zu den Reviews 2004

Ocker (live)
15.12.2003, Kulturladen, Konstanz
Torben (06.01.2004)

Ich liebe diese Art von Telefonanrufen: „Ja, hallo, ich bins. Du, pass auf, heute Abend spielt eine Band im Kulturladen - Ocker heißen die.“ – „Ocker? Komischer Name eigentlich“ – „Die machen so Pop-Rock-Zeug mit viel Vocoder und Keyboards und so – irgendwo zwischen Ladytron und den Pet Shop Boys aber mit mehr Rock.“ Mehr Information braucht es gar nicht, um mich, samt WG-Gästen, an einem Montag für die letzte cheap-monday-Veranstaltung des Jahres zu gewinnen. Wie leider so oft war der Kulturladen nur sehr mäßig gefüllt. Es ist zwar irgendwie ganz nett 2/3 der Anwesenden mit Vor- und Nachnamen zu kennen (Hallo laut.de!), so von wegen familiäre Szene & Vorweihnachtsstimmung, aber wenn dann insgesamt eben nur 25 Gäste zu zählen sind.... muss man sich eben ganz nach vorne stellen und auch nur nach vorne schauen. Der Trick heißt „Imaginationskraft“ und funktioniert von Zeit zu Zeit ganz gut. Den Hinweis, dass es sich wieder mal sehr gelohnt hätte zu kommen, spare ich mir mal. Auch die 4 Jungs aus Hamburg ließen sich durch das spärliche Publikum kaum beirren und spielten sich vergnügt durch ihre Debut-Platte 1234LOVE (gerade erschienen auf popup-records), die schöne Stücke und echte Hits enthält. Von den Texten mal gar nicht zu sprechen: „Wer trägt lieber Seide als Cord? / New York [...] Wer macht lieber Party als Sport? / New York / Banküberfälle sind besser als Mord / New York“ [aus „New York FM“]. So geht das mit dem Texten, Pop-Deutschland! Aber auch die zahlreichen Instrumentalstücke wussten zu überzeugen. Und Songtitel wie „Mazdas of Rock“, „Transporter“ oder „Nocturnal clubbing suite“ sprechen ihre ganz eigene lustige Lofi-electro-Sprache. Das hört sich dann an wie Zoot Woman in Adidas statt Prada. Oder wie die Bandversion von den Little computer people.
Singende Schlagzeuger sind generell nicht unbedingt großartig, der von Ocker schon. Wüsste ich seinen Namen, er würde euch an dieser Stelle fettgedruckt ins Auge springen. Da die Jungs in der Rock-Schule (nein! Nicht die aus HH) fleißig gelernt haben, so unleserlich wie möglich zu schreiben, kann ich also deren Namen nicht entziffern, obwohl sie alle auf der von mir nach dem Auftritt erworbenen CD stehen. Apropos CD: Liebes popup-Label. Wieso wird denn solche Musik nicht auf Vinyl gepresst? Das darf ja wohl nicht wahr sein!

Ansonsten war alle klasse! Besucht www.ocker.cc, wo ihr Hörproben aller Songs finden könnt und geht dann nicht über Los, sondern direkt zur Plattenhändlerin eures Vertrauens.


Datababes present Marten Hörger (Stamina Club, Boogie Army)
06.12.2003, Kulturladen, Konstanz
Mexico & killerPOKE (09.12.2003)
Ed Vance Palomo Palomo & Valerian Marten Hörger & Valerian Marten Hörger
Valerian, KRM, Marten Hörger, killerPOKE, Mexico Valerian, KRM, Marten Hörger, killerPOKE, Mexico & Shotta Paul

Thunder!

Beim Zeus, was war denn da los??? … Blitz und Donner!!! - ... Rolling Thunder!!! Thunder!!!

Wenn es eine treffende Beschreibung für die letzte Party im Kula gibt, dann „thunder“!!! Datababes present: Marten Hörger war wie die erste Party (Datababes present: Paul Khan - siehe unten) ein richtiger Kracher. Schon in den ersten Augenblicken war klar, dass sich hier heute verdammt viele Jungs und Mädels zusammengerottet haben, denen der sound super reinläuft und die alle gemeinsam das Haus rocken wollen!!! Big up an alle bootyshaker! Die musikalische Vorhut bildete dieses mal Ed Vance und Palomo, die beide mit einem gelungenen Set zwischen House, Elektro und Nuskool das „Fußvolk“ zum ersten Schwitzen brachten. Auch Valerian ließ es sich dann nicht nehmen, die Partyjünger mit 1A Plattenmaterial zu versorgen und den spürbaren Party-bzw. Extase-Hunger der Crowd zu stillen. Beim Mainact Marten Hörger wurde dann sofort klar, dass hier heute keiner ohne ordentliche Schweißflecken das Schlachtfeld verlassen kann (w.z.b.w.). Der Ravensburger, der sich bereits in seinen jungen Jahren einen Namen gemacht hat, verwöhnt sonst ein versiertes Publikum bei seiner eigenen Veranstaltung im Douala (Stamina Club) und tourt von einem hochkarätigen Breaks-Gig zum Nächsten. Für uns ist er extra früher aus Berlin angereist, wo er im Tresor einen Auftritt hatte. Thanx!!!! Die Mühe hat sich gelohnt, selten gab es auf Konstanzer Tanzböden solch eine hysterische Masse. Überall tanzende, kreischende und explodierende Körper und das bis zum Ende der Veranstaltung. Die rockende Menge wurde durch die angehenden Lichter um Vier Uhr jäh gestoppt und konnte es nicht fassen - wir übrigens auch nicht. Was Marten Hörger für Partygaranten in der Plattentasche hat, worunter auch einige eigenproduzierte Tracks (man beachte den "Thunderbounce" Floorburner mit AC/DC Sample von Boogie Army [Versus Da Bounca & Marten Hörger]) auf ihren Einsatz warten, kann man nur mit offenem Mund bestaunen. Lange Rede extrem kurzer Sinn: die Party war der Hammer!!! Checkt die Partyfotos, die sprechen für sich selbst!! Thunder!!

Wir hoffen Ihr seid beim nächsten mal wieder mit dabei, wenn es heißt Datababes present: Dominik Kraus (03.01.04)

Thanx to all supporters, Marten Hörger und vor allem an alle Partygänger von Nah und Fern, die solche Partys erst zum Knüller werden lassen!!! Boooooooom!!!


Datababes present DJ Paul Khan (Ruud Awakening, London)
01.11.2003, Kulturladen, Konstanz
Mexico & killerPOKE (07.11.2003)
























Mit „Datababes present“ starten wir in ein neues Zeitalter und unbekannte Galaxien in Sachen Party und Sounds. Ab jetzt kann jeden ersten Samstag im Monat im Kula gerockt werden bis zum Umfallen. Musikalisch setzen wir vor allem auf unser Spezialgebiet (Nu-Skool) Breaks, Elektro und Artverwandtes. Neben den hinlänglich bekannten Datababes-DJs wird es jedesmal auch einen hochkarätigen Gast-Dj - wie in diesem Fall Paul Khan aus London, der auch schon die „Treibgut“ in der Rheinterrasse zum Kochen brachte - zu sehen geben. Und auch diesmal wurden wir von dem Londoner Pirate-Radio Urgestein nicht enttäuscht!

Schon kurz nach elf Uhr abends war das Kula gut gefüllt und wurde durch sexy Nu-Skool-Breaks mit House-Einschlag von Palomo in Stimmung gebracht. Danach ließen es sich KRM und Valerian nicht nehmen, die Partymeute so aufzuheizen, dass diese bald nicht mehr wusste, wie und was ihr geschah. Als dann schließlich Paul Khan an den Turntables stand, war die Party bereits ein Selbstläufer. Nichtsdestotrotz setze er mit einem hochkarätigen Set, welches vor pumpin UK Breakbeats und sexy Vibes nur so strotzte, noch einen drauf. Anschliessend wechselten sich die drei Partyrocker ab und sorgten bis zum bittersweet finish um vier Uhr morgens für Bombenstimmung im Hexenkessel.

Fazit: grandioser Auftakt der neuen Reihe im Kula mit gleich mal 400 Gästen und einer wirklich feierwütigen Crowd. Big Up! Hoffentlich hats Euch soviel Spass gemacht wie uns! Für uns auch eine Bestätigung: Das "Breaks-Ding" kommt gewaltig...

See u next time at Datababes present : 6.12. Marten Hörger (Stamina Club/Douala). Keep pumpin!


Relaxed Clubbing - Live: The Bug (Razor X, London) feat. MC Ras B (On-U Sound, London)
20.10.03, Rheinterrasse, Konstanz
skyeyeliner (05.11.2003)


„Merkst du was ich merke – wenn ich den Output verstärke...“

Relaxed clubbing mögen es mir nachsehen, wenn ich hier Diestelmeyersche Worte heranziehen muss, aber keine Angst – um (Re)Intellektualisierung soll es in den folgenden 3-5 Zeilen gar nicht gehen. Kann es im übrigen auch gar nicht: The Bug lies nämlich kaum was übrig zum auseianderdividieren/interpretieren etc.. Wie man das dann nennen soll weiß mich auch nicht. Digital Dancehall? – zu klinisch....Das Offenbarungskommando? Klingt zu sehr nach Berlin-Mitte-Mediendeutschland...
Vielleicht am besten einfach: PUNK ROCK!!!
Oder: Man stelle sich die akustischen Auswirkungen eines BigBrother-Projekts mit den Insassen Aphex Twin, Autechre, Peaches, Dälek, Lfo, und T.Raumschmiere vor. Ungefähr so hat sich die Sache angehört...
Was soll man tun wenn Basschluchten zu bersten drohen? Kevin Martin aka THE BUG rät: F10 drücken, oder wie auch immer die Taste heißt, die Verstärkung bedeutet. Denn genau das war Konzept. „Mehr“ ging echt nicht.
Ich bin mit meinem Latein am Ende.
Es bleibt noch zu sagen: „The Bug“, das war mit Abstand

(der hier natürlich auch gerne visualisiert sein soll) der beste elektronische liveact dieser Härte- und Güterklasse, den ich jemals in Konstanz – nein Halt! - den ich überhaupt jemals erlebte. Ein mehr als würdiger Abschied für relaxed clubbing.
Dani sagt: Killer!
Torben sagt: Killer²!


