend, das vertrackte Parkplatzproblem ließ mich durch halb Schorndorf kurven, denn die Godspeed-Fans kamen in Scharen und dementsprechend war es um die Parkplätze bestellt. Ich kam gerade rechtzeitig zum Beginn der "Show" von Hannah Marcus. Die sang 4- 5 Songs, begleitete sich selbst wahlweise auf der Gitarre oder auf einer Orgel. Was ich da so mit einem Ohr vernahm, war ganz nett, schöne Hintergrundsmusik, um sich eine Cola zu bestellen, das Publikum auf vielleicht bekannte Gesichter zu sondieren und den Merchandise-Stand zu plündern. Hannah Marcus machte eigentlich alles richtig, spielte weder zu lange, noch zu intensiv. "A place in my heart where it´s always evening" hieß ihr letzter Song, bevor sie von der Bühne verschwand. Was dann kam kann ich nur versuchen in Worte zu fassen. Während Godspeed you black emperor! (9 Leute!) auf die Bühne kamen, um ihre Instrumente zu stimmen, lief schon der 1. Film auf der Riesenleinwand im Bühnenhintergrund. Minutenlang sah man eine schwarze Leinwand auf der das Wort hope in einer Endlosschleife dekonstruiert und wieder zusammengesetzt wurde. Dieses eine Wort sollte den ganzen Abend über die einzige Textbotschaft bleiben, die Band selbst hüllte sich in Schweigen, um einzig und allein die Musik sprechen zu lassen (was weder arrogant noch sonst wie unangebracht wirkte - man kennt das ja schon von den Platten). Zum Beginn des ersten "Songs" änderten die Bilder sich dann. Verfallene Gebäude, Eisenbahngleise, graue Betonschluchten -Industriefunktionalismus at it´s best. Trostlos wäre das falsche Wort für die Wirkung der Bilder, melancholisch wird der Sache wohl eher gerecht, vor allem wenn man an die Kopplung mit der Musik Godspeeds in den ersten Minuten denkt. Nach ca. 20 Minuten näherte sich das Konzert bereits seinem ersten Höhepunkt, die Musik wurde schneller, intensiver, steigerte sich minutenlang, baute sich vor dem Publikum auf, wie ein Traum von einer neuen Welt, um sich schließlich, begleitet von imposanten Bildern (diesmal Großstadtansichten ) in einem spirituellen Höhepunkt zu entladen. Das hört sich jetzt natürlich nach ganz großem Unsinn an. Aber so war es, ich schwöre bei Leib und Leben. Das war ein neuer Anfang! Die zeremonielle Bestattung der Rockmusik und ihr gleichzeitiger Neubeginn. Wäre 2001 in eben diesem Jahr gedreht worden, die Szene der kosmischen Wiedergeburt wäre mit Godspeed unterlegt worden, keine Frage. Auch der weitere Verlauf des Konzertes bewegte sich zwischen Im- und Explosion, zwischen Zusammen- und Aufbruch, die Musik war auf die Sekunde genau arrangiert, zu sehen an den Filmen, die exakt zur Musik geschnitten waren ( was, für alle Nichtkundigen sei es an dieser Stelle erklärt, eine unglaubliche Leistung darstellt, da Godspeed-Stücke live z.T. noch wesentlich länger sind, als auf Platte [meist zwischen 40 und 60 Minuten]). Nach 2,5 Stunden war vorerst Schluss, die Band verließ die Bühne, lautlos wie sie gekommen war, spielte dann noch eine Zugabe, die all das intensivierte, was zuvor geschehen war, die nochmals aufzeigte, wie Godspeed versuchen die Musik zu einem Nullpunkt zu bringen, von dem ein neuer Anfang möglich ist, wie sie nach neuen Formen suchen, um diese in alten Mitteln zu finden und den Aufstand zu proben.


TREIBGUT 2- break.gebeat- Soleglo Inc. , DJ Jonas Ritter
12.04.2002 Rheinterrasse Konstanz
magensaeure (16.04.2002)
















 

" L..k f..t, abartig. Dermaßen a...h-g..l" - Es kostet mich jetzt schon Überwindung, nicht mit (gutgemeinten!) Kraftwörtern um mich zu werfen, wenn ich den Abend so Revue passieren lasse. Aber der Reihe nach:
Während sich die Rheinterrasse zwischen 11 und halb 12 nach und nach füllte stimmte Ex -Templer Jonas Ritter mit anfangs leichteren Sounds das Publikum ein, um dann nach Mitternacht, -als die runde Räumlichkeit schon aus allen Nähten platzte, mit treibendem Drum' n Bass den Teppich für Christian Jetter aka KillerPOKE auszurollen. Der zweite Part der Soleglo Inc., Bilal Yetiskin, musste seinen Live-Act aufgrund technischer Probleme leider abblasen, so dass Ur-Babe KillerPOKE ohne große Umschweife sein Mp3 Set von der Leine ließ.
Und das war, milde ausgedrückt, der Hammer. Auch wenn das Publikum eher zögerlich in Bewegung kam, -was vielleicht auch irgendwie mit der massiven Enge zusammenhing, gabs zumindest für mich recht schnell kein Halten mehr. Die volle Palette an Oldschoolhymnen die Mitte der 90er mein Erweckungserlebnis in Sachen Breakbeats darstellten. Nostalgisch anmutende Ravefanfaren, hochgepitchte Vocals/Samples satt, komplexe Breaks, shreddrig-schnelle Drums, jungalistische Shout-outs: KillerPOKE verwandelte seinen PC in eine regelrechte Zeitmaschine. Und wie gut die alte Zeit doch tatsächlich war dokumentieren Tracks wie das unübertroffene "4am" von Orca (kann man Musik heiraten?), Luna C's "Edge Of Madness", selbst Leila K's "Open Sesame" kam erstaunlich gut. Nicht daß man eine Wahl gehabt hätte nicht zu feiern. Das Publikum zeigte sich dementsprechend dankbar und vor allem ausdauernd. Als schätzungsweise gegen 3 Jonas Ritter wieder die Decks bemühte waren etliche noch nicht müde ihrer Begeisterung freien Lauf zu lassen und manche Tanzbeine kamen erst in Bewegung.
Das war zweifellos mit das Fetteste was mir in Konstanz bis jetzt musikalisch aufs Brot geschmiert wurde. Tausend und ein Danke.
Zur Party/ Oldschool vs Nu School gibt's nen Thread im Forum; für die die's verpasst haben oder nicht genug davon kriegen können steht das komplette Set von KillerPOKE als Download zur Verfügung.