Interference Festival 24-27.07.
Farbrikgutareal - Rielasingen/Worblingen/Arlen
skyeyeliner (11.09.2003)

Gut & richtig ist es, sich über die Leistungen und Grenzen des eigenen Vokabulars im Klaren zu sein. Wer - wie ich - nicht nur durch den gezielten Einsatz von Haarwachs, sondern auch durch das Vorhandensein von Bildungslücken zu glänzen vermag, ist gut beraten ein Lexikon zu seinem Besitz zu zählen. Unter dem Schlagwort “Interferenz“ finden sich dort einige erhellende Erläuterungen zum Thema und zur Art und Ausrichtung des Festivals.
Die lauten wie folgt:

Biologie: die unmittelbare Einwirkung von Tieren aufeinander; positiv im Fall eines Gruppeneffekts (Steigerung der Leistungen des Einzeltiers beim Zusammenleben mit Artgenossen [soziale Stimmulation]: z.B Aktivität, Lebensdauer, Wachstum) [...]
Physik: die Gesamtheit aller Erscheinungen, die durch Überlagerung zweier oder mehrerer Wellen am gleichen Ort entstehen. Bei Wellen gleicher Schwingungszahl gilt: Treffen Berg und Berg bzw. Tal und Tal von 2 Wellen zusammen, so tritt Verstärkung ein. [...]
Sprachwissenschaft: das Einwirken der Sprachstrukturen einer Sprache auf eine andere.

Der Theorie-Background ist also geklärt. Vom Abstrakten geht’s nun ab ins Konkrete: 4 Tage Interference-Festival. Aber erstmal: Vorgeschichte und so..

Als Giovanni Proietto (ein Drittel der Fusionsound-Verschwörungskompanie ASTRAL TRAVELLING, außerdem im Sinne der Visualisierungskultur unterwegs als BLAUTON.ORG) und Jacqueline Fiedler (die als JAXONMARS immer wieder zeigt, dass ein Bild mehr als die Summe seiner einzelnen Teile ist) auf einer datababes-party vor einigen Monaten mit einem “Attentat“ auf uns zukamen, hörte ich das erste Mal von der Idee des Interference-Festivals. Gio sprach von einem alten Fabrikgelände, von einem Wochenende im Sommer mit elektronischer Musik und Medienkunst. Es mag an meinen zeitweise etwas beschränkten seherischen Fähigkeiten liegen aber im Nachhinein muss ich feststellen, dass ich zu diesem Zeitpunkt nicht die leiseste Ahnung von den gegebenen Möglichkeiten und dem Potential der Sache hatte.
Mit der Zeit nahm das Projekt dann konkretere Züge an, Flyer wurden gedruckt, das Line up ließ spannende Tage erwarten und trotzdem: als ich 2 Tage vor Festivalbeginn das Gelände nach mehrwöchiger Abstinenz zum ersten mal wieder betrat, war ich doch etwas überwältigt.

Gio und Jacqui hatten nicht nur dem kompletten, vormals glanzlosen Areal neues Leben eingehaucht (was sich ja fast schon verunglimpfend verniedlichend anhört: im Klartext heißt das: Wände streichen/verblenden, Möbel bauen, technisches Equipment aus halb Süddeutschland organisieren, Helfer zusammentrommeln, usw. und nicht zuletzt: den Überblick behalten, im Klartext also: monatelang schufften!), sie hatten es zudem geschafft ein echt spannendes Ausstellungsgebäude zu realisieren.
Die Tragweite des gesamten "Interference"-Projektes vermag ich an dieser Stelle nicht abzubilden. Deshalb wie gewohnt: Erinnerungsfetzen & Anekdoten. Ein Erfahrungsbericht ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Am Donnerstagabend begann der Versuch Interference mit einer ungewöhnlichen Performance. Die Wendung "eine Rede halten" wurde wörtlich genommen und so präsentierte Jacqui die Eröffnungsrede auf 2 Meter Papier - wortlos - vor einem sehr heterogenen und für Donnerstagabend/Provinzverhältnisse doch recht zahlreichen Publikum. Das Störsignal war also gesendet, nun konnte es losgehen. Die Besucher zeigten sich insgesamt sehr interessiert und begeistert von der Ausstellung, über die ich im folgenden einige Worte verlieren möchte.

Schon der Eingangsbereich des ehemaligen Bürogebäudes glich einer Reizüberflutung. Palomo, Teil der Kulturverdachtsanstalt datababes.de nutzte den Vorraum des Gebäudes für eine großflächige Präsentation seiner Lomographien. Nicht zuletzt die ungewöhnliche Präsentationstaktik (neben der kompletten Wand war auch der Fußboden, direkt hinter der Eingangstür übersät von Lomos, was dem geneigten Betrachter schon vor dem Betreten eine Entscheidung abnötigte: drüberlaufen oder springen?) sorgte für einen gelungenen "Einstieg" in die Ausstelung, die symphatischer kaum hätte sein können. Jeder Raum hatte sein ganz eigenes Flair, keiner glich dem anderen. Zwischen kontemplativer Ruhe (die Blumenwiese von blauton.org), konzeptioneller Strenge (Utopia von Sebastian Müller) und konzeptionellem Chaos (datababes.de) war da alles zu finden. Die großartigen Malereien von jaxonmars zum Beispiel. Gott (in diesem Falle FEZ) sei Dank, dass die Verkabelung der Telefone noch geklappt hat. Durch diese Telefone erhielt der Betrachter begleitende Textinformationen zu den Bildern. Wer einen Eindruck von den Malereien bekommen möchte gehe direkt zu jaxonmars.org und lasse sich bezaubern (am besten vorher über LOS gehen,erstmal € 4000 einziehen und damit die Künstlerin und sein eigenes ästhetisches Leben bereichern). Sehr witzig auch der Raum der "dualen Schaltzentrale". I see freaks, i see live! und: Grimassen mochte ich schon immer, das Gefühl beim Beobachten nicht beobachtet zu werden auch: deshalb 10 Punkte an Antonio Zecca für seine Video-Installation.
Ganz großartig - und hey! Wir reden ab jetzt mal kurz echt von Konzeptkunst! - war die Installation "Utopia" von Sebastian Müller. Das war technisch und ästhetisch auf extrem hohem Niveau und bot durchaus mehr als nur einen Denkanstoß. Technik als Möglichkeit/Gefahr des Menschen ist nun nicht unbedingt ein sehr neues und spannendes Thema (wichtig bleibt es trotzdem) aber was der Junge damit gemacht hat und vor allem wie weitreichend die von ihm vorgegebenen Assoziationsmöglichkeiten waren, hat mich sehr beeindruckt. Wo fängt Kunst an, wo Technik? Ist geformte Natur überhaupt noch das: Natur? Worin unterscheiden sich Konstruktionspläne von Maschinen und Partituren von Musikstücken ? Und die wichtigste Frage überhaupt: Wo nimmt er das her?
Also nochmal: GROßARTIG! Ich verneige mich und schalte den "große-konzeptionelle-Kunst-Modus" wieder aus...

Ganz anders, aber kaum minder wenig großartig, war die Installation "my babes are your babes and YOU BABES ARE MINE" von, ähem, uns datababes selber. Hier ging es natürlich um etwas weniger grundlegende Fragen, wobei man sich auch darüber gerne streiten kann (z.B: mit mir, ich erkläre immer wieder gerne den globalen Notwendigkeitszusammenhang von Kulturverdachtsanstalten in 4, 5 Sätzen :-))
Hier ging es vor allem um die Schwierigkeit, eine Organisation wie datababes.de überhaupt darzustellen. Also machten wir eben diese Schwierigkeit (oder die Undarstellbarkeit) zum Konzept, wechselten den Perspektivenmodus und präsentierten den Raum eines Psychopathen, der zwanghaft versucht die Struktur (sic!) von datababes zu erfassen, um uns dann alle zu schlachten oder so. Dazu noch ein paar schmissige Accesoires aus dem Okkultismus-Zauberkasten, einige tierische Innereien und für die Zeichensprecher (alles Schwerverbrecher!) noch 1, 2 Filmzitate und fertig ist die "Kunst". Dass das kontrovers wird, war Konzept und klar, dass sich aber doch viel mehr Leute als erwartet damit beschäftigen würden und das auch verstehen wollen hat uns etwas überrascht. Positiv natürlich.

Toll auch der mental-ventilation Raum (unbedingt die zugehörige webseite checken). Die lustigen Freak-Aufforderungen, wie "play" lockten den Betrachter in einen fast klinischen Raum (der sich aber - und ich meine auch hierrauf kam es an - aus vielen einzelnen kleinen Versatzstücken überhaupt erst generierte). Gutes Projekt - gute Darstellung!

Die ersten Eindrücke der Ausstellung hatten sich noch nicht mal richtig setzen können, da begann schon der musikalische Teil des Eröffnungstages: flash convention verstärkt durch Aurelius an der Gitarre spielten im AUDIOTORIUM, gegenüber vom Bürogebäude ihren 2. Auftritt als Trio. Sehr experimentell die Sache. Begleitet wurden die Jungs von schönen, raumfüllenden visuals. Überhaupt: die visuals! Das waren 4 Tage state of art. FEZ und blauton (auch unbedingt checken: www.blauton.org) sei Dank. Eine Veranstaltung ohne visuelle Unterstützung mag ich mir mittlerweile nicht mehr vorstellen.
Der erste Tag neigte sich langsam dem Ende, die erste Etappe war gemeistert und alle gespannt auf das kommende Wochenende.

Der Freitag begann für mich am frühen Nachmittag, alle Künstler und Musiker nutzen den Tag noch, um die letzten Details an ihren Ausstellungen und ihrem Equipment noch zu erledigen, eine sehr angenehme, lockere Atmosphäre war spürbar. Dazu dann noch etwas Sonne, gute Musik und eine erstklassige Verpflegung mit Essen durch Gios Vater und Jacqui. Toll. Echt. Einfach nur.
Tagsüber fanden sich immer wieder Ausstellungsbesucher und gegen Abend füllte sich das Gelände dann etwas mehr. Das musikalische Programm des Tages ließ einiges erwarten und zu 50% wurden meine Erwartungen auch nicht enttäuscht. Sehr, sehr fein waren die Jungs von DreiTon in der Medialounge. Ein Liveact ganz nach meinem Geschmack oder: die straight beat area ist wieder bewohnbar! Etwas negativ dann: der Auftritt von Superterz. Nach einem unglaublichen Soundcheck-Marathon (2 Stunden?) schafften es die Jungs aus der Schweiz nach und nach das Audiotorium leer zu spielen, was echt schade war für den Abend, Partystimmung wollte danach einfach nicht mehr aufkommen. Man sollte ja immer wieder versuchen, den Ereignissen etwas Positives abzugewinnen. Auch in diesem Fall ist das möglich: Die VJane von Superterz lässt sich leicht in die Heiligenreihe FEZ & blauton.org einreihen. Der Flügelaltar ist schon in Auftrag gegeben. Die offizielle Party war für diesen Tag gelaufen, in kleinerem Kreise ging es aber durchaus noch weiter. Ob es 6 oder 7 war, bis wir im Bett (in diesem Fall: die diversen Liegegelegenheite des Psychopathenraums, bzw. die "Blumenwiese" von blauton.org) waren, kann ich nicht mehr genau sagen.

Auf jeden Fall war die Nacht recht kurz, nach 3,4 Stunden wurden wir von Isolée (leider nicht live, nur aus dem Ghettoblaster) geweckt. Dann erstmal: wach werden, Gios Papa konsultieren (durchaus auch mehrmals), an neuen Details schleifen, in der Sonne liegen usw. Am frühen Nachmittag gab es dann einige spontane Sets von Aurelius, meiner Wenigkeit und: Überraschung: Magensäure (dicke Grüße nach Mexiko) begleitet von den großartigen Visuals des großartigen FEZ. Sagte ich schon? Na und, ist doch mein Text und da die lieben Leser womöglich von der Medienkultur völlig versaut wurden, muss man das manchmal richtig reinhämmern, also: großartig, großartig! GROßARTIG! Am Nachmittag entdeckte ich dann den witzigsten Ausstellungsraum des Festivals in den Toiletten der Medialounge: "Herr Schmidt". Kann ich jetzt nicht beschreiben, wer nicht da war ist selber schuld (Sagt nicht ihr hättet es nicht gewusst! [es sei denn ihr seid blind und taub])
#Autor_beschimpft_Leser-Modus off#
Den Mittag über gab es, wie am Vortag auch schon, verschiedene workshops, von denen ich einige angeschaut habe (imovie, flash, digitale Fotografie, Traktor). Sehr interessant, sehr kurzweilig kann ich nur sagen. Auch die Interaktion war sehr gut, viele Nachfragen, keine unangebrachte Schüchternheit. Macht Lust auf mehr (man schenke mir bitte ein vernünftiges Musikprogramm...).
Der Abend begann dann sehr vielversprechend und wäre es vermutlich auch geworden, wäre da nicht der etwas unerfreuliche Auftritt der Staatsgewalt und der noch viel unerfreulichere Diebstahl eines Notebooks gewesen.

Über die Polizei braucht man ja keine Worte mehr zu verschwenden, war halt unangebracht und irgendwie auch saudumm, was die Beamten da abgezogen haben. Vollidioten sag ich nur...

Mehr als idiotisch war auch die Aktion mit dem Notebook. Da klaut doch jemand tatsächlich kurz vor dem Auftritt der Bunker Busters das Notebook von datababe killerPOKE. Wie dreist kann man sein? Auf einem Festival das ganz laut NON PROFIT schreit, das aus allen Poren ehrenamtliches Engagement atmet, ein Notebook klauen... Wenn jemand den Typ oder - wir wollen hier ja keiner heteronormativen Zwangsideologie fröhnen - die Tussi in die Hände bekommt, so plädiere ich hiermit schon vorab für die Todesstrafe.

Danach war für einige natürlich auch alles gelaufen, der Bunker Busters-Auftritt fiel ins Wasser und die Stimmung vorerst auch. Trotzdem super waren die 2 Jungs von den Toxic Bastards, die vorführten wie man mit einer 909 eben doch die Welt retten kann. Sehr geil! Genauso wie Sebastian Belle, der das Audiotorium, abwechselnd mit mir selber rockte. Was soll ich sagen: Fantastische Platten, dazu (ich sag es immer wieder gern) tolle visuals von blauton.org. Wer in der Medialounge vor/nach dem Diebstahl am Start war, kann ich leider nicht genau sagen, musste ja auflegen (oder: so tun als ob..). Ich hörte kurz was von Jonas Ritter, wie ich meine und ich meine mich zu erinnern, dass das sehr cool war (alles andere würde mich bei dem Herren auch sehr wundern). Irgendwann (kann auch am Freitag gewesen sein) kamen mir auch mal 10 Minuten eines Liveacts von Ed Vance zu Ohren. Sehr rough, sehr minimal, muss ich also lieben...
Den Liveact von Even aka habichgeradevergessen, bei dem sich dann der Diebstahl ereignet haben muss, ging leider völlig an mir vorbei, ebenso wie der Liveact von blauton.org. Das alte Festivalproblem eben. Der Samstag endete dann etwas ruhiger als der Vortag, dennoch wurde es spät: dieses Mal eine Stunde mehr Schlaf, um dann von Miss Kittin geweckt zu werden.

Das Wetter schien am letzten Festivaltag wohl keine Lust mehr zu haben, gegen Mittag begann es leider zu regnen, war also vorbei mit dem locker-auf-der-Wiese-liegen und so.. Naja, bei den meisten von uns machte sich auch mittlerweile die Müdigkeit etwas bemerkbar. Das scheint ein gewisser Felix Baumann gemerkt zu haben und dachte sich wohl: wenn das Festival mit einer ungewöhnlichen Performance begonnen hat, so möge es doch auch mit einer eben solchen bitte enden. Hat geklappt! Da stürzt er sich mal kurz im strömenden Regen fast nackt in ein, vorher akribisch ausgehobenes, Drecklock und fordert die umstehenden Besucher auf ihn mit Dreck zu bewerfen (OTon:"Gebts mir dreckig"). Sehr erfrischend, lange nicht mehr so gelacht!

In der Medialounge spielte Dottore Krausnik, aka Dominik "Rock" Kraus ein 4stündiges experimentelles DJ-Set, was sehr fein war. Nie gehörte Obskuritäten gemixt mit altbekanntem verqueerem (ich sage mal Autechre) und wie immer *********** visuals (diesmal wieder von FEZ).

Zum offiziellen Abschluss gab es dann noch eine (diesmal gesprochene) Rede von Jacqui und einen Auftritt der fantastischen ASTRAL TRAVELLING (die sich übrigens gerade im Studio befinden, also: Ausschau nach Aufnahmen halten!) Das hat noch mal richtig Spaß gemacht, ein sehr cooler Auftritt und ein sehr würdiger Abschluss des Interference'03.
Dann gab es noch Sekt in trauter Runde und es hieß Abschied nehmen von neuen Bekanntschaften und einer unglaublichen Location.

Viele wichtige und nette Leute hab ich hier natürlich mal wieder völlig vergessen. So zum Beispiel Sancho und Pancho, die 2 Vollzeitwahnsinnigen, ohne die das ganze definitiv weniger Spaß gemacht hätte, ebenso Alberto, der die Antriebswelle gebaut hat und auch sonst so und eben all die anderen, die hier gar nicht erwähnt wurden.

Nochmals ein großes BIG UP! an Gio und Jacqui. Wisst ihr eigentlich, was ihr da geleistet habt? Ich verbeuge mich.....
Tief!

weitere Online Resources:
www.interference-festival.de
http://www.skol.de/lokales/regionalnachrichten/bodensee/singen/1075,521322.html
http://www.skol.de/lokales/regionalnachrichten/bodensee/pfullendorf/kultur/2879,553081.html
http://www.skol.de/lokales/regionalnachrichten/bodensee/singen/1075,546480.html


Broken Beats Festival 2003 (Marusha, Dub Pistols Soundsystem, Fingathing, TGM, Phoneheads, Kabuki u.v.m)
14.08.2003, Köln, Alter Wartesaal
killerPOKE (15.08.2003)

Wie jedes Jahr wurde auch 2003 die Popkomm für Breakbeat-Jünger am Donnerstag im Alten Wartesaal eröffnet. Seit letztem Jahr (und wohl auch wegen des Umzugs der Popkomm nach Berlin zum letzten Mal) heisst das Ganze nun "Broken Beats Festival". Während letztes Jahr noch ein pures Drum'n'Bass Event angesetzt war, versprach das Line-Up dieses Jahr auch Breaks und Hiphop und deutlich mehr Live-Acts, als man üblicherweise gewöhnt ist. Größte Überraschung auf dem Flyer war sicher Techno-Veteranin Marusha, von der man zwar weiss, dass sie gerne mal Breakbeat-lastig spielt, aber die ja nun wahrlich nicht gerade ein fester Bestandteil der deutschen DnB-Szene ist.