FABIO (Creative Source UK), Mellokat, P.Razed, Lynx. Visuals:Renegadez
31.03.2002, Metro Friedrichshafen, Partypicts auf www.subversion.de
Lars Lehmann (05.04.2002)

Als wir um ca. 22.30 Uhr im Metro ankamen, war der Club zu meiner Überraschung noch ziemlich leer. Da der Beginn der Veranstaltung auf dem Flyer auf 21.00 Uhr angesetzt war, waren wir davon ausgegangen, schon zu solch früher Stunde in den Genuss des Konzertacts Bauchklang zu kommen. Statt dessen begrüßten uns die relaxten Klänge der Rollerball Djs' Lynx und P-Razed, welche die Anwesenden durch ihr anfänglich noch smoothe, später jedoch immer treibendere Trackwahl auf die bevorstehende Partynacht einstimmten. Im Anschluss daran war Geburtstagskind Mellokat an der Reihe, die inzwischen immer zahlreicheren Besucher zum Tanzen zu bringen. Sein Auftritt wurde jedoch schon nach kurzer Dauer beendet, weil nun endlich genügend Leute da waren, um Bauchklang auf die Bühne zu schicken.
Die Wiener überzeugten durch ihre eigenständige Interpretation von Beatbox-Musik und sorgten für einen prall gefüllten Dancefloor. Zu hören waren neben Hip-Hop-Kompositionen auch vereinzelte Techno-Beats, zu denen das Publikum lautstark feierte und eine ca. 15-minütige Zugabe forderte, bei der Bauchklang den bevorstehenden Auftritt des englischen Gastes stimmgewaltig ankündigte.
Nachdem dann Mellokat noch einmal hinter die Decks stieg, um den Leuten mit seinem stark vocallastigen Sound einzuheizen (unter anderem der "Fire 2001 Rmx" und ein Withney Houston Bootleg) startete Fabio sein Set in gewohnter Manier mit einem housigen Roller, der sogleich für eine entspannte Feierathmosphäre sorgte. Inzwischen hatte sich der große Dancefloor des Metro auf ein angenehmes Niveau gefüllt, das genug Raum zum Tanzen bot.
Wer den Platz an der Bar vorzog, konnte sich unter anderem an einem enthusiastisch jubelnden Tänzer erfreuen, der sich offenbar der farbenfrohen Welt eines Chemielabors bedient hatte und nun, hoch oben auf einem Boxenturm thronend, alles gab um die Menge zu animieren. Interessant anzusehen waren auch die computergerenderten Videoprojektionen der Renegadez direkt hinter dem Dj-Pult, die eigentlich viel zu selten auf Parties in der Region zu erblicken sind.
Selbst die Gäste, bei denen die schnellen Beats anfangs für Irritation gesorgt hatten, waren angesichts Fabios "Gute-Laune-Sounds" vermehrt auf der Tanzfläche anzutreffen.
Als der Dj schließlich Shy Fxs' neue, chartstaugliche Hitproduktion "Shake ur Body" im Digital&Spirit Remix anlaufen lies, wurde dies von der Menge mit lautem Jubeln quittiert und erntete prompt einen der wenigen Rewinds dieses Abends. Wirklich harte Tracks oder Amengewitter blieben fast gänzlich aus, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Vielmehr vermochte es Fabio durch eine Vielzahl an teilweise noch ungehörten Dubplates und neuen Releases, die sich nahezu alle durch den hohen Funk-, Soul-, oder gar Sambaeinfluss auszeichneten, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. An diesem Abend war eben nicht "Prügeln" angesagt, was vor allem bei den Ladies und Nicht-Junglists großen Anklang fand. Statt dessen legte der unglaublich routiniert-wirkende Fabio eine Deepness an den Tag, die viele der einschlägigen Top-Djs' im D'n'B-Biz schmerzlich vermissen lassen. Nach Fabios ca. 2-stündigem Set versorgten nun noch einmal die Rollerball-Dj's die noch Verbliebenen mit Hits wie "Bodyrock" oder "Dogs on the Moon" und ließen einen wirklich schönen Abend angemessen ausklingen.
Man kann dem guten Fabio letztlich eigentlich nur den Vorwurf machen, dass wir nach lustiger Autofahrt teilweise mit Blasen(!) an den Füssen zu Hause ankamen. Deshalb das kurze Fazit dieser wirklich gelungenen Clubnacht:
Gelegentliche Bookings dieser Größenordnung werden für die Zukunft heiß erwartet!!!