Verteilt auf zwei (und nicht nur einem, wie 2002) Dancefloors wurde also aufgelegt und aufgetreten - teilweise mit MCs, Sängerinnen und Live-Instrumenten. Die Mischung war dabei recht chaotisch und viele der Namen im Line-Up lassen sich im nachhinein von mir auch kaum noch den Acts zuordnen. An dieser Stelle möchte ich erneut die Einführung von "Now playing:"- und "Coming up:"-Anzeigen am DJ Pult für Leute wie mich anregen. :)

Von den Besucherzahlen und stimmungsmässig war der Abend ein voller Erfolg. Nach einiger Anlaufzeit und einem etwas schleppenden Start mit dem Live-Act von Matt Flores hatte sich der Drum'n'Bass Floor nach den Sets von Kabuki, TGMs Liveact und den Phoneheads eingegrooved und war dann auch rechtzeitig zum Auftritt des "Stargasts" ordentlich aufgeheizt (Anm. des Autors: entschuldige mich bei TGM, den ich in der ursprünglichen Version dieser Review zum "schleppenden Start" gezählt hatte!). Marusha wurde von der Crowd mit viel Vorschußlorbeeren empfangen und schaffte es dann auch mit soliden Tracks aus der jüngsten Drum'n'Bass Vergangenheit und einigen Jump-Up Klassikern (Aphrodite&Co) die Stimmung zu halten. Wem das jetzt alles ein wenig zu lahm und unspektakulär von mir klingt, dem muss ich Recht geben - aber so hab ichs auch empfunden.

Vielleicht bin ich auch wegen geschmacklicher Veränderungen mittlerweile nicht mehr der Richtige dafür, eine Review eines Drum'n'Bass Events (obwohl Ed Rush & Optical mich in Serbien ja doch tierisch geflasht haben...) zu schreiben, aber das Ganze war wirklich nicht umwerfend oder revolutionär. Irgendwie zwar sehr spassige Crowd und gute Stimmung, aber musikalisch garantiert nichts besonderes und nur ein Drum'n'Bass-Abend von vielen dieser Art - Marusha hin oder her. Nicht nur ich war dann auch ein wenig enttäuscht davon, dass sie im Bereich Oldskool oder Happy Hardcore gar nicht aktiv geworden ist.

Als viel interessanter stellte sich für mich dann der andere Floor heraus, den ich zunächst schmählich vernachlässigt hatte. Bin dort nur einmal kurz während Fingathing reingestolpert, die wirklich eine irrsinnige Show mit einem Bass und 4 Turntables ablieferten. Beim zweiten Besuch auf dem Breaksfloor kam ich dann in den Genuss des Dub Pistols Soundsystem (UK), das vor deutlich weniger Leuten - aber dafür um so heftiger! - parallel zu Marusha rockte. Ein DJ, ein MC und geboten wurde finest UK NuSkool, Breaks und Garage ganz nach meinem Geschmack. Freestylers, Plump DJs, Krafy Kuts, .... ein feines Menü serviert zusammen mit einem kontinuierlich bouncenden Bass-Wackelpudding mit höchstem Mitwipp- und Kopfnicker-Faktor. Dickes Ding, auch wenn das Publikum noch nicht so ganz mitgegangen ist, wie man sich das vorstellt - aber es gab trotzdem genug Aktion und Feedback.

Bei uns im Süden (sagen wir mal Zürich, Ravensburg oder auch Konstanz) wäre der Sound wahrlich keine Premiere, aber derartigen Sound habe ich in Köln bisher selten (eher gar nicht) gehört. Vielleicht nimmt meine ehemalige Heimat ja jetzt endlich NuSkool-mässig an Fahrt auf. Sollte das Dub Pistols Soundsystem bei Euch in die Gegend kommen: zugreifen! (02.10. Hamburg Hafenklang, 03.10. Wuppertal 45 RPM, 04.10. Stuttgart Le Fonque)

Tja, getrübt wurde der Abend für mich durch einige eher Location-spezifische Ärgernisse: Die Getränkepreise für Longdrinks etc sind im Alten Wartesaal hoch, aber noch im Rahmen des Üblichen. Unüblich hingegen ist es jedoch, daß ein Wodka-Redbull kein bisschen "schmeckbaren" Wodka enthält. Unüblicher ist es dann noch, daß man bei der Reklamation des ganzen nichts ausser ein unfreundliches "Da ist was drin. Punkt." von der Thekentussi hört. Sie hätte sich für 7 Euro ja auch keinen abgebrochen, nochmal nen Schuss reinzutun, so von wegen Customer Satisfaction... aber wahrscheinlich war der Wodka eh schon mit zuviel Wasser gestreckt. ;)

Genauso ärgerlich sind unfreundliche Securities, die später selber in einer Beinahe-Schlägerei mit dem MC von Dub Pistols Soundsystem mitmischen. Was da genau los war, werd ich wohl nie erfahren... jedenfalls etwas peinlich sowas vor Gästen aus dem Ausland. Die Anlage war während des Sets von Marusha teilweise übel in die Knie gegangen. Sollte in einer derartigen Location eigentlich nicht mehr passieren und zuguterletzt: Service durch Toilettenfrau hin- oder her, aber kann man vielleicht dafür sorgen, daß es auf dem Klo nicht subtropische 50°C hat und man sich geruchstechnisch wie in einer Klostein-Maracuja-Sauna vorkommt? Bei den Temperaturen (auf der Tanzfläche war es um einiges kühler und da ists bekanntlich auch nicht gerade "frisch") fast so ekelhaft, wie die Gerüche, die überdeckt werden sollen...

OK. Genug gemeckert. Alles im allen: feiner Abend, viel los, viel zu kucken, DnB Floor und Marusha eher unspektakulär, dafür Dub Pistols Soundsystem super phatt.

Nachtrag (18.8.):
Habe gerade in der sehr coolen und schreiend komischen Popkomm-Tagebuch Sendung von Klaus Fiehe auf Eins Live gehört, daß Marusha auf dem Berliner Dangerous Drums Label unter dem Namen "Maru" NuSkool Tracks veröffentlicht (Chimes - DD 03 oder so). Wirklich schade, daß sie nichts davon gespielt hat.

Nochmal zum Thema "Security" und Alter Wartesaal: Lustigerweise wurden wohl Klaus Fiehe (Musikjournalist/DJ/etc vom WDR/Eins Live) und The Green Man himself als zwei der prominentesten Vertreter der Kölner Musikwelt erst nach langem Hin- und Her in den Alten Wartesaal eingelassen. Peinlicher gehts nicht!

Jeder Veranstalter sollte sich zweimal überlegen nochmal was unter diesen Umständen zu machen. Am Sonntag morgen war ich noch kurz bei der Pathfinder Party, um noch das sehr geile Ende des J Majik und den Anfang des Giana Brotherz Sets mitzunehmen. Einigen Leute zufolge hat die Security im Laufe das Abends dort wieder vor der Tür die Fäuste kreisen lassen...


Exit Festival 2003 (Stereo MCs, Moloko, Ed Rush, Freestylers, Tricky, Marky u.v.m)
03.07. - 06.07.2003, Novi Sad, Serbien
killerPOKE (10.07.2003)

Due to the international character of the EXIT Festival and so many people from Serbia having supported us to be part of this and last year's festival I have decided to do at least some part of the coverage in English, so that everybody can share our impressions.
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killerPOKE

EXIT - in general:

So, Serbia did it again! Europe's youngest and wildest musical event took place again in the beautiful town of Novi Sad (1 hour car ride north of Belgrade) from 3rd to 6th of July. To get it straight for all those of you, who got a bit confused with all those "new" countries appearing on the map in the last years: Novi Sad is located in Serbia - a republic of "Serbia and Montenegro" which was fomerly known as Yugoslavia. Novi Sad lies about 900 km to the East of Munich and can be reached with a 15 hour bus ride from there. Fortunately EU citizens don't need no visa or permission to enter Serbia anymore, so we could just travel through Austria and Croatia or Hungary to reach EXIT with a normal passport and no time or money spent at the borders.

We got into contact with EXIT for the first time in 2002, when we appeared as DJs and with an art installation on last year's festival (see Outerbabes) and we were deeply touched by the atmosphere, the friendliness and the hospitality of the Serbian youth we met there. Fortunately we were able to attend EXIT 03 again, but this time only as scouts of the German electronic music scene, as journalists and just to have a good time with all the people we have already met in 2002. So here as a start of detailed reviews and background information, some general remarks about this year's event.

In my eyes there is still nothing comparable to the EXIT festival in the rest of Europe. On the whole I guess a million people visited the beautiful and vast festival area on Petrovaradin fortress over the Danube river to enjoy a wild mixture of music festival, cultural happening and beach party at about a dozen stages for four days. The whole event is amazingly peaceful and - for a Central European view - astonishing uncommercial. Nevertheless the line-up does not have to hide before the big players of the festival summer: acts ranging from Henry Rollins over Moloko, Stereo MCs to Jeff Mills or Roni Size can be seen for a ticket price of 30 EUROs - and that for four days!

But EXIT is much more than just a good deal. It's the atmosphere all over the festival, the camping site and the beautiful Danube beach which gives the whole event a unique touch and makes it the most remarkable event I ever attended. Although a bit more mainstream and a bit too crowded than last year EXIT 03 really knew how to party, how to scream and how to really go mad in front of a stage. To see ED RUSH & OPTICAL at 6 am in front of at least 500 hardcore Jungalists screaming for more several minutes is something I never witnessed before that way. For a foreigner the festival was about the friendliest thing you can imagine - I have never been welcomed that warmly and felt to be a part of the whole in such a short time before.