Basslastic - Tuff G, J MC (Atomic Cafe München), Valerian + Mellokat
15.03.02 - Kulturladen Konstanz
Eva (26.03.2002)

Als wir um 1/2:11 das kula stürmten (ja,ja..eigentlich viel zu früh) sah es gästemäßig noch nicht so rosig aus wie bei der letzten basslastic. Doch da sah man schnell drüber hinweg, denn der sound erfüllte unsere herzen schon mal mit freude..! So nach und nach füllte sich dann auch das kula mit vielen bekannten gesichtern! (wer nícht alles so kommt?!)...während mellokat ein schönes set lieferte, juckte&zuckte es wohl immer mehr leuten in den beinen. Es dauerte nicht lang und die kleine tanzfläche des kulas war voll...irgendwann wird dann wohl auch HOFFENTLICH jedem aufgefallen sein, dass diesmal was anders war..hm?? yip, ein MC (J.MC) war da...und zwar ein richtig guter meines erachtens, nicht so eine dauerlaberer wie ähm z:B: soultrain!!....der abend schritt voran, und man hörte nette klänge von Tuff G, dem special guest aus dem atomic in münchen...sein sound war etwas gedämpfter..aber trotdem nice&smoothig...danach war es an valerian die crowd bei laune zu halten... was auch gut gelang..v.a. mit der fetten metalheadzscheibe oder der giana brothers (das gitarrenintro!!!) war die stimmung dann wohl am höhepunkt...so um 3 (gerockt wurde noch bis 4) waren meine füße dann wohl endgültig am streiken...und es ging müde aber glücklich heimwärts....
alles in allem war es mal wieder ein gelungener abend, nee eher ein gelungenes event (der ausdruck event wird wohl immer passender...denn die basslastic-jungs haben's geschafft d'n'bass in Konstanz salonfähig zu machen)..und auch die leute waren diesmal richtig nice (kein gedränge& gerempel).. also man kann wohl sagen was man will, aber wer zum nächsten "event" (oh ist ja sogar 1-jähriges!!!) nicht kommt, naja...der, tja der bekommt das non-plus-ultra wohl nie zu hören!!


The (international) Noise Conspiracy, Yvonne, Six by Seven
15.03.02 Substage Karlsruhe
Aurelius (23.03.2002)

"Gott im Himmel" sprach Sänger Dennis Lyxzen und bei Gott hat das gerockt. Der Schweiss troff von der Decke und ein Publikum ausser Rand und Band feierte die Verschwörung. Ich muss wirklich lange überlegen, wann ich das letzte Mal von so viel geballter Power auf einer Bühne getroffen wurde.
Frontmann Dennis Lyxzen ist der geborene Rock and Roll-Performer, der seine Show ohne Peinlichkeiten und Platitüden durchzieht und dabei die Höschen junger und wohl auch gereifterer Frauen feucht werden lässt... Die anderen Verschwörungsmitglieder stehen ihm in Punkto Bewegung in nichts nach. Da steht eine geschlossene Einheit vor dem Zuhörer und fegt ihn weg.
Die aktuelle CD erscheint nach dem Konzert wie ein fader Nachgeschmack, -weichgezeichnet und gefiltert.
Dennoch ist die CD sehr empfehlenswert, aber nach dem Genuss eines Liveauftritts schwächt sich der Hörgenuss beträchtlich ab. Rock and Roll is back and the sonic youth is rockin again. Es war ein Haufen MTV-Kids anwesend, so dass ich glaube, uns allen steht ein dickes Rockrevival bevor.
So rock and rollig wie International Noise Conspiracy daherkommen, soviel Attitüde bringen Sie auch mit. Frontmann Dennis Lyxzen schafft es, seine antiglobalisierungs- und antikapitalistischen Messages ohne Pathos und Krampf an die jungen Menschen dieser Tage zu vermitteln. Normalerweise habe ich so meine Probleme, wenn erfolgreiche Bands und Künstler ihre Rebellion mediengerecht pflegen, aber in diesem Fall war es schlicht und einfach glaubwürdig. Einzig und allein der Eintrittspreis läuft dem zuwider: 16 Euro für die Revolution auszugeben, na ja. Auf jeden Fall sind the international noise conspiracy zur Zeit wohl die beste Alternative zu glattgebügeltem überproduzierten chart-kompatiblen Rock, auch wenn sie sich gerade in den Hitlisten tummeln.
Ich für meinen Teil liebe diese Band und nehme das Konzert in meine persönliche Top Ten der besten Konzerte ever auf.
In diesem Sinne: Röck and Röll.
Die Furcht des Besuchers vor der Vorband- ich glaube das Gefühl kennt jeder: Ich warte auf "meine" Band und muss vorher schreckliches Gedudel ertragen. An diesem Abend traf das glücklicherweise nicht zu. Six by Seven eröffneten den Abend mit krachigem Breitwandgitarrenrock. War in Ordnung, aber nicht mein Style. Nur eines stößt bei mir auf Unverständnis: Warum müssen Bands deutschen Ursprungs ihre Ansagen auf Englisch machen, vor allem dann, wenn das Publikum der deutschen Sprache mächtig ist ? Sachdienliche Hinweise nehme ich gerne entgegen. Last but not Least: Yvonne. Ebenfalls ein schwedischer Export, der sehr stilistisch sicher daherkommt: Joy Division und Alien Sex Fiend sind hier prägend gewesen, es rockt schon, aber mir sind die Achtziger in dieser Musik zu präsent. Unverständlich war mir die Reserviertheit des Publikums, die Musik erzeugte wohl bei den meisten Zuhörern wenig Resonanz, da schnitten Six by Seven wesentlich besser ab.
Alles in allem ein fetter Abend im Zeichen des wiederbelebten Rock and Roll. Wir harren der Dinge, die da kommen mögen.


Treibgut - Elektro.gebeat - skitara & A-lectric
8.03.2002 Rheinterrasse, Konstanz
Aurelius (23.03.2002)

Well, well- mit grosser Spannung erwartete ich den Abend. Freitags auf der Rheinterasse, das erste Mal, Premierenfieber in doppelter Hinsicht, schliesslich war es nicht nur ein Veranstaltungsdebut, sondern auch eine DJ-Premiere (A-lektrik).
Musikalisch wurden an diesem Abend alle Sparten und Spielarten des Elektro gewürdigt. Ruhige und versöhnliche Stücke leiteten den Abend ein, was auch dem "Publikumsfüllstand" des frühen Abends entsprach. skitara und a-lektrik packten ihre minimal elektronic-Schätze aus und umschmeichelten uns mit wirklich schönen Melodien und lockeren beats. Die Rheinterasse füllte sich nach und nach während skitara den Pegel der Elektronizität immer höher fuhr, bis sie mit Northern Lites "ways ain´t working" den "Tanzdurchbruch" schaffte, den A-lektrik dann mit ihrem etwas technoiderem Elektro fortsetzte. Von da an hatten die beiden leichtes Spiel und lieferten ein abwechslungsreiches Set ab: -von poppigen, darken, treibenden und technoiden Elementen war so ziemlich alles dabei, was Elektro so zu bieten hat.
Ein besonderes Lob gebührt A-lectric, die mutig ihr erstes Set gestaltete und auch wenn der eine oder andere Mix nicht gelang, trotzdem eine bezaubernde Arbeit ablieferte. Die Tatsache, dass erst um halb vier Schluss war, spricht für die beiden Grazien. Ich denke, dass sich hier ein homogenes DJ-Duo gefunden hat, dass noch einiges vor hat. Nicht zu vergessen ist das spontane Gastspiel von Jiri (Heckengäu, Feiern-Crew), der ein Juwel in die Krone des Abends setzte und die beiden schwer arbeitenden Damen und den tanzwilligen Kern des Publikums zu vorgerückter Stunde in Verzückung versetzte. Well, well ein schöner und gelungener Auftakt unserer TREIBGUT-Reihe. Ich hoffe, dass es so weitergeht, wenn sich die Babes Jonas, Jetter und Yetiskin in das Licht der Öffentlichkeit wagen. Gespannt erwarten wir die Darbietung und Euch am 12. April auf der Rheinterrasse.


Basslastic - Valerian (datababes.de/Element, Karlsruhe) + Mellokat (subversion rec./belowzero/ RV)
15.02.02 - Kulturladen Konstanz
Valerian (22.02.2002)

Die Reviewschreiber sind gerade im Urlaub, daher nur ein paar Stichworte vom Veranstalter selber:

- Besucherrekord !!! (445)
- Beste Stimmung ever (TGM ausgenommen); super Publikum, das in Einzelfällen noch tanzte als die Musik schon aus war

- Härterer Sound diesmal, was sich gut mit dem Üblichen, - Vokal-Sound und Junglehymnden, ergänzt hat
- Rewinds des Abends: "Brainstorm"-Sketch&Code (neue Emotif) und Aphrodites "Bomber" von 1995, (Mello: ergänze!)
- Ab 22 Uhr schon Leute da, Tanzen ab 23 Uhr, NuBreaks und BootyBass kamen gut an und haben wohl auch irritiert
- Wow und Danke!

Nächstes Mal mit MC und DJ aus dem bekannten Münchner Atomic Cafe...wir sind gespannt.

BILDER von dieser Basslastic gibts auf www.basslastic.de zu sehen


Transmediale- Antonelli Electric, The Modernist, T.raumschmiere, u.a.
08.02.02- E-Werk, Berlin
magensaeure (18.02.2002)