One of the amazing facts about the EXIT is that it is organised by a rather small number of young people giving it sometimes a very sympathetic semi-professional touch (talkin about toilets...). Other parts like security, the press center or the huge stages and sound equipment exceed the state-of-the-art known from German events of that size by far. I can only advise you to have a look at this year's line-up on the festival's website (www.exitfest.org) to get an impression what you have missed. Unfortunately the date of EXIT at beginning of July is not really good for Germans as there are still no summer holidays. Anyhow I can only urge all those searching for a festival next summer to go there. If you have been in Novi Sad, you will regret you have not been there sooner...

more will follow soon...


London Elektricity feat. MC Stamina (Hospital Recs., UK) + Mellokat & Valerian (Basslastic)
02.06.2003 - Kulturladen, Konstanz
aurelius (23.06.2003)

Treibgut 14 rottentotten.gebeat: ßE(A)TABLOCKA (Rottenbreakz.com, Funny Squad - Bonn) und
BUNKER BUSTERS (datababes.de)
13.06.2003 - Rheinterrasse, Konstanz
aurelius (23.06.2003)

SOUTHSIDE FESTIVAL, SAMSTAG 21.06.03
21.06.2003 - Neuhausen ob Eck
skyeyeliner (23.06.2003)

Als Mensch, der die Stromversorgung von Privathaushalten für eine der Errungenschaften des 20. Jahrhunderts hält, finde ich Camping wenig prickelnd. 72 Stunden ohne Stereoanlage und Backofen? Für mich nicht! Die Lösung für das Southsidewochenende hieß also: Tagesticket.

Nach einigen Turbulenzen erreichte ich mit meinen fabelhaften Festivalbegleitern gegen 3 das Southsidegelände in Neuhausen ob Eck und von Anfang an machte sich die überdurchschnittlich gute Logistik des Festivals bemerkbar: Man musste eigentlich nie irgendwo lange warten. Nach kaum 10 Minuten waren die Karten gegen die Einlass-Bändchen getauscht, selbst vor den Toiletten und Bierständen kam es kaum zu langen Schlangen. Respekt!

Kaum angekommen traf ich dann auf MAGENSÄURE, die mir natürlich erst mal meine sauber ausgearbeitete Tagesticket-Argumentation mit einem Wort zerstören musste: RADIOHEAD! Und sie hatte ja Recht! RADIOHEAD spielten am Freitag abend und waren  wohl großartig, es fielen Sätze, die die Pathostoleranz dieser Seite bei weitem sprengen würden. Ich muss ja auch noch über SIGUR RÓS schreiben. An alle Pathosfanatiker also: Es kommt noch...

Pünktlich zu unserer Ankunft spielten INTERNATIONAL PONY. Da ich mich erst mal der Sponsorenpflege widmen musste (Becks) und die Festivalbegleiter von MAGENSÄURE in ihrer Zeltburg besuchen wollte , bekam ich natürlich nur die Hälfte mit, war aber in jedem Falle ziemlich fein, was die drei Hamburger da so ablieferten. Nach kurzer Umbaupause übernahmen GUS GUS aus Island die Bühne der Tent-Stage. Von denen hab ich lange nichts mehr gehört, ihr Album „This is normal“ (schon einige Jahre älter) kann ich jedoch jedermann nur wärmstens ans Herz legen. Der Anfang des Auftritts von GUS GUS hörte sich ganz gut an, irgendjemand hat mir später erzählt, dass der Sänger mit der lieblichen Stimme wohl lange Harre und einen Schnurrbart trägt, was ich durchaus gerne selber begutachtet hätte.

Trotzdem wechselten wir nach knapp 0 Minuten die Bühne zugunsten von TURBONEGRO. Die allgegenwärtigen Turbojugendjacken im Publikum ließen auf eine ausgelassenen Stimmung hoffen und klarerweise machten TURBONEGRO alles richtig! „Hello Southside! We´re coming from the Northside!“ Das homoerotische Formenvokabular bis zum Anschlag perfektioniert, zelebrierten die 4 „Matrosen“ aus Norwegen das, was sie richtig gut können: draufhauen! Zeremonienmeister Hank hetzte mit Zauberstab und Umhang über die Bühne, während Gitarrist__________ eifrig das komplette Rockposenregister zog. Große Klasse! Ich kann mir keine andere Band vorstellen, die ihre Fans dazu animieren darf lauthals „FOTZE, FOTZE“ zu rufen ohne in meinem Gunstbarometer erheblich zu fallen. TURBONEGRO dürfen! Do you want to join this global orgy?? Ja? JA!!

Danach war dann erst mal kurz Pause angesagt, also: Essensstände abgrasen, Leute treffen und sich gemeinsam wundern, dass man ständig Leute trifft, was ja ziemlich verwunderlich ist bei solchen Größenordnungen etc., die anderen Festivalbesucher und deren nur spärlich bekleidete Körper beobachten usw. Hierzu erwiesen sich GOLDFRAPP als perfekter Soundtrack. In der Sonne liegen und die süße Stimme von Alison G. hören, das hat was.

Um 20 Uhr standen dann CONSOLE auf dem Programm der Zeltbühne. Mit Console ist es ja ganz ähnlich wie mit Barilla-Nudeln: man kann die immer wieder sehen und sie hängen einem nie zum Hals raus. Martin Gretschmann punktete in jedem Fall durch freundliches Understatement und ein sehr abwechslungsreich gestaltetes Programm. Gretschmann macht zwar gar nicht so viel auf der Bühne, beweist aber trotzdem Entertainerqualitäten. Vielleicht ist das ja auch ein persönliches Ding, ich aber sage: wenn Martin Gretschmann hüpft, muss ich lächeln.

Nach CONSOLE betraten dann RÖYKSOPP die Tent-Stage und spielten sich durch ihren Tranceflächen-vocoder-pop, was durchaus ankam. Man kann ja nicht die ganze Zeit stehen und auf eine Bühne starren, weshalb RÖYKSOPP für mich die Hintergrundbeschallung zum Essen (schwäbische Spezialitäten) lieferten.

Beim anschließenden Rundgang über das Festivalgelände hörte ich dann auch die mit Abstand lächerlichste Band des Tages: GUANO APES. Und die Sängerin macht dann auch noch Ansagen über das Wetter und darüber, dass sich alle „boys“ bitte ihre „shirts“ ausziehen sollen, wenn nicht dann mache sie das eben.... Gott bewahre... Also wieder rüber zur Tent-Stage, wo etwa 100dezibel leiser die fantastischen BETH GIBBONS & RUSTIN MAN fantastische Musik darboten. Der auf 23:00 angesetzte Auftritt verschob sich um eine halbe Stunde nach hinten, um sich dann fast komplett mit dem Headliner der Mainstage COLDPLAY zu überschneiden. Obwohl ich Beth Gibbons auf ihrer Tour diese Jahr schon in Zürich zu sehen bekam, entschied ich mich dennoch vorerst für ihre Darbietung, was kein Fehler war. Die Songs des Albums gewinnen live eindeutig noch etwas! Um zumindest 2, 3 Stücke von COLDPLAY zu sehen bewegte ich mich nach den ersten 15 Minuten zur Main-Stage. Eigentlich mag ich COLDPLAY sehr gerne, an diesem Abend gab mir das aber irgendwie nichts, was nicht heißen soll, dass COLDPLAY schlecht waren, kann ich gar nicht so sehr beurteilen, nach dem 2. Song brach ich nämlich schon wieder in Richtung Tent-Stage auf, um mir den Rest der Show von BETH GIBBONS anzuschauen und früh genug dazusein, um mir einen guten Platz für SIGUR RÓS zu sichern.

Jeder Mensch, der die Eleganz hat mir ein klein wenig zu ähneln, liebt SIGUR RÓS. Die 4 Jungen aus dem Land, das komischerweise seit den frühen 90ern permanent, ja fast schon penetrant als Garant für innovative Musik fungiert, sollten als letzte Band des Tages das Line up beschließen. Um mir einen guten Platz zu sichern, drängte ich mich nach dem Ende der Show von Beth Gibbons in Richtung Bühne, um dort auszuharren, was sich ca. 1 Stunde lang hinzog. Ich weiß jetzt vermutlich auch was Postrock heißt: Man trinkt nicht mehr aus Flaschen, sondern aus Gläser. Außerdem befiehlt man seinen Roadies beim Soundcheck den vollen einstelligen Zahlenraum darzubieten, und das am besten 30 mal pro Mikrofon (also nicht 1,2, Test, sondern 1,2,3,4,5,6,7,8,9, test).

Aber egal: was danach kommen sollte..... SIGUR RÓS betraten zusammen mit dem 4-köpfigen Streicherensemble AMINA die Bühne und begannen das Konzert mit dem ersten unbetitelten Song (auch bekannt als „valka“) ihrer aktuellen Platte. Und schon von den ersten Takten an wurde klar, dass SIGUR RÓS live noch sehr viel intensiver sein werden als auf Platte. Wie gewohnt, waren viele Stück etwas geändert worden, manche dabei so stark, dass sie kaum wiederzuerkennen waren, die Begleitung bzw. Interpretation der Stücke durch die Damen von AMINA tat ihr übriges. Unglaublich war auch die Atmosphäre, die von Sänger und Gitarristen Jon Þhor Birgisson  ausging. Ich schwelge in Liebe und fühle mich spirituell. Wer jetzt von dumpfem Sex-Appeal spricht, wie das dumme Mädchen neben mir (O-Ton „Der Sänger ist so eine geile Sau“)  begeht ein Sakrileg, man muss ja nicht alles Schöne dieser Welt mit in sein ödes und wenig reines Leben herabziehen. Das funktioniert ungefähr wie Religion. Man wichst doch auch nicht ins Weihwasserbecken! Na also.