Ich wollte schon aufgeben. Nach einer rund 90 minütigen S- und U-Bahn Odyssee durch halb Berlin, stand sich vor dem E-Werk eine rund 100 Mann starke Schlange im Regen die Beine in den Bauch. Nach weiteren 45 min., -ich war noch ungefähr einen Meter vom begehrten Einlass entfernt und ziemlich nass, schicken die Türsteher uns mit den Worten "Nur noch mit Stempel" nach Hause. Fantastisch. Komischerweise regte sich aber keiner aus der inzwischen echt aufgebrachten Menge und nach nochmal einer viertel Stunde, - so gegen 2 Uhr, durfte dann auch ich ENDLICH rein. Die Beharrlichkeit und die Torturen im Vorfeld sollten aber schnell entlohnt werden. Antonelli Electr. hatte gerade begonnen, -es war wesentlich voller als noch zwei Tage zuvor beim Institut für Feinmototrik, als sich lediglich kleine Grüppchen tummelten, und auf der Tanzfläche drängten sich die Leute und jubelten bereits. Die Visuals (Fahrten durch U-Bahnhöfe, Sprayer in Tunnels, abwechselnd mit abgefahrenen Grafiken) ergänzten sich perfekt mit dem treibenden, sich immer wieder steigernden Sound, so dass man sich der euphorischen Stimmung im Raum kaum entziehen konnte. Antonellis clickender Techno (bitte mit weichem ch lesen, also nicht Tekno!) hielt sich klein, nur um in ewigen Sequenzen wieder anzuschwellen, bis die begeisterten Hörer auf dem Höhepunkt die Hände in die Luft warfen, um danach mit aller Kraft zu tanzen. Ob minimal oder mächtig, der geniale Sound liess einen nicht mehr los und hatte man sich einmal darauf eingelassen, klebte man verloren auf der Tanzfläche. Die Zusammenstellung von Antonelli Electric, The Modernist, und T.raumschmiere passte perfekt,-manchmal leichter, manchmal richtig streng, folgte die Musik trotzdem einem Muster ohne langweilig zu werden. Fast beängstigend, wie das Publikum seinen Gurus ergeben war, aber hier hat einfach alles gestimmt! Der Abend endete schliesslich damit, dass ich um halb zehn am S-Bahnhof Biesdorf (wo auch immer) aufgewacht bin und vermutlich ein ziemlich dämliches Grinsen auf dem Gesicht hatte...


Transmediale- Institut für Feinmototrik (Staubgold), u.a.
06.02.02- E-Werk, Berlin
magensaeure (18.02.2002)

Es war mein erster Tag in Berlin und ich war erst wenige Stunden zuvor angekommen. Ich betrat das E-Werk spät und ich verliess es schon bald darauf wieder. Aber danach war für kurze Zeit alles anders. An diesem Mittwoch Abend, wie auch an den darrauffolgenden während der Transmediale, war eine ausführliches Line Up an elektronischem Allerlei geboten. Ich kam also in diesen riesigen hohen Raum, irgendwo in der Mitte standen drei Männer (ich müsste mutmassen wer es war) gebeugt über einem Wirrwarr aus Kabeln und Reglern und kitzelten trockene Töne raus. Pure Elektronik, karg - aber gut. Erstmal umschauen. Vier riesige Leinwände an drei Wänden mit geloopten Projektionen, ein paar Fernsehgeräte an den Wänden hängend, alles sehr geometrisch eingerichtet, eine enge Wendeltreppe zu einer Empore mit weissen Ledersitzkissen, in einem etwas abgelegenen Hinterraum eine Art riesige Matratze, wiederum eine Leinwand, spärliche Beleuchtung. Eine Installation, die das Interesse des Publikums weckte, bestehend aus einem Fernseher mit versteckter Kamera, die zeitverzögert alles, was sich vor dem Monitor abspielte wie durch ein Nachtsichtgerät auf dem Bildschirm wiedergab. Ich könnte mir kaum einen besseren Raum als das kalte E-Werk für ein solches Szenario vorstellen. Und dann... Etwas verwundert hatte ich schon zu Beginn den am Rand aufgebauten Tisch mit 7 seltsam umgebauten Plattenspielern zur Kenntnis genommen. Als sich das Institut für Feinmotorik schliesslich darüber hermachte, scharten sich die Leute neugierig darum. Das 4 köpfige Institut (übrigens bei Staubgold) produzierte in einer atemberaubenden Live Performance Sound mit sieben Plattenspielern und nicht einem Milligramm Vinyl. Wie das geht? Auf die Plattenteller in verschiedenen Abständen aufgeklebte, hochragende Papierstücke, die an die Nadel stossen, mit Klebeband befestigte CDs mit eingeritzten Rillen, ein gespanntes Gummiband das durch den Anschlag der Nadel vibriert. Durch minimale Veränderungen in der Anordnung dieser Werkzeuge wurden ständig neue Beats und Geräusche produziert, immer genau dann wenn man anfing eine Form oder eine Ordnung zu erkennen, wurde nur ein Klebestreifen oder etwas ähnliches versetzt und alles klang ganz neu. Das machte es zu einer spannenden und abendfüllenden Aufgabe, wenigstens zu versuchen festzustellen, welcher deformierte Plattenspieler gerade welchen Sound erzeugte. Turntablism in Reinstform, Musik zum Mitdenken und mehr. Das Auge hört mit. Wohl der beeindruckendste Elektronik Live Act meiner kurzen Karriere.


Reclaim the Beats - Mellokat & Valerian (Basslastic/Belowzero/Element, KA)
09.02.2002 - Douala Ravensburg
Pedro (14.02.20021)

Leider ist es erst ein paar Jahre her, dass mich elektronische Musik so richtig in den Bann zog und so brachte diese "Ungnade der späten Berufung" (s. KillerPokes "Ungnade der späten Geburt" in Babes vs. Musik) mich um viele legendäre Parties, von denen einige wohl im Douala stattgefunden hatten. Auch mein Fahrer (Datababe Ground Zero) erzählte mir auf dem Hinweg mit glänzenden Augen die Geschichten über die "wilden Zeiten", die mitten im verschlafenen Oberschwaben herrschten.

Weit weniger MDMA-Glücks-induziert, aber dafür ziemlich schweisstreibend ging es dann bei der ersten Auflage der "Reclaim the Beats" zu, die als Auftakt einer neuen Drum and Bass-Partyreihe unter Schirmherrschaft von Mellokat, die goldenen Zeiten des Drum and Bass im Douala (so gegen 1997, als regelmässig Grössen wie Ed Rush, Kemistry und Storm im Douala die Wände wackeln liessen) wiederaufleben lassen will.

Bahnten sich am Anfang noch sanfte Wellen von relaxtem Drum and Bass ihren Weg durch die katakombenartigen Kellerräume, wurde der Sound gegen später immer treibender, was das Publikum mit einem stets vollen Dancefloor quittierte. Vor allem die Jungle-artigen Tracks a la Congo Natty wurden mit Begeisterung aufgenommen. Das erschien manchmal fast wie eine Hommage an die Anfänge der Jungle/ D&B- Zeiten. Aber auch neueste Stuecke, die technoider sind, waren dabei und so brachten die Jungs hinter den Decks Generationen von Stilen zusammen, was aber dennoch niemals zusammengestückelt erschien.

Neben der Musik war mit PlayStations und dem coolsten Barmann Süddeutschlands einiges geboten (ich habe wirklich nur selten jemanden so Lässigen hinter der Theke gesehen).

Wir hatten die Beats zurückgefordert und wir haben sie bekommen !


Basslastic - LEVI (Mute/Less, Zürich), Mellokat, Valerian (Bilder auf www.basslastic.de)
18.01.02, Kulturladen Konstanz
magensaeure (24.01.2002)

Bassfetischisten und Hochleistungstänzer dürften am vergangenen Freitag ihren Pulsschlag und ihre Trommelfelle mit Freuden belastet haben. Die Lokalmatadoren Valerian und Mellokat luden sich zu ihrer vierten Basslastic im Kula die reizende Levi vom Mute Kollektiv (ZH) an die Decks, um gemeinsam ihrem Publikum den Schweiss aus den Poren zu treiben.
Der Sound war dieses Mal deutlich härter, was wohl zum Grossteil auf Levis Konto geht. Die Bässe bliesen einem ins Gesicht, die Magenwände erbebten, als Gast DJane Levi ein "Brett" ans andere reihte. Selbstredend legten sich Mellokat und Valerian dementsprechend ins Zeug und schöpften reichlich aus ihrem Repertoire: von den schwermetallenen Brechern, über die acid-getränkten Platten bis zu Jungle-Hymnen war alles vertreten. Genannt seien hier nur mal ein sehr geiles, wenn auch schon älteres Bassface Sascha Stück, und Congo Natty`s "Defending Souljah", dessen Lyrics "Fever- oh lord, it`s da jungalistic fever" im Ohr noch eine ganze Weile nachhallen. Zu mehr Name-Dropping befähigen mich meine Kenntnisse kaum.
Auf alle Fälle aber war das ganze musikalisch rund, - die darkeren Sachen, wie auch die locker-jungligen, gefielen. Das fast 800 Beine starke Publikum jedenfalls dankte es den Dreien mit einer durchgehend brechend vollen Tanzfläche und wahrscheinlich jeder Menge verbrannten Kalorien.
Wie stehts so schön im Basslastic Forum: " Ihr werdet langsam zum Clubbing Höhepunkt des Monats!" Meine Rede,- nur: für mich seid ihrs schon.


BLUMFELD
Dienstag 15.01.2002, Kulturladen Konstanz
palomo (24.01.2002)

Eine Review über ein BLUMFELD-Konzert zu schreiben ist eine heikle Gratwanderung. Auf der einen Seite lauert das tiefe Tal der Klugscheißerei, auf der anderen Seite auch.Vorweg an all die hammerharten Kameraden, die seit "Old Nobody" BLUMFELD des Schlagers bezichtigen:
BLUMFELD rocken.
"Mein System kennt keine Grenzen" ist der programmatische Auftakt eines wunderbaren Konzerts vor einem vollen Kulturladen. BLUMFELD spielen sich durch sämtliche vier Alben. Der Schwerpunkt liegt aber deutlich auf den Songs von "Old Nobody" und "Testament der Angst". Von Anfang an beeindruckt BLUMFELD als Band durch ihren enorm kompakten Sound, egal ob druckvoll, gefühlvoll oder volles Rohr. Und dazu passt die unverkrampfte Konzentration der Bandmitglieder. Insbesondere Jochen Distelmeyer, anfangs noch gelöst-albern aufgelegt, verzichtet nach einigen Pausenclownereien auf die so beliebten Dialoge mit dem Publikum oder die messerscharfen Politstatements. Statt dessen spielen sie Song um Song und sein
Körper singt. Nur einmal noch lassen sie die Stadion-Comedy-Sau raus und covern Van Halens "Jump" mit ihrem Roadie Olli am Mikro. Selbstbewusst und klar die Konzert-Dramaturgie. Das zwischen schärferen Gitarrenattacken und melodiöseren Arrangements gut ausbalancierte Set gewinnt im Konzertverlauf stetig an Intensität. Mit jedem Song erschließt sich der
BLUMFELD-Kosmos noch besser. "Nach "Diktatur der Angepassten" und dem fulminanten "So lebe ich" verlässt die Band für jeweils einen Augenblick die Bühne. Keine Zugaben-Hascherei, sondern klare Zäsuren nach deutlichen Aussagen.
Da lässt mich BLUMFELD mal kurz allein. Danke. Überhaupt kann man BLUMFELD nur für sich erleben. BLUMFELD erzeugen kein Wir-Gefühl, sondern werden in aller erster Linie vom ICH empfangen. BLUMFELD erzeugen kein Ja, genau so ist es, sondern ein Ja, genau so ist es bei mir. "Kann gut sein, dass ich mich täusche, so ist das jedenfalls bei mir" (Zitat BLUMFELD). Soweit mein bescheidener Beitrag zur früher attestierten Referenzhölle.
Aber zurück zum Konzert. Als erste echte Zugabe singt Jochen Distelmeyer bei "Tausend Tränen tief" wahrhaftig und schön. Wie seit Jahren veredeln BLUMFELD dann auch in Konstanz ihren "Verstärker", die zarte Melodie im Feedback-Inferno, mit "Love is in the Air" und Cole Porters "Every time we say goodbye...". Und ganz zum Schluss entlassen sie jeden von uns mit einer zärtlich abgespeckten Version von "Kommst Du mit in den Alltag".
So war das bei mir.