SIGUR RÓS spielten eine Messe, die zum Ende hin so intensiv wurde, dass ich in der Tat vergaß zu klatschen. Was ja auch wieder Sinn macht – in Kirchen.


Treibgut 13 break the lake.gebeat: Marten Hörger (Electric Disco, Douala) und Frank Funk (ED, Douala, Ravensburg)
10.05.2003 - Rheinterrasse, Konstanz
Valerian (11.05.2003)

Es hat immer etwas von Eigenlob, wenn man seine eigenen Parties in unserer Partyreview-Rubrik bespricht, aber das Lob gebührt voll und ganz den Gast-DJs und dem Publikum, die die 13. Ausgabe unserer Treibgutreihe auf der Rheinterrasse zu einer super Party gemacht haben. Marten Hörger und Frank Funk sind erfolgsverwöhnte Breakbeat-Schwergewichte und schluckten erstmal, als bei strömenden Regen um 23 Uhr die Rheinterrasse auf Betriebstemperatur gebracht werden musste und +35 Jahre alte Lederjacken-Konstanzer die Tische zum gemütlich Sitzen zusammenschoben.

Der mitgereiste Ravensburger Partymob erwies sich als Animatoren-Ensemble erster Güte und so tanzte schon alsbald eine wunderschöne Mädchenansammlung zu den zunächst souligen BigBeats von Frank Funk. Marten Hörger zog Tempo und Elektrifizierung an, sodass das dünne Eis des Abends sich alsbald in siedenden Schweiss verwandelte.
Mit Bushwackas feiner "Billy Jean"-Version, straighten Plump DJs-Klassikern und der Eigenproduktion von BOOGIE ARMY (Marten Hörger + Versus), die das irritierend arschgeile Gitarrensample von ACDCs "Thunder" durch die Beatkanone jagte, kam, was sich das Veranstalterherz so sehnlichst wünscht: kollektives Armehochreissen, Jubelschreie und Schweiss auf Dekolltees, T-Shirts und Stirnglatzen. Ein so angenehm gemischtes Publikum aus "hätte man nicht gedacht, dass dem der Sound gefällt"- Endzwanzigern, Lokalschönheiten, Breakbeat-Elitären und gutgelaunten Partystudenten kann man sich kaum besser wünschen.
Diese Treibgut-Party war ein perfektes Beispiel von datababscher Vernetzung: Die Ravensburger laden uns zum Auflegen zu sich ein, hatten wie wir die großartigen schweizer Nu Skool Breaker wie z.B. Downpressor zu Gast, kamen von einem Gig in Würzburg direkt auf die Rheinterrasse, legen ein gutes Wort für Valerian und KRM bei den Bamberger Breakbeatleuten ein, -man spricht über Jools in Luzern und die SmashFX in Zürich, tauscht CDs, plant gemeinsame Gigs und verabredet sich für die nächste Electric Disco-Party im Douala und private Verlustierungen auf selber Wellenlänge.
Leider war die Party konzessionsbedingt um Punkt 3 Uhr beendet und der Lichtstrahl des großen hellen "Party-ist-zuende"-Lichts sorgte auf der rappelvollen Tanzfläche für ein großes gemeinsames Seufzen, doch eine Afterhour im Neuwerk-Atelier der Datababes war schnell und spontan beschlossene Sache, sodass ein harter partyhungriger Kern dem Zauber der Breakbeats noch bis Sonnenaufgang mit dem Sound der Datababes-DJs KRM und Valerian nachgehen konnte.

Es scheint, als würden Breakbeats in Konstanz eine Heimat finden und sich als DER Clubsound des Bodensee-Sommers 2003 erweisen...weiter gehts am 25.Mai mit der Breakbeat Planet-Party am selben Ort.
So muss ein Abend sein ! Danke an Marten, Frank und das Publikum für diesen wunderschönen Abend!


Datababes Party 06 - Zeitgeist & Rapunzel (live), Aurelius, Krausnik, Daniel Varga (Playhouse Rec.)
03.05.2003 - Neuwerk, Konstanz
skyeyeliner (11.05.2003)

Manchmal ist es ganz leicht eine Partyreview zu schreiben: Einfach einige der Enthusiasmus-Vokabeln schnappen, die nach exzessiven Partys im gleißenden Licht des neuen Tages schweben und zu einem Bild mixen. Wildes cutten ist erlaubt, Scratch-Orgien und sanfte Überblendungen auch. Anything goes! Außer Fakten, die sind ja meist langweilig. Form follows fiction… here we go!

LIMITED CAPACITY! BE SMARTER THAN BOMBS TO PROCEED! Wir haben euch gewarnt. Mit Flyern, auf der homepage, im newsletter, face to face: Diesmal wird alles anders. Irritainment is back in town...Trotzdem dürfte der erste Eindruck des Empfangsszenarios für einige Gäste wohl etwas verwirrend gewesen sein:
A1-Warnschilder in Uno-Style, Türpersonal in Tarnstoff und Spiegelbrillen, Partybility-Test mittels Fragebögen, die von vermummten Scientists geprüft wurden, dazu ein Soundtrack aus den Tiefen der digital hardcore dungeons. Zufällig gesellte sich noch eine Presslufthammer-Liveperformance (die Vorteile der Neuwerk-Renovierung) dazu. Eine verunsichernde Atmosphäre ist uns wie gewünscht gelungen: Stroboinferno als booster für allzuniedrige Adrenalinspiegel, Immunisierung gegen Diskussionsattacken durch Ohrenschützer, Formalismus pur, ein Schrotschuss gegen die üblichen Skripte der Konstanzer Partylandschaft, no guestlist, keine Gesichtskontrolle, nur Begehr und minütlich knapper werdende Ressourcen.
"Nett" sah das ja nicht gerade aus - sollte es auch nicht!
Nett waren wir lange genug, haben jeden reingelassen, der früh genug kam und hatten dann immer 30% desinteressierte Rumnörgler im Publikum denen die Musik nicht passte und die nur billig Bier trinken wollten während draußen sich die Kämpfer, Tänzer und Freunde sammelten, die wegen der begrenzten Kapazität des Neuwerks nicht mehr rein durften.
Deshalb war dieses Mal alles anders und so experimentierten wir mit künstlichen Hürden und "Zugangsbedingungen", die wir aber sehr locker und leicht zu überwinden gestalteten. Die Grundformel diesbezüglich lautete: "Wer auf datababes-parties will, möge sich doch gefälligst mit datababes beschäftigen!." Das ist nicht zuviel verlangt, oder?
Da unsere Neuwerk-Parties ohnehin auf Verlust kalkulierte PRIVATPARTIES sind, die uns monatelang Zeit & Mühe kosten, hatten wir dieses Mal endlich den Mut, uns ein Publikum auszusuchen, das erstens überhaupt elektronische Tanzmusik hören will und zweitens ein Mindestmass an Grundinformation über die Veranstaltung, ihre Macher und die DJs des Abends besitzt und drittens neugierig und flexibel genug ist, eine solche Einlassprozedur spannend und witzig zu finden.

Der Verlauf der Party und die Stimmung im allgemeinen gaben uns im übrigen Recht.
Noch nie haben wir so viele positive Reaktionen bekommen! An all diejenigen, die sich ungerecht behandelt fühlen: Nicht aufgeben, die nächste Party kommt bestimmt!
Nun aber zum eigentlichen, zur Party:
Ab 23 Uhr war trotz Einlassprozedur wiedermal ausverkauft und die Menge der tapfer Wartenden staute sich im Hof.
Die Gangbeschallung von ground zero [big ups nach Stuttgart!] stieß bei einigen Gästen auf so große Sympathie, dass sie die ersten Stunden des Abend feiernd im Treppenaufgang verbrachten. Die anderen Gäste wurden nach all den Strapazen erst mal verwöhnt: Aurelius wandelte wieder mal sicher zwischen allen Stilgrenzen und brach alle gängigen Vereinbarkeitsdogmen. Rotlicht und Walt Disney-Visuals taten ihr übriges: Die Menge taute auf... und hätte beinahe zu schmelzen begonnen, was nicht verwunderlich ist, beim Gesang von Rapunzel. Zusammen mit Zeitgeist an den Plattenspielern lieferte sie ein schönes Set ab, märchenhaft sozusagen. Oder: Draußen hardcore - innen zartcore...
Irgendwann nach Mitternacht war dann die Stuttgart-Fraktion am Zug. Daniel Varga und Dominik "Rock" Kraus traten hinter die Plattenteller und erwiesen sich als zwar ungleiche aber deshalb um so spannendere Konstellation. Das war kick and rush zwischen Bolzplatz und Stadion, zwischen kruden Köln-Techno-Flanken und straighten Kraus-Haus-Einwürfen. My definition of a boombastic Sturmspitzen-Style! Wer dann letzten Endes die Luft angezündet hat, lässt sich im nachhinein nicht mehr genau sagen, in jedem Fall brannte sie. Ab 4 wurde die Menge dann immer lichter, was der Stimmung jedoch überhaupt nicht schadete, im Gegenteil: Ich hatte schon fast vergessen, wie viel LÄRM 20 Leute machen können! Auch in diesem Punkt gab uns unser Türpolitik-Programm recht. Selten waren unsere letzten Gäste so angenehm, selten war die Stimmung so gut.
Bis 7 Uhr im vollen Morgenlicht ging das Spiel also weiter: Geben & Nehmen, Fackeln im Sturm, jeder Schuss ein Treffer! Dann der Abpfiff, die Kraftwerkhymne und Sekt...
Es ist alles so einfach...Tutto eh cosi semplice


Treibgut 12: yestechno.gebeat feat.: Sebastian Belle (Salzburg) und Danchichi (Laut.de/KN)
12.04.2003 - Rheinterrasse, Konstanz
killerPOKE (25.04.2003)

CONTRIVA (Berlin)
10.03.2003 - Kulturladen, Konstanz
skyeyeliner (04.04.2003)

[1000Takte Sehnsucht - oder: der Versuch einer egomanischen Liebeserklärung]

Eigentlich geht alles auch anders. Über Contriva schreiben, das heißt von Sehnsucht nicht zu schweigen. "If you had stayed" ist der Titel ihrer neuen LP - "wenn du geblieben wärst, wäre das der Soundtrack dazu" erzählt Max Punktezahl im Interview (demnächst in der Interview-Sektion) vor dem Konzert.
Aber beginnen wir am Anfang, beginnen wir bei Momenten purer Schönheit. Solche Momente treten ja meist recht unverhofft in unser Leben. So stolperte ich vor 3 Jahren im damaligen Plattenladen meines Vertrauens über die erste Contriva LP "tell me when". Das unscharfe Coverfoto eines Grenzübergangs machte mich neugierig auf die Musik. Label, sowie die Namen der Bandmitglieder waren mir bis dato völlig unbekannt. So kamen Contriva in mein Leben. Als lichter Punkt in einem blinden Fleck. In keinen Kontext situierbar.
Über die Jahre wurde dieser Punkt dann immer heller, die Namen der Bandmitglieder tauchten in anderen, nicht minder schönen Kontexten auf und auch vom wundervollen lok- (Vinyl) bzw. Monika-Label (CDs) blieb meine Plattensammlung nicht unverschont. Die wunderbaren Mina, Barbara Morgenstern und Masha Qrellas Solo-LP "Luck" fanden so den Weg in mein Leben. Und alles nur wegen einer Instrumentalpopplatte...
Der Knackpunkt schlechthin, der Sprung von Freundschaft zur Liebe kam dann 2001 in Form einer Remix-12" (club hit ep) : Der Superpitcher RMX von "Stuck" lässt mich auch heute noch träumen. Komisch, dass man manchmal diese Rückkopplung braucht - z.B. in Form eines sehr guten RMXs- der einem die Größe des Originals erst richtig bewusst macht. Auch zur neuen LP "if you had stayed" gibt es wieder eine RMX-12" (foxy ep) mit 4 großartigen Bearbeitungen von 4 großartigen Originalen. Zum Auftritt der Band vielleicht nur so viel: Es war sehr schön. Ausrasten geht ja irgendwie immer aber in sich bleiben und sich dabei wohlfühlen....
Ich liebe Contriva.


Treibgut 11: ritmic.gebeat feat.: DOWNPRESSOR (Ritmic Records, Zürich) und Valerian (Datababes.de/Basslastic)
08.03.2003 - Rheinterrasse, Konstanz
Valerian (16.03.2003)

Der Abend war geprägt von 4 Flüssigkeiten: Blut und Wasser, Schweiss und Weihwasser.
Blut und Wasser haben wir Veranstalter geschwitzt, weil bis 0.30 Uhr viel zu wenig Leute in die Rheinterrasse gekommen waren, und wir wieder das Gespenst eines unserer seltenen aber gerade deshalb so schmerzlichen Partydebakel (Treibgut 10) als einzigen Gast auf der Tanzfläche hatten. Die ganzen Leute für die wir eigentlich diese Parties machen, -darunter auch einige unserer Freunde und Leute, die man ständig auf Bounces/Booyaka Bays und Basslastic sieht und grüsst, fehlten komplett. So wurde schon kräftig Ursachenforschung betrieben und Konstanz einzige Partyreihe, die sich den freshesten und neusten Trends der elektronische Tanzmusik widmet, stand definitiv in ihrer Existenz in Frage. Es kostet einfach zuviel Nerven, wenn man DJs aus Zürich oder noch weiter einläd und dann die Hütte leerbleibt. Es scheint erstens so, als ob manche Leute die Rheinterrasse meiden wie der Teufel das Weihwasser, -die Gründe dafür liegen im Diffusen, sie scheinen aber zumindest gravierender zu sein als das Interesse an fresher neuer Musik. Zweitens scheinen die meisten leute in Konstanz nicht über den Tellerrand hinlänglich bekannter Musikrichtungen wie Reggae und DrumandBass hinausschauen zu können. Alles was ein unbekanntes bzw. neues Etikett mit sich bringt (wie eben Nu Skool Breaks) scheint also erstmal mit Desinteresse wahrgenommen zu werden. (Gibts da nicht ein schönes Sprichwort...?).

Pech für Karl Otto, denn plötzlich füllte sich gegen 1 Uhr die Rheinterrasse ganz gewaltig (War DSDSS wohl gerade zuende...).
Es kam der magische Moment, wo plötzlich alle anfingen zu tanzen, was nicht unerheblich damit zu tun hatte, dass DOWNPRESSOR aus Zürich gerade ein phantastisches Set aus technoiden, trippigen Nu Skool Breaks englischer Schule spielte. Ohne allzuhart oder gar monoton zu werden mischte Downpressor supergeile tracks von den Plump DJs, Silencer, den Y4k-Kompliations ineinander, sodass vor allem Leute in den Groove fanden, denen man das vom Äusserlichen her gevorurteilt, nicht zugetraut hätte. Ich wechselte mich dann mit unserem Züricher Gast an den Turntables im Halbstundenrythmus ab und so liessen wir bei bester Laune die beats zwischen allen erdenklichen Strukturen oszillieren: trancige Flächenbombardements wurden wieder durch Ostküstenbreaks geerdet und von DJ-Icey-tools wieder nach vorne gebracht; Garage-Fahnen wurden vom Booty-Böen dahingeweht und alle Exkursionen fanden ihren Höhepunkt als die DJs die 4-to-the-floor-Mörser rausholten und zum großen Gefallen des Publikums, den breakigen sound zeitweise in Richtung Techhouse strafften. Ein super Abend zu guter Letzt und wir bekamen, was für uns das Mass aller Dinge ist: Schweiss ! Um halb fünf gab es den letzten track und Schlussapplaus für das großartiges Gastspiel von Downpressor. Großes Nu Skool Kino auf einem selten hohem musikalischen Niveau. So macht die Sache wirklich Spass !

An die Generation Valium: Experimente macht man besser an der Uni, gell ?
An jene, die in ihrem Selbstkonzept, Kompetenz in Sachen elektronischer Musik und ein musik-alternatives Image pflegen:
Wo wart ihr ? Ihr habt mal wieder was verpasst !


Bounce: Natty Youth (Augsburg), XP Sound (Calw)
Freitag 07.03.2003, KuLa, Konstanz
Valerian (08.03.2003)

Bombscare #1 - Ruffrider Valerian (Basslastic, Datababes), killerPOKE (Soleglo, Datababes), Schrott (No Debate)
Freitag 07.03.2003, Contrast, Konstanz
killerPOKE (08.03.2003)

Mal wieder ne Review aus Veranstalterperspektive: am 07.03.2003 ging die neue Drum'n'Bass Reihe im Contrast in die zweite Runde. Da El Berto von Lakeside Breaks diesmal nicht am Start sein konnte, war der Basslastic-er Valerian, neben Schrott und meiner Wenigkeit für die Beschallung zuständig. Trotz der gut gefüllten Bounce nebenan im KuLa war der Abend recht ordentlich besucht, auch wenn weniger los war, als bei der grandiosen Premiere mit Dark Skies im Januar.

Zur Eröffnung spielte Schrott altbewährte Jungle-Roller bis hinzu technoiden DnB zwischen DJ Hype und Cause 4 Concern. Nach weiteren aktuelleren DnB Tracks erfolgte dann mit killerPOKE der Wechsel zu straightem Oldskool-Sound aus den Jahren 92 bis 94. Euphorie wollte dabei aber irgendwie nicht so recht aufkommen, auch wenn einige Klassiker wie Prodigy's "Out Of Space" zwischendurch für ganz nettes Feedback gesorgt haben. War vielleicht doch nen bißchen zu "oldskool"... :)

Richtig ab gings dann mit Valerian, der ein kompaktes und bretthartes DnB Set ablieferte, das alle Tanzwilligen aus den Löchern lockte und bis zum Abschluß des Abends für Bombenstimmung sorgte, Rewinds und ne kreischende Crowd inklusive. Was will man mehr? Jedenfalls scheinen sich doch so manche Breakbeat-Konsumenten (und solche dies noch werden wollen) über das Contrast als neuen Ort für die härtere oder andere Gangart von Drum'n'Bass zu freuen.