Brockiland-Besetzung , Zürich
Samstag 12.01.2002
Valerian (23.01.2002)

Diese Partyreview beginnt mit einer SMS, die ich Freitags aus Zürich bekam:
"22 Uhr pünktlich ! Wir besetzen für eine Nacht das Ex-Brockiland am Sihlquai. Weitersagen !"
- Klingt gut, dachte ich mir und traf mich mit Datababes-Zürich Korrespondentin Astix in Zürich. Schliesslich ist das Thema "Illegale Party" ja mit diesem tollen Nimbus behaftet, der köstlich nach Technoromantik, Underground und musikalischer Innovation riecht. "Illegale Party", -ein in Konstanz nie gehörtes Zauberwort und meine Erfahrungen damit beschränken sich auf Orte wie Berlin, London etc. und schon jener Informationsweg über SMS und die Verheissung auf Bullenstress machte neugierig auf die Party.
Das Brockiland am Sihlquai liegt an exponierter Stelle in der Nähe des Hauptbahnhofes an einer vielbefahrenen Strasse entlang der Limmat und als wir die Menschenmassen vor der Tür sahen, hielt ich es noch für unmöglich, einfach so in den Besitz fremder Leute reinzumarschieren und dort Party zu machen, ohne dass innerhalb der ersten Stunde die Polizei anrückt. Das Brockiland, -eine riesige leere Lagerhalle von den Ausmassen des neuen Rohstofflagers oder der Konstanzer Unisporthalle, war an diesem Abend eine pure, elemetare Partylocation: Eine Bar, ein paar Strahler, ein Soundsystem, ein Heizlüfter und Leute. Kein ausgefeiltes Clubkonzept mit Chill-Lounge und Recreation-Area, vibration dancefloor und streaming video. Keine VIP-Listen, Unisex-Toiletten und Designer-Sitzgelegenheiten.
Dafür aber gab es tollen Sound zwischen Tribalhouse und Minimal, der mich durchaus begeisterte. Es war unglaublich kalt und so scharte sich eine Traube von Frierenden um die Warmluft, die ein Düsengebläse tapfer in die Millionen von Litern Kaltluft des Brockilandes blies. Tanzen war da eine weitere gute Option, um ein wenig Wärme in die Gliedmassen zu bekommen und so bildete sich schnelle ein Halbkreis um das Soundsystem in dem allerlei interessante Leute in Mantel, Mütze, Handschuhen tanzten. Interessantes Publikum überhaupt: die typischen hübschen Hausbesetzer-goes-Zürichstyle-Mädels in Skijacken, Rotkäppchen-Mützen und gepflegten Dreads, langmantelige Model-Grazien, die üblichen Ausdruckstänzer und verspulten Drogenfreaks mit wirren Gesten und schmutzigen Hosen. Zwischendurch gingen wir in die Wohnung eines "Der-mit uns-dabei-war-Djs-dessen Namen ich aber wieder vergessen hatte" und wärmten uns bei einer kruden Mischung aus Forellenfilets, Schwarztee und köstlichen schweizer Pralinen auf und hörten alte Jungleplatten. Voller neuer Energie (was Wärme und Kalorien so ausmachen) gingen wir dann wieder auf die Party, um uns irgendwo zwischen Heizlüfter, Bar und alten Bekannten zu verlieren.
Die Polizei kam den ganzen Abend nicht, was angesichts der Nicht-Übersehbarkeit dieser Festivität verwunderlich ist und im Land mit dem grossen D sicher nicht so ohne weiteres möglich ist. Zürich erscheint mir als Provinzbewohner manchmal tatsächlich wie ein Party-Schlaraffenland: Illegale Party mit interessanter Musik, guten Leuten und direkt am Hauptbahnhof in einer Immobilie, die sicher Millionen Franken wert ist ? Kas problem !