Electric disco: KRAFTY KUTS (UK)
Samstag 08.02.2003, Douala, Ravensburg
Valerian (08.02.2003)

Es gibt wenige in Deutschland, die konsequent Nu Skool Breaks auf ihren Parties spielen: da sind die Hafenklang-Leute in Hamburg, Dangerous Drums in Berlin, die Jungs in Bamberg mit ihren Höllenparties, der Thursday Club und Groovalistic in Koblenz, wir Datababes beizeiten im Neuwerk und auf der Rheinterrasse, die große Züricher Szene und eben diese Jungs im Douala, von denen man aber irgendwie hier nichts mitkriegt, ausser dass sie seltsamerweise die einzigen in meiner DJ-Laufbahn sind, die ein fest abgemachtes Booking haben platzen lassen. Anyway...plötzlich steht da der Name Krafty Kuts auf dem Tableau und man muss wissen: in nu skool breaks -Kreisen sind das Götter, weil sie nicht nur ultrafette Platten machen, sondern auch wahre Aufleg-Meister sind und ohnehin eher seltene Gäste in regionalen Gefilden. Prompt zwängten sich also Konstanz` Nu Skool Breaker in ein Auto und fragten sich auf der Fahrt ins Douala, ob die Leute überhaupt auf son Sound abgehen bzw. jemand das auf der anderen Seeseite kennt.
Zwar gilt Nu Skool Breaks in Zürich als gut eingeführter Partysound und haben die Datababes schon des öfteren Protagonisten der deutschsprachigen Szene in Konstanz gehabt (SmashFX, Bengston, GID, TJ Hookah), doch ist der Sound hierzulande definitiv noch underground. Unsere Zweifel waren unbegründet: als wir ins Douala einliefen, tobte da schon der Bär: proppevoll und mit durchaus heftigen Nu Skool Sound von den Residents schon auf Partytemperatur gebracht, enterte gleich nach unserer ersten Orientierungsrunde der Krafty Kuts-Man das DJ-Pult, um mit einer wahren Scratch-Orgie den heftigen Breaks-Sound zu pulverisieren und alle Münder offenstehen zu lassen. "Arme hoch", war dann die Devise der nächsten halben Stunde, als sich ein Oldschool-HipHop-Track an den anderen cuttete und scratche...zwischen Prince, GrandmasterFlash und Busta Rhymes war alles möglich und der Laden tat vor allem eines: ER BRANNTE ! Die hiphop-beats waren nur zum Warmscratchen gedacht und prompt zogen Tempo und Härte an. Krafty Kuts demonstrierte, was der Unterschied zwischen einem DJ und einem DEFINIERER ist. Krafty Kuts definierte an diesem Abend einen Sound, der durch seine eigenen Platten, die Skills und die Dramaturgie des Abends zeigte, wie hoch die Messlatte liegen kann. Gegen drei wurde der Sound technoider, Acidfetzen und hypnotische "IndenWahnsinntreib"-Geräusche gruben für die Leute eine Arena, die um einiges deeper lag, als der Anfang des Abends...eine drumandbass-Runde brachte die Leute wieder zum Toben und Springen, um sie wieder mit Soultracks (!) unter die fette Basslines gelegt wurden, zu erden. Praktisch jede beatlose Fläche des Abends, jeder Übergang, jede Scratch-Exkursion wurde von frenetischem Applaus begleitet, -ich sah Leute, die auf den Boxen herumkletterten und auf Sofas herumsprangen, Tüten wurden an Wildfremde rumgereicht (und prompt Tütenbauer vom Personal rausgeschmissen) und das Douala war um 4 noch genauso voll, wie um 1.
Ganz einfach eine HAMMERPARTY !

Was daran interessant ist: Warum geht das in Konstanz nicht ? Kennen die Leute im Douala Ravekultur und schätzen sie, während in Konstanz die meisten eine Einstellung vertreten, die so zu formulieren ist: "Mit meinen WG-Leuten auf ne Party gehen, die nix kostet, wo genau der unspektakuläre Sound läuft, den ich schon kenn und um halb 2 wieder heimgehen, damit man am nächsten Tag nicht ganz so fertig ist." ???
In Ravensburg haben die Leute, -zumindest an diesem Samstag, gecheckt, dass ein legendärer Act in ihre Stadt kommt und sie haben legendär abgefeiert. Die einzige Emotion, die Konstanzer haben, wenn ein legendärer Act kommt, ist, dass es Ihnen zu teuer ist. Jesus, bei Krafty Kuts wusste ich mal wieder, was Alles abgehen kann, -was ein Bass ist, -was das gottverdammte Wort Party bedeutet, -wie es sich anfühlt mal wieder ne Stunde fett zu tanzen, zu jubeln und zu schwitzen. Gott, wie habe ich das vermisst !


Beth Gibbons (ex-Portishead) and Rustin Man (ex-TalkTalk)
Mittwoch 05.02.2003, Kaufleuten Zürich
Valerian (08.02.2003)

Die beste CD des jungen Jahres kommt aus der Feder von Paul Webb, dem Bassisten der besten Band aller Zeiten (Talk Talk) und der ex-Portishead-Sängerin Beth Gibbons, deren eindringliches Vokalwerk jedem bekannt, der die beiden Standartwerke von Portisehead sein eigen nennt, was so ziemlich jeder sein dürfte, der mit dem begriff TripHop etwas verbinden kann und gerne zur blauen Stunde bei Kerzenschein Musik hört. Schon alleine der Umstand, einen leibhaftigen TalkTalk-Member live am Instrument zu sehen und die eindrucksvolle Beth Gibbons singen zu hören, lassen alle finanziellen Gegenargumente verblassen, doch die überaus wunderbare CD macht jedes Widerwort gegen eine "Ich muss dahin-Devise" völlig zwecklos. So fuhr dann ein mit Datababes vollgepacktes Auto im schlimmsten Schneesturm nach Zürich und prompt kamen wir zu spät und verpassten den ersten Song.
Im proppevollen Kaufleuten (übrigends ein wunderschöner und irre teurer Club) dauerte es noch 2-3 weitere Tracks, bis wir einigermassen Plätze gefunden hatten, um auf Zehenspitzen einen blick auf die Bühne erhaschen zu können und uns nach der stressigen fahrt an die ruhige, intensive Musik zu akklimatisieren.
Unsere Mühe hatte sich gelohnt, denn dieses Konzert war trotz der widrigen Umstände wunderbar. Viel präsenter und räumlicher als auf der ohnehin schon toll aufgenommenen CD, einfach fett sägten in Zeitlupe Kathedralen-Flanger-Gitarren, strahlte die Geige und zupfte der Akustikbass und über allen thronte, wimmerte, strahlte, krächzte und klagte die Stimme von Beth Gibbons.
Unverändert zu einem Portishead-Konzert, das ich vor vielen Jahren in München gesehen hatte, hing die zierliche Sängerin in schwarzem Hemd und blauen Jeans am Mikrophon und intonierte die wehmütigen Songs des Albums, deren TalkTalk-mässiger Minimalismus sich zu manchmal zu einer Art hypnotischen Nordengland-Blues-version mit ausufernden Gitarrensoli neigt ("Funny Time of the year"), um im nächsten Song wieder die introvertierten Klage von Beth Gibbons Stimme mit nur einzelnen Akkorden und Tönen, den wenigen Halt zu geben, die diese überhaupt benötigt. Jeder Song ein Ereignis vollendeter Intensität und zwischen stillem Klimpern und Soundwällen. Ziemlich straight spielte die Band die Songs des Albums, vermied konsequent das Portishead-Repertoire und ergänzte die Zugaben um einem mir bekannten aber nicht zuordbaren Song (Candy says?) und war prompt nach knapp ner Stunde wieder hinter der Bühne verschwunden.

Ein zauberhafter Abend im wahrsten Sinne des Wortes und eines jener Konzerte, die man überall und immerwieder sehen will.


Booyaka Bay - Shotta Paul (XP Soundsystem, Calw) longside killerPOKE (Datababes, Soleglo)
25.1.2003 - Rheinterrasse, Konstanz
 Valerian (01.02.2003)

Um an diesem Abend sommer-ähnliches Klima im nassen Konstanz zu genießen empfahl sich ein Last-Minute Urlaub an den traumhaften Strand der Booyaka Bucht. All inclusive dieses Angebots waren Reggae, Dancehall und Jungle, sehr angenehmes und chilliges Publikum sowie ständiges Fire auf dem Dancefloor .
Für die Sicherheit des Sounds am Strand sorgte das Baywatchteam des Abends Bombaclad-ShottaPaul mit seinem XP-Soundsystem aus Calw, unterstützt vom junglebabe wickeda KillerPOKE aus Konstanz.
Der Strand füllte sich sehr schnell, sodass dementsprechend schnell die Stimmung stieg und sich jede anwesende Person bald damit abfinden musste, dass mindestens ein Körperteil automatisch zum Beat mitbouncte. Eine nicht ganz unschuldige Rolle an dieser ansteckenden, häufig auf Jamaica auftretenden, Riddimepilepsie spielte das XP-Soundsystem, das ihr Set mit Sampling Maschine und MC unterstützte. Unterstützung wäre milde ausgedrückt, da sich Marco beim selecten und Paul beim shouten und rewinden wunderbar ergänzt haben und den Strandbesuchern mit einem breiten Spektrum an Jamaicas latest und finest von Sizzla, Diwali Riddim, Barrington Levy über Buju Banton, Gregory Isaacs bis Elephant Man und Higher Level dementsprechend einheizten.
Um noch die Epilepsie der zum Beat bouncenden Körperteile im fortgeschrittenen Stadium zu erfahren, verschrieb Dr. KillerPOKE gegen 1 Uhr eine Erhöhung der Bpm-Dosis. Mit seinem ersten Track "Ganja-Man" von Aphrodite verwandelte er den Strand in einen Jungle. Nach anfänglichen Zögerungen der Tanzenden auf die plötzlich doppelt so schnelle Musikrichtung konnten sich diese spätestens nach wenigen Minuten auch (wickeda wickeda) Brettern (uhuhuh) von General Levy hingeben. Ansonsten wurden Kracher aus den Urzeiten des Jungles ausgepackt, die vom insgesamt eher reggaelastigeren Publikum gut angenommen wurden.
Alles in allem eine perfekte Party: sehr gute Stimmung, über 150 angenehme und chillige Leute, außerdem viele schöne Frauen! Ein Urlaub an den Booyaka-Bay lohnt sich also immer wieder!

2 Jahre Datababes Geburtstagsparty mit Palomo (Datababes), Aurelius (datababes), Astral Travelling (live),
Supreme Psychedelic Underground (ZH, live), Valerian + KRM (Datababes) und Bengston (ZH, Ritmic)
11.1.2003 - Neuwerk, Konstanz
 killerPOKE (17.1.2003)

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