Ocean Club - Smash FX 07.01.2002 
UG Zürich, Montag_31_Dezember 2001
al
SmashFX als äusserst tragfähige alternative zur illusion eines schicken jahreswechsels mit raclette_essen_im_freundeskreis_und_silvesterfeuerwerk_vom_balkon_anschauen_mit_fabersekt_und_sich_in
_"wir_haben_uns_alle_so_lieb"-manier_und_sentimental_frohes_neues_jahr_wünschen
bot sich dieses jahr das ug an mit dem all time favourites smash fx. ha! haben wir gerockt!!
Durch die gutgelaunte stadt geschlendert mit einzwei bierchen hierunddort und dann recht früh (23.00/31.12.01) ins ug abgewandert. Die roten samtkissen auf der empore mit st miguel und sanften hiphopesken beats von den in weissen anzügen gekleideten sfx herrschaften an den decks boten die perfekte jahresausklang-umgebung, -platz für revuepassieren-lassen der guten zeit, die wir in 2001 hatten. Das ug war mit pink-schwarzen dias an den wänden schick gekleidet und die spassigen ocean club pokemon-anims machten auch froh.
Mit schampusküssen um mitternacht gaben wir uns dem zauber des momentes hin, in den imaginären glockenschlag um null uhr des neuen jahres und synchron mit der glitter-konfettibombe mitten auf dem floor platzen die ersten fetten nubreaks und zogen ALLE in ihren bann: so satt habe ich noch nie gespürt, worum es in diesem neuen jahr gehen wird.
Bis fünf jagten die fettesten tracks einander, der floor kochte und die feiernden hatten diese yeah-lächeln in gesicht....feiste party.
thx an sfx und alle ug people, die mitgefeiert haben.

Urban Bass Line - Led Tampi, Finestyle, Impact, MC Direct, MC Fight 07.01.2002 
Rote Fabrik Freitag_28_Dezember 2001
al
Wenn man den Nachmittag mit Flugstunden auf dem Board verbringt und nicht so recht weiss, was man mit dem angefangenen Abend veranstalten soll, was liegt das näher als schmooscher dnb in der Roten Fabrik??
Der bitterkalte Wind blieb ausserhalb der Pelzmäntel und die hervorragende Kürbiscreme Mitternachtssuppe in der nett nach Kiff riechenden Lounge der Roten Fabrik wärmte und liess die Zehen vorfreudig wackeln.
Halb eins betraten wir die Halle, zwar noch recht leer, aber saubere dnb bässe, ein paar tanzenden girls und locker an der Theke platzierte Partygäste schufen ein entspanntes Ambiente. Mit dem ersten seltsamen Bier in der Hand und ferngesteuerten Wackelbewegungen mit dem Kopf fühlte sich das alles schon ziemlich gut an und führte recht schnell zu wildem Abtanzen auf dem sich füllenden Floor. Leider kann ich einzelne Interpreten und Kapellen nicht reproduzieren, ausser "ging richtig hart in die füsse" und JUST A VISION mit den süssen vocals.
Schwing-das-Bein und Marteena_style_abrocken...bis 04.00. von den angekündigten MCs war erst am schluss was zu hören, aber auch das war wirklich solide und original nutta style. Zürcher nächte!

TGM, Mo`Horizons, Sci, Mellokat
Fr. 21.12.01, Metro Club, Friedrichshafen
Valerian (04.01.2002)

Bei Schneeschauer, glatten Strassen und arktischer Kälte ist der Weg nach Friedrichshafen ein langer und mühseliger. Immo aus London verkürzte die Warterei auf die Fähre mit einem Sblivv und als wir endlich im Metro ankamen, erwartete uns ein noch ziemlich leerer und kalter Club. 2 Jahre Belowzero, die Drum and Bass Party Reihe der Veteranen Mellokat und Sci, hatte schon bessere Abende erlebt und es dauerte eine Weile, bis die grüppchenweise eintrudelnden Jungle-Fans die Tanzfläche bevölkerten. Mellokat wärmte gekonnt die Stimmung an und schien sich sichtlich hinter dem gemauerten DJ-Pult wohlzufühlen.
TGM aka The Greenman, der bei der November-Basslastic im Konstanzer Kula ganze Heerscharen zu begeistern wusste, balancierte sein Set fein aus: nach den ersten Killertracks aus eigener und befreundeter Produktion (Pathfinder-Star SSB saß kopfnickend in den Kinosesseln des kleinen floors) und den Hits des Albums "You decide", schwenkte TGM aka Heiner Kruse zu einer deutlich jungle- und damit crowdfreundlichen Selektion um und so hatte eine gute Weile die locker gefüllte Tanzfläche ihren Spass bis gegen 4 der Raum sich leerte.
Es hätten gerne 50 Leute mehr sein können, -die Luft schien dem Partyvolk jener Seeseite am Ende eines mit seltenen Höhepunkten durchzogenen Jahres im Metro (man erinnere Total Science, Jimi Tenor) ausgegangen zu sein. Auf dem großen Floor langweilten die doch-so-schöne-Platten-machenden Mo`Horizons mit belanglosen House- und Latingrooves, die in jeder Kneipe landauflandab genauso vorsichhin dudeln und mir persönlich den Ärgerpuls besonders hochtreiben: Ich kann diese relaxed soul grooves funky house-Scheisse echt überhaupt nicht ab.


